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China betreibt das umfangreichste Überwachungssystem der Welt

21. Februar 2018

China brüstet sich damit, das umfangreichste Überwachungssystem der Welt aufgebaut zu haben.
China brüstet sich damit, das umfangreichste Überwachungssystem der Welt aufgebaut zu haben. Foto: PantherMedia B95228846
China überwacht seine Bürger auf Schritt und Tritt. Und macht keinen Hehl daraus. Mehr noch: Die chinesische Regierung brüstet sich damit, das umfassendste und beste Überwachungssystem der Welt zu betreiben. Und hat im staatlichen chinesischen Fernsehen die Möglichkeiten der elektronischen Gesichtserkennung präsentiert. Am Fallbeispiel.
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Das heutige, umfassende chinesische Überwachungssystem geht in seinen Anfängen auf das Jahr 2004 zurück. Damals machte die Provinz Zhejiang den Beginn. Inzwischen sind in die Überwachung alle Groß-, Mittel- und Kleinstädte des Landes einbezogen. Sämtliche Daten der rund 20 Millionen Kameranetze für die Überwachung von Personen und Fahrzeugen laufen mittels Satellitenübertragung in einer Sicherheitszentrale zusammen.

Künstliche Intelligenz hilft bei Auswertung

Dabei nutzen die Chinesen Künstliche Intelligenz, um die Aussagefähigkeit der Bildüberwachung laufend zu verbessern. In vielen Städten ist diese zentrale Überwachung bereits komplett. In anderen Städten gibt es Netzteile, die noch nicht in die Zentrale einspeisen. Dies zu ändern ist ein wesentliches Ziel der gegenwärtigen Arbeiten.

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In der sechsteiligen Fernsehserie „Erstaunliches China“ widmete sich der fünfte Teil kürzlich mit dem Untertitel „Die ideale Gesellschaft“ ganz der elektronischen Überwachung der eigenen Bevölkerung. In erstaunlicher Offenheit. Weil „in einer unruhigen Welt, Sicherheit ein Luxus ist“, arbeite Peking daran, das bestehende Überwachungssystem immer weiter zu verfeinern. Als Kerntechnik dazu dient die Software zur Gesichtserkennung.

Gesichtserkennung im Mittelpunkt

Um die Möglichkeiten dieser Technik zu verdeutlichen, zeigte die Fernsehsendung den Fall eines Mannes, der in Suzhou eine alte Frau betrogen haben soll. Die Polizei kannte dessen Identität, gab seine Telefonnummer und Details seiner Bankverbindungen in das Überwachungsnetz ein und löste damit eine automatisierte Fahndung aus. Überwachungskameras erkannten den Mann in einer Häuserzeile und alarmierten die Polizei, die ihn festnahm. „Es spielt überhaupt keine Rolle, wohin Sie fliehen – wir finden Sie!” kommentierte ein Polizist bei der Verhaftung.

Zusätzlich private Überwachung

Dafür, dass China tatsächlich das umfassendste Überwachungssystem der Welt aufgebaut hat, sprechen Zahlen. Allein in Peking sind 46.000 Überwachungskameras in Betrieb. Sie sind ausnahmslos mittels Kabel direkt mit der Zentralüberwachung verbunden. 4.300 Polizisten haben in Peking direkten Zugang zum Überwachungssystem. Unabhängig von der Überwachung durch den Staat gibt es in China aber mindestens noch einmal die gleiche Anzahl privat betriebener Überwachungskamera-Netze. Sie arbeiten im Auftrag von Firmen, Krankenhäusern, Schulen und der Landwirtschaft.

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Ein Teil der gesamten Überwachung ist dabei sogar öffentlich zugänglich. Die Streaming Programme Shuidi von Qihoo360 Technology und Ezviz von Hangzhou Hikvision Digital Technology übermitteln Interessenten alle frei zugänglichen Bilder. Die nicht-staatliche Nutzung der Überwachungsbilder dient außer der Neugier einzelner Bürger vor allem der Werbewirtschaft, die aus den Bildern Werbespots produziert. Soweit Menschen in diesen Spots klar zu erkennen sind, müssen sie allerdings zuvor ausdrücklich der Veröffentlichung zugestimmt haben.

Ärger mit manchen privaten Netzen

Schulen, Universitäten, Krankenhäuser und Arztpraxen hingegen zeigen Personenaufnahmen, auch ohne das Einverständnis Betroffener eingeholt zu haben. Das gilt vor allem für Bilder, die belegte Krankenbetten in Hospitälern und Schlafsäle von Hochschulen zeigen.

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Andere Länder sind auch nicht zimperlich, wenn es um Überwachung geht. So wurde 2016 bekannt, dass der US-Geheimdienst weltweit Überwachungskameras anzapft. Und auch die Briten sind nicht zimperlich, wenn es um Überwachung seiner Bürger geht. Auch jedes Auto wird im Schnitt viermal pro Stunde in Großbritannien erfasst.

Verkehrsüberwachungstechnik von Siemens: In Großbritannien gibt es inzwischen mehr als 10.000 Überwachungskameras, die statistisch jedes fahrende Auto viermal pro Stunde erfassen. Daraus lassen sich problemlos Bewegungsprofile erstellen. Werden zur Fahndung ausgeschriebene Autos entdeckt, bekommen Polizeistreifen in der Nähe ein Signal.


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