Ursachen der Inflation 21.01.2022, 17:08 Uhr

Teure Baumaterialien treiben Erzeuger- und Neubaupreise

Ein überdurchschnittlicher Anstieg der Preise einiger Baustoffe sorgt für mehr Inflation. Zum Jahresende ist allerdings teilweise eine Preisberuhigung festzustellen.

Gestiegene Baumaterialpreise heizen die Inflation an. Foto: PantherMedia / aldorado

Gestiegene Baumaterialpreise heizen die Inflation an.

Foto: PantherMedia / aldorado

24,2 Prozent sind die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Dezember 2021 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat angestiegen – und die Mehrwertsteuersenkung im zweiten Halbjahr 2020 spielt dabei keine Rolle, da die Erzeugerpreisindizes ohne Mehrwertsteuer ausgewiesen werden. Dieser historische Anstieg sei – neben dem Anstieg der Energiepreise – auch auf den überdurchschnittlichen Anstieg der Preise für Baumaterialien zurückzuführen, kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, die vom Statistischen Bundesamt Mitte der Woche veröffentlichen Erzeugerpreisindizes für gewerbliche Produkte in Deutschland.

Steigerungen um 60 Prozent bei einzelnen Baustoffen

Für einzelne Baustoffarten wies das Statische Bundesamt enorme Steigerungen aus:

  • Der Erzeugerpreis für Bauholz lag Ende 2021 um 59,4 Prozent über dem Niveau von Dezember 2020.
  • Der Preis für Betonstahl in Stäben legte binnen Jahresfrist um 57,4 Prozent zu. 
  • Im Jahresdurchschnitt 2021 hatten die Preise für Bauholz bzw. für Betonstahl um 61,4 Prozent bzw. um 53,2 Prozent über dem Vorjahr gelegen und damit deutlich über dem Durchschnitt der Erzeugerpreise von 10,5 Prozent.

„Diese starken Baumaterialpreissteigerungen führten im vergangenen Jahr zu dem Preisanstieg beim Neubau von Wohngebäuden (im Jahresdurchschnitt 2021) von 9,1 Prozent“, erläuterte Müller die Situation. Damit hätten die Baupreise deutlich über dem Plus der Verbraucherpreise von 3,1 Prozent gelegen.

Neben dem Anstieg der Rohstoffpreise hätte aber auch die Absenkung der Mehrwertsteuer im zweiten Halbjahr 2020 eine Rolle gespielt: Ohne Mehrwertsteuer und somit ohne Basiseffekt hätten die Neubaupreise für Wohngebäude 2021 nur um 7,7 Prozent zugelegt.

Teilweise Preisberuhigung zum Jahresende

Zum Jahresende konnte bei einzelnen Baumaterialien allerdings eine leichte Preisberuhigung festgestellt werde. So sank der Erzeugerpreis für Bauholz im Dezember binnen Monatsfrist um 12,8 Prozent, was der dritte Rückgang in Folge war.

Diese Entwicklung trifft aber nicht auf alle Produkte zu: Der Preis für Betonstahl in Stäben legte im Dezember binnen eines Monats wieder zu, und zwar um 1,7 Prozent. 

„Die Preisentwicklung scheint somit weiterhin sehr volatil zu sein“, folgerte Müller und rät den Auftraggeberinnen und Auftraggebern sowie Bauunternehmen, weiterhin Preisschwankungen in ihren Budgets und Kalkulationen zu berücksichtigen und sich auf einen fairen Umgang dieser nicht beeinflussbaren Faktor zu verständigen.

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Von Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. / Karlhorst Klotz

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