Rückbau 18.09.2020, 10:28 Uhr

Schalungen unterstützen Abbrucharbeiten

In 2021 wird ein Wahrzeichen von Köln verschwunden sein: Die Türme des ehemaligen Funkhauses der „Deutschen Welle“. Die Verantwortlichen haben sich bewusst gegen eine Sprengung entschieden. Die 138 Meter hohen Hochhäuser werden zurückgebaut. Eine Schutzschildeinhausung aus Schalungen sorgt für einen geordneten Rückbau.

Schritt für Schritt wurde beim Abwärtsklettern der Schutzschilde die Stockwerke des Funkhauses der Deutschen Welle abgetragen. Foto: Doka

Schritt für Schritt wurde beim Abwärtsklettern der Schutzschilde die Stockwerke des Funkhauses der Deutschen Welle abgetragen.

Foto: Doka

Der Abbruch von bestehenden Gebäuden gewinnt durch die innerstädtische Verbauung an Bedeutung. Doch Sprengungen oder ein Abbruch mit der Abrissbirne rücken als Methoden in den Hintergrund. Für eine Sortentrennung der Baustoffe und zum Schutz von benachbarten Bauwerken fällt die Entscheidung immer häufiger auf einen planmäßigen Rückbau. Dabei wird nicht nur die Baustellenmannschaft vor Emissionen wie Lärm, Staub, herabfallende Teile und Erschütterungen geschützt, sondern auch das Baustellenumfeld. Genau diese Kriterien haben die Verantwortlichen beim Rückbau der „Deutschen Welle“ in Köln dazu bewegt, sich für einen planmäßigen Rückbau zu entscheiden.

Rückbau schützt vor Asbest

23 Jahre lang wurde in dem Hochaus der „Deutschen Welle“ Radio gemacht, bis 2003 der Umzug von Köln nach Bonn anstand. Seitdem steht das Gebäude leer und 2013 wurde der Beschluss gefasst, das Hochhaus abzureißen. Nicht nur die Bedenken der Anlieger bewogen die Planer dazu, die Sprengung zu verwerfen, auch die hohe Asbestbelastung trug dazu bei. Nun findet sukzessive die Abtragung der Gebäudeelemente statt. Das Unternehmen BST Becker Sanierungstechnik GmbH wurde hierfür beauftragt. Als Partner haben sie sich für das Schalungsunternehmen Doka entschieden, um gemeinsam Methoden und Lösungen für den Rückbau in großer Höhe zu finden. Ein Selbstklettersystem und ein Schutzschild von Doka erfüllen die Anforderungen von Rückbauprojekten. Das Schutzschild wurde dazu genutzt, die Abbruchebene vollflächig zu umschließen. Dies schützt nicht nur die Sanierungstechniker vor Wind und Wetter. Ein integriertes Dichtsystem verbindet die Schutzschilde und verhindert das Herabfallen von Kleinteilen, Abbruchmaterial und Staub und reduziert den Lärm der Abbrucharbeiten.

Detaillierte Planung beschleunigt den Rückbau

Eine detaillierte Planung ging den Arbeiten voraus. Aus dieser Planung heraus konnte der Schalungshersteller die benötigten Bühnen- und Einhausungselemente entnehmen. Insgesamt 2.800 Quadratmeter Schildfläche fertigten sie in transportgerechten Einheiten großflächig im Werk vor. Auf der Baustelle erfolgt die Endmontage und die Schildflächen wurden von dem Team der Schalungsvormontage am Bauwerk eingehängt. Die Doka-Richtmeister waren auch vor Ort. Sie übernahmen die Aufgabe das Baustellenpersonal im Rahmen der Operation Licence im Selbstklettern zu schulen. Eine weitere Hilfestellung des Schalungsherstellers war die detaillierte Planung jedes Kletterschritts – sowohl aufwärts als auch abwärts. Dies war nötig, da die Stockwerke unterschiedliche Höhen und in den Zwischengeschossen Überhöhen aufweisen.

Das Aufwärtsklettern der Schutzschilde nutzte die Sanierungsfirma für die Demontage der bunten Fassaden-Aluminiumplatten und den asbestbelasteten Dämmmaterialien. Hinter den Schutzschilden befinden sich die Arbeitsplattformen der Arbeiter. Von hier aus gelangten sie an die Verkleidung der Außenstützen und der Fensterelemente. Nach dem Aufwärtsklettern folgte der Richtungswechsel. Der Stahlbau sowie die Stahlbetondecken und -kerne wurden beim Abwärtsklettern abgetragen. Die herausgeschnittenen Decken- und Wandelemente wurden durch zwei Kräne auf den Boden herabgelassen. Dort wurden sie weiter zerkleinert und verarbeitet. Die zerkleinerten Elemente haben eine Wiederverwendung in der Verfüllung der Kellergeschosse gefunden. Bis die Arbeit vollendet war, haben die Schutzschilde an den beiden Türmen 394 Klettermeter zurückgelegt.

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Von www.doka.de

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