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Ein Elektrobus, der mit einer Akkuladung fast 600 km weit fährt

15. September 2016

Das wäre eine tolle Strecke: Fast 600 km weit soll der Elektrobus des amerikanischen Start-ups Proterra fahren, wenn er mit dem größten Akku-Pack ausgerüstet ist. Zwar kostet der Bus 800.000 Dollar. Und doch soll er nicht teurer sein als ein gewöhnlicher Dieselbus.
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Während hiesige Verkehrsbetriebe mit Elektrobussen experimentieren, die laufend an Haltestellen per Induktion aufgeladen werden, setzt das kalifornische Start-up Proterra auf riesige Akkus. Warum auch nicht? Schließlich hat ein Bus genug Platz für große Energiespeicher, wenn man Dieseltechnik, Tanks und Getriebe durch einen Elektroantrieb ersetzt. Und so soll der Elektrobus Catalyst E2, ausgestattet mit dem stärksten Akku, fast 600 km weit mit einer Akkuladung fahren.

Der knapp 13 m lange Bus bietet 40 Reisenden Platz, etwas weniger als ein europäischer Reisebus mit Dieselmotor. Der Travego von Daimler, den auch die deutsche Fußball-Nationalmannschaft fährt, hat Platz für 42 bis 51 Passagiere, je nach Komfortklasse. Ein kleineres Modell, das rund 11 m lang ist, hat 28 Sitze.

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Kaufpreis von 800.000 Dollar soll sich trotzdem lohnen

Trotz des höheren Anschaffungspreises sollen Busunternehmer den Catalyst E2 wirtschaftlich betreiben können. Laut Proterra-Finanzierungsmodell liegen die jährlichen Kosten von Diesel- und Elektrobussen mit 65.000 Dollar gleichauf, wobei der Preis des Elektrobusses, der bei rund 800.000 Dollar liegt, einberechnet ist, der eines Dieselfahrzeugs nicht. Die größten Einsparungen gebe es beim Treibstoff und bei der Wartung.

Nach fünf Stunden sind die Batterien wieder voll

Den Elektrobus gibt es in mehreren Varianten. Die mit der kleinsten Batterie schafft rund 80 km, die mittlere rund 220 km und die mit dem größten Akku, der eine Kapazität von 660 kWh hat, 560 km. Das sind die von Proterra garantierten Reichweiten. In der Praxis sollen es mehr sein.

Der leistungsfähigste Catalyst E2 kann damit eingesetzt werden, um amerikanische Metropolen zu verbinden, sagt das Unternehmen. Der Bedarf an größeren Tagesentfernungen sei gering.

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Über Nacht wird der Bus aufgeladen. Das dauert bis zu fünf Stunden. Die größten Ladegeräte haben eine Leistung von 500 kW. Angesichts der großen Reichweite müssen diese Ladeströme aber nur an wenigen Standorten zur Verfügung stehen.

Die Bremsen sollen fünfmal länger halten

Bei der Konstruktion setzen die Ingenieure auf Leichtbau. Die Karosserie des Busses besteht aus faserverstärktem Kunststoff. Außerdem begnügt er sich angesichts des geringen Gewichts von 13 Tonnen mit einem 220-Kilowatt-Motor. Er übernimmt auch das Bremsen. Dann schaltet er um in den Generator-Modus, so dass Strom in die Batterien zurückfließt.

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Zusätzlich ist das Fahrzeug mit einer konventionellen Bremse ausgestattet. Weil sie nur selten benutzt wird hält sie, so Proterra, 100.000 km. Bei einem Dieselbus sei sie nach 20.000 km verschlissen. Im nächsten Jahr sollen die ersten Catalyst E2 ausgeliefert werden.

Unterdessen sind die ersten Kleinbusse mit Elektroantrieb schon in Sitten in der Schweiz im Einsatz. Das Besondere: Sie fahren autonom.

 



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