Materialkombination 19.02.2021, 13:21 Uhr

Sichtbeton, Glas und Lärchenholz vereint in einem Gebäude

Das neue Empfangsgebäude des Solegartens St. Jakob in Kevelaer lädt die Gäste zur Kommunikation und Kontemplation ein. Die Kombination der Baumaterialien Sichtbeton, Glas und Lärchenholz geben dem neuen Gebäude seine Eigenständigkeit.

Das Empfangsgebäude des Solegartens St. Jakob ist durch die Materialkombination von Sichtbeton, Glas und Holz geprägt. Foto: Podehl Fotodesign

Das Empfangsgebäude des Solegartens St. Jakob ist durch die Materialkombination von Sichtbeton, Glas und Holz geprägt.

Foto: Podehl Fotodesign

Auf die Pilgerreise in die Marienstadt Kevelaer machen sich gläubige Katholiken seit 1642. In der Zwischenzeit ist die Stadt am Niederrhein zu einer der wichtigesten Wallfahrtsorte in Deutschland geworden. Und nun hat der Ort einen neuen Anziehungspunkt für Pilger und Urlaubsgäste erhalten. In Kevelaer entstand im Rahmen eines EU-Förderprogramms der Solegarten St. Jakob. Das Gradierwerk, die unterschiedlichen Kneipp-Anlagen und der Bibelgarten bieten die Gelegenheit zur Kommunikation und zur Kontemplation. Um die Gäste angemessen begrüßen zu können und um auch eine Landmarke zu setzen, wurde ein neues Empfangsgebäude für den Solegarten gestaltet. Die Architekturplanung übernahmen die quadrat + architektengesellschaft mbH aus Recklinghausen. Sie planten ein Entree mit reduzierter Formensprache.

Reduktion stärkt das Gebäude

Ganz bewusste entschieden sich die Verantwortlichen dafür, im östlichem Bereich des Solegartens St. Jakob das neue Empfangsgebäude zu errichten. Die Gäste werden das neue Bauwerk in Form einer Torgeste begrüßt und in Richtung des Gradierwerks gelenkt. Das Gebäude steht durch seine reduzierte Architektursprache und klare Kubatur im direkten Kontrast zur extrovertierten Form des Gradierwerks. Es ist ein markanter Akzent in puristischer Weise, der den Gästen als klare Anlaufstelle dient. Gerade die Reduktion des Gebäudes ist die Stärke des Entwurfs vom Architektenteam. Die eingesetzten Materialien verstärken dieses. Der Baukörper ist durch Sichtbeton, Glas und Lärchenholz geprägt. Ganz bewusst hat sich das Architektenteam für die Materialkombination entschieden. Das Empfangsgebäude bildet durch die Baustoffe einen Gegenpol zum Gradierwerk, das als Holzkonstruktion errichtet ist. Der Sichtbeton, das Glas und das Lärchenholz geben dem Gebäude eine Eigenständigkeit. Doch tritt auch gerade durch die Materialkombination ein Dialog zwischen den Gebäuden ein, der sowohl Transparenz und Geschlossenheit ausstrahlt und die unterschiedlichen Funktionsbereiche wiedergibt.

Materialien verbinden die Funktionen des Gebäudes

Die Gäste und Pilger werden in einem durch Sichtbeton gerahmten Eingangsbereich empfangen. Die kreisrunde Öffnung im Dach soll eine Art biblische Geste sein, die dazu einlädt, einen Blick gen Himmel zu richten. Hier haben die Pilger und Geäste die erste Möglichkeit, innezuhalten und einen Moment zu verweilen. Die filigrane Pfosten-Riegel-Fassade ist zu drei Seiten geöffnet. Innerhalb des umlaufenden Sichtbetonrahmens ist hier ein leichtes Informationszentrum eingerichtet wurden. Es dient den Besuchern als Orientierung und übernimmt die Funktion der Information. Es vermittelt zwischen vorgelagertem Empfang und den rückseitig angeordneten Nebenräumen, die mit Lärchenholz verkleidet sind. Transparente Flächen werden durch die Materialien Glas und hellgrauer Sichtbeton geschaffen. Die Verbindung von offenen und geschlossenen Flächen verleihen dem Gebäude einen Kontrast, durch den die Materialien trotzdem harmonieren. Die essenzielle Wirkung des Baukörpers wird durch die natürlichen, vollständig geschlossenen Rhombus-Fassade aus Lärchenholz unterstrichen. Die unaufgeregte Art und Weise der Fassade bewirkt die Verbindung zum Gradierwerk. In diesem geschlossenen Bereich befinden sich Flächen zur Lagerung und Unterbringung der Technik sowie die WC-Anlage.

Das Architektenteam von quadrat + ist es gelungen, mit einer durchdachten Ausgestaltung und über den Einsatz von maß-, aber qualitätsvoller Materialien den Gästen einen Empfang zum Solegarten St. Jakob in Kevelaer zu bieten, der akzentuiert und angemessen ist. Durch die Reduktion auf das Wesentliche zeigt das neue Empfangsgebäude, dass diese Gestaltung jede gewünschte Intensität hervorgerufen werden kann.

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Von Frauke Stroman

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