Anzeige

Ein Planet wie die Erde, aber ein Klima wie auf dem Mars

30. Januar 2026

Künstlerische Darstellung des Exoplaneten-Kandidaten HD 137010 b
Künstlerische Darstellung des Exoplaneten-Kandidaten HD 137010 b, der als „kalte Erde” bezeichnet wird, da es sich um einen möglichen Gesteinsplaneten handelt, der etwas größer als die Erde ist und einen sonnenähnlichen Stern in einer Entfernung von etwa 146 Lichtjahren umkreist. Foto: NASA/JPL-Caltech/Keith Miller (Caltech/IPAC)
HD 137010 b sieht auf dem ersten Blick wie ein Zwilling der Erde aus. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich: Der Planet spielt in einer anderen Klimaklasse.
Anzeige
Anzeige


Der mögliche Gesteinsplanet umkreist seinen Stern in rund 355 Tagen. Das sind nur etwa zehn Tage weniger als ein Erdjahr. Sein Durchmesser liegt lediglich rund 6 % über dem der Erde. Entdeckt wurde er nicht durch eine neue Mission, sondern durch eine erneute Auswertung alter Daten des inzwischen stillgelegten Kepler-Weltraumteleskops der NASA. Genau darin liegt die Überraschung.

Inhaltsverzeichnis

Ein einzelner Schatten im Sternlicht

Kepler beobachtete zwischen 2009 und 2018 die Helligkeit von Hunderttausenden Sternen. Die Methode ist simpel, aber wirkungsvoll: Zieht ein Planet vor seinem Stern vorbei, sinkt die Helligkeit minimal. Wiederholt sich dieses Signal regelmäßig, gilt der Planet als entdeckt.

Anzeige
Anzeige

Bei HD 137010 passierte das nicht. Kepler registrierte nur einen einzigen Transit. Eine zehntägige Abschwächung des Sternlichts im Jahr 2017. Normalerweise zu wenig, um daraus sichere Schlüsse zu ziehen.

Das Team um Alexander Venner ließ sich davon nicht abschrecken. Die Forschenden analysierten Dauer, Tiefe und Form des Signals neu. Ihr Ergebnis: Kein anderes Szenario erklärt den Lichtabfall plausibel. Kein Doppelstern, kein Messfehler. Ein Planet ist die wahrscheinlichste Ursache.

Ein Jahr wie auf der Erde – mit einem Haken

Aus dem Transit ließ sich nicht nur die Größe ableiten, sondern auch die Umlaufbahn. HD 137010 b bewegt sich in etwa so weit von seinem Stern entfernt wie die Erde von der Sonne. Doch der Vergleich hinkt. Der Stern ist ein sogenannter K-Zwerg. Er ist rund 1.000 Grad kühler und deutlich lichtschwächer als unsere Sonne.

Anzeige
Anzeige

Die Folge: Der Planet erhält weniger als ein Drittel der Energiemenge, die die Erde erreicht. Modelle deuten darauf hin, dass die mittlere Oberflächentemperatur bei etwa −68 °C liegen könnte. Damit wäre es dort kälter als auf dem Mars.

Die Forschenden ordnen HD 137010 b daher an den äußeren Rand der sogenannten bewohnbaren Zone ein. Gemeint ist der Bereich um einen Stern, in dem unter passenden Bedingungen flüssiges Wasser möglich wäre.

Anzeige
Anzeige

Bewohnbar heißt nicht automatisch lebensfreundlich

Entscheidend ist die Atmosphäre. Eine dichte Hülle mit hohem Kohlendioxid-Anteil könnte einen starken Treibhauseffekt erzeugen. Das würde die Oberfläche deutlich erwärmen. Modelle zeigen: In diesem Fall könnte HD 137010 b durchaus gemäßigte Temperaturen erreichen.

Die Studie schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass der Planet in der „konservativen“ bewohnbaren Zone liegt, auf rund 40 %. In der weiter gefassten, „optimistischen“ Zone liegt sie bei etwa 51 %. Gleichzeitig besteht aber auch eine etwa gleich große Chance, dass der Planet komplett außerhalb dieser Zone liegt.

Sicher ist also wenig. Und genau das macht den Fund wissenschaftlich interessant.

Ein Sonderfall unter mehr als 6000 Exoplaneten

Inzwischen sind mehr als 6000 Exoplaneten bekannt. Die meisten davon sind große Gasriesen oder sehr heiße Planeten mit engen Umlaufbahnen. Erdgroße Welten mit erdähnlichen Umlaufzeiten sind selten. Vor allem, weil sie schwer zu entdecken sind.

HD 137010 b ist hier eine Ausnahme. Mit rund 146 Lichtjahren Entfernung ist er vergleichsweise nah. Sein Stern ist hell genug für präzise Messungen. Sollte sich der Planet bestätigen lassen, wäre er ein idealer Kandidat für Atmosphärenstudien.

Dabei könnten Forschende gezielt nach Gasen wie Sauerstoff oder Methan suchen. Diese Stoffe gelten als mögliche Hinweise auf biologische Prozesse. Noch ist das Zukunftsmusik, aber erstmals greifbar.

Bestätigung dringend gesucht

Der Haken bleibt der einzelne Transit. Um aus einem Kandidaten einen bestätigten Planeten zu machen, braucht es weitere Durchgänge. Doch bei einer Umlaufzeit von fast einem Jahr sind diese selten.

Hoffnung machen Beobachtungen mit dem TESS der NASA oder mit CHEOPS der ESA. Beide Teleskope suchen gezielt nach Planetentransits. Gelingt das nicht, könnten erst künftige Missionen Klarheit bringen.

Bis dahin bleibt HD 137010 b ein Grenzfall. Ein Planet, der der Erde erstaunlich ähnelt. Und der zugleich zeigt, wie schmal der Grat zwischen erdähnlich und eisig ist.

Hier geht es zur Originalmeldung



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige