Wassersensible Stadtentwicklung 09.11.2021, 09:52 Uhr

Bauingenieur in internationalen Ausschuss gewählt

Der Umgang mit Regenwasser und Abwasser ist ein Schlüsselthema, wenn es darum geht, die Folgen des Klimawandels für Städte abzumildern. Ein Wissenschaftler aus Kaiserslautern arbeitet künftig in einem internationalen Gremium zu diesem Thema mit.

Professor Dr. Ulrich Dittmer. Foto: privat

Professor Dr. Ulrich Dittmer.

Foto: privat

Professor Dr. Ulrich Dittmer, der an der Technischen Universität Kaiserslautern im Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft forscht, ist auf der Internationalen Konferenz zur Stadtentwässerung (International Conference on Urban Drainage) in den Gemeinsamen Ausschuss zur Stadtentwässerung (Joint Committee on Urban Drainage, JCUD) gewählt worden.

Gegründet wurde dieser Ausschuss vom Internationalen Wasserverband und der Internationalen Vereinigung für Wasserumwelttechnik und -forschung. Zu seinen Aufgaben gehört es etwa, die Forschung in der Siedlungswässerung und Stadthydrologie international zu vernetzen. In den letzten Jahren war Deutschland in diesem Ausschuss nicht vertreten. 

Nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser in Siedlungen

Die Begriffe „Urban Drainage“ oder „Siedlungs-/Stadtentwässerung“ bezeichnen alle Aktivitäten im Umgang mit Regenwasser und Abwasser in Siedlungsgebieten. „Diese Bezeichnungen sind allerdings etwas irreführend“, sagt Dittmer, der sich derzeit in einem Forschungssemester in Kalifornien befindet. Seine Arbeiten dort sind in das Office of Water Programs (Büro für Wasserprogramme, OWP) in Sacramento eingebunden.

„Seit einigen Jahrzehnten hat sich das Aufgabengebiet von der Entwässerung, etwa durch Kanalnetze, zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung von Wasser in Siedlungen entwickelt“, hat Dittmer beobachtet. Dazu gehören Konzepte der wassersensiblen Stadtentwicklung, die Regenwassernutzung und die naturnahe Regenwasserbewirtschaftung (Schwammstadt) vor allem in Kombination mit Freiraumplanung (Blue-Green Infrastructure). 

Niederschläge, Hitze, Trockenheit – immer extremere Ereignisse

„Die Bezeichnung Drainage beziehungsweise Entwässerung wurde aber beibehalten“, fährt Dittmer fort. Im Zuge des Klimawandels nimmt die Bedeutung dieses Forschungsgebietes und Infrastruktursektors stetig zu. „Eine globale Herausforderung ist die Häufung von extremen Niederschlägen einerseits und Hitze und Trockenheit andererseits“, erläutert der Kaiserslauterer Bauingenieur. „Darüber hinaus gilt es, Auswirkungen auf Gewässer zu begrenzen, um aquatische Ökosysteme und damit Biodiversität zu erhalten.“

Der Gemeinsame Ausschuss zur Stadtentwässerung ist international besetzt und besteht aus zwölf Mitgliedern. Er ist gemeinsam vom Internationalen Wasserverband (International Water Association, IWA) und der Internationalen Vereinigung für Wasserumwelttechnik und -forschung (International Association for Hydro-Environment Engineering and Research, IAHR) gegründet worden.

Ziel ist es unter anderem, die Zusammenarbeit in den beiden Bereichen zu fördern und stärker zu vernetzen, um so auch eine nachhaltige und integrierte städtische Wasserwirtschaft zu entwickeln und zu fördern. Zudem koordiniert das Gremium internationale Konferenzen.

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Von TU Kaiserslautern / Karlhorst Klotz

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