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Bundesweiter Warntag 2026: Das ist dieses Mal neu

27. August 2026

Smartphonenutzer mit Hinweis „Warntag“ auf dem Display
Bundesweiter Warntag: Cell Broadcast sorgt für eine priorisierte Point-to-Multipoint-Nachricht, die selbst in einem überlasteten Mobilfunknetz den Empfänger erreicht. Foto: Smarterpix.com/ Fokussiert
Warntag 2026 am 10. September: Um 11 Uhr startet der Probealarm. Was Cell Broadcast, Sirenen und Warn-Apps leisten – und was diesmal neu ist.
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Am 10. September wird es um 11 Uhr laut in Deutschland. Smartphones geben einen Warnton aus, vielerorts heulen Sirenen, Radio- und Fernsehsender verbreiten eine Probewarnung. Rund 45 Minuten später folgt die Entwarnung. Beim sechsten Bundesweiten Warntag wird nicht nur getestet, ob die einzelnen Warnwege funktionieren. Erstmals soll bei einem solchen bundesweiten Test auch die Ende 2025 eingeführte Entwarnung über Cell Broadcast zum Einsatz kommen.

Wie wichtig mehrere parallele Warnwege sind, zeigen die Ergebnisse des vergangenen Jahres. Beim Warntag 2025 gaben 97 % der Befragten an, mindestens eine Warnung erhalten zu haben. Kein einzelner Kanal kam auch nur annähernd auf diesen Wert.

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Wann ist der Warntag 2026?

Der Bundesweite Warntag findet am Donnerstag, 10. September 2026, statt. Gegen 11 Uhr verschickt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die zentrale Probewarnung. Die Entwarnung folgt gegen 11:45 Uhr.

Dafür nutzt der Bund das Modulare Warnsystem, kurz MoWaS. Die Probewarnung gelangt von dort an angeschlossene Warnmultiplikatoren wie Rundfunksender und App-Server und anschließend auf unterschiedliche Warnkanäle. Länder, Landkreise und Kommunen können parallel eigene Systeme auslösen. Dazu gehören beispielsweise Sirenen oder Lautsprecherwagen.

Gewarnt werden kann unter anderem über:

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  • Cell Broadcast
  • Warn-Apps wie NINA
  • Radio und Fernsehen
  • Internetseiten und soziale Medien
  • digitale Anzeigetafeln
  • Sirenen
  • Lautsprecherwagen

Nicht jede Kommune setzt am Warntag alle verfügbaren Warnmittel ein. Die Teilnahme der Kommunen ist freiwillig. Wer wissen möchte, ob am eigenen Wohnort beispielsweise Sirenen getestet werden, sollte deshalb die Informationen seiner Kommune prüfen.

97 % erhielten 2025 mindestens eine Warnung

Der bundesweite Test liefert inzwischen recht konkrete Hinweise darauf, welche Warnwege tatsächlich wahrgenommen werden. Für die endgültige Auswertung des Warntags 2025 erfasste das BBK 117.073 Online-Fragebögen. 97 % der Befragten berichteten, über mindestens einen Kanal gewarnt worden zu sein. Cell Broadcast erreichte 73 %, Warn-Apps 67 % und Sirenen 65 %.

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Die Zahlen dürfen allerdings nicht als gemessene Zustellquote für die gesamte deutsche Bevölkerung verstanden werden. Grundlage ist eine freiwillige Onlinebefragung. Sie zeigt dennoch deutlich, welchen Vorteil mehrere parallele Warnwege haben: Kein einzelner der drei wichtigsten Kanäle erreichte in der Befragung mehr als drei Viertel der Teilnehmer. Zusammen kamen die verschiedenen Warnmittel auf 97 %.

Beim ersten Warntag 2020 lief vieles schief

Der erste Bundesweite Warntag am 10. September 2020 verlief deutlich schlechter. Warnungen über Apps wie NINA und Katwarn trafen teilweise verspätet ein. Das Warnsystem war unter anderem durch zahlreiche gleichzeitig ausgelöste Meldungen stark belastet.

2021 fiel der bundesweite Test aus. Der zweite Warntag folgte am 8. Dezember 2022. Damals wurde erstmals Cell Broadcast bundesweit erprobt. Seit dem 23. Februar 2023 steht der Mobilfunkdienst in Deutschland regulär für Bevölkerungswarnungen zur Verfügung. 2026 findet nun der sechste Bundesweite Warntag statt.

Wie funktioniert Cell Broadcast?

Cell Broadcast verschickt keine klassische SMS an einzelne Telefonnummern. Stattdessen wird eine Warnung in ausgewählten Mobilfunkzellen ausgestrahlt. Empfangsfähige Mobiltelefone innerhalb dieser Zellen können die Nachricht gleichzeitig empfangen. Telefonnummern oder eine vorherige Registrierung sind dafür nicht erforderlich. Auch eine App muss nicht installiert sein.

Ein weiterer Vorteil zeigt sich bei hoher Netzauslastung. Laut BBK wird die Übertragung von Cell-Broadcast-Meldungen nicht dadurch verhindert, dass eine Funkzelle wegen vieler Telefongespräche überlastet ist. Die Funkzelle selbst muss allerdings funktionieren. Fällt die Mobilfunkinfrastruktur aus, kann auch Cell Broadcast dort keine Warnung übertragen.

Wie stark moderne Infrastruktur von einer funktionierenden Energieversorgung abhängt, zeigte Anfang 2026 der mehrtägige Stromausfall in Berlin. Cell Broadcast ersetzt deshalb weder andere Warnwege noch die technische Vorsorge für länger dauernde Ausfälle.

Warum Cell-Broadcast-Warnungen nur 500 Zeichen haben

Für ausführliche Lageberichte ist Cell Broadcast nicht gedacht. In Deutschland ist eine Warnmeldung auf höchstens 500 Zeichen begrenzt. Darin müssen Gefahr, betroffenes Gebiet und möglichst eine kurze Handlungsempfehlung Platz finden.

Weiterführende Informationen können über andere Warnkanäle bereitgestellt werden. Cell-Broadcast-Nachrichten können beispielsweise auf das Bundeswarnportal verweisen. Warn-Apps wie NINA können deutlich umfangreichere Informationen und Hinweise bereitstellen.

Die beiden Systeme erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Cell Broadcast soll möglichst schnell Aufmerksamkeit erzeugen und viele Mobiltelefone im betroffenen Gebiet erreichen. Apps und andere Informationsangebote können anschließend Details liefern.

Warntag 2026: Erstmals Entwarnung über Cell Broadcast

Neu ist beim diesjährigen Warntag die Entwarnungsfunktion von Cell Broadcast. Sie wurde am 25. November 2025 freigeschaltet. Seitdem können Behörden nach einer Warnung auch über diesen Mobilfunkkanal mitteilen, dass die Gefahr vorüber ist.

Bei Cell Broadcast gibt es dabei eine Besonderheit. Entwarnungen werden automatisch in der niedrigsten Warnstufe 3, der sogenannten Gefahreninformation, ausgegeben. Das soll unnötige Geräuschbelastung vermeiden.

Das BBK empfiehlt deshalb, Smartphones so einzustellen, dass auch Meldungen der Warnstufe 3 empfangen werden. Beim Warntag 2026 soll gegen 11:45 Uhr über die Warnkanäle und Endgeräte entwarnt werden, über die zuvor die Probewarnung verbreitet wurde.

Warum manche Smartphones keinen Alarm ausgeben

Cell Broadcast erreicht nicht jedes Mobiltelefon. Das Gerät muss eingeschaltet sein, darf sich nicht im Flugmodus befinden und benötigt Verbindung zu einer funktionierenden Mobilfunkzelle.

Bei Smartphones nennt das BBK außerdem ein installiertes Betriebssystem-Update ab Android 11 beziehungsweise iOS 16.1. Vor allem bei älteren Geräten kann die nötige Unterstützung fehlen, wenn Hersteller keine entsprechenden Updates mehr bereitstellen.

Wer am 10. September keine Cell-Broadcast-Warnung erhält, sollte deshalb zunächst Gerät, Softwarestand und Warn-Einstellungen prüfen. Eine ausgebliebene Meldung bedeutet nicht zwangsläufig, dass das bundesweite System ausgefallen ist.

Warum Deutschland weiterhin Sirenen und Warn-Apps braucht

Die Zahlen des Warntags 2025 zeigen den Nutzen verschiedener Warnwege recht anschaulich. Cell Broadcast lag mit 73 % zwar vorn. Warn-Apps erreichten 67 % der Befragten und Sirenen 65 %. Über mindestens einen Warnkanal wurden dagegen 97 % erreicht.

Die Systeme haben unterschiedliche Stärken. Cell Broadcast erreicht viele kompatible Mobiltelefone ohne vorherige Installation. Warn-Apps können umfangreichere Informationen liefern. Sirenen erzeugen einen starken Weckeffekt, vermitteln für sich genommen aber nur wenig Information.

Auch spezialisierte Warnsysteme stoßen an ähnliche Grenzen. Bei Lawinen etwa erfassen heute Radar, Infraschall, seismische Sensoren und Glasfasersysteme Gefahren – die Messung allein schützt jedoch niemanden. Wie solche modernen Lawinenwarnsysteme funktionieren und wo ihre Grenzen liegen, haben wir ausführlich beschrieben.

Beim Bevölkerungsschutz kommt noch die Verfügbarkeit der Infrastruktur hinzu. Mobilfunk benötigt funktionierende Basisstationen, Warn-Apps zusätzlich eine Datenverbindung. Ein länger dauernder Stromausfall kann deshalb auch Kommunikationsnetze beeinträchtigen. ingenieur.de hat am Beispiel des Berliner Stromausfalls von Januar 2026 untersucht, wie empfindlich kritische Infrastruktur auf solche Ausfälle reagieren kann.

Wer ist für den Warntag verantwortlich?

Der Bundesweite Warntag wird gemeinsam von Bund, Ländern und Kommunen vorbereitet. Auf Bundesebene ist das BBK zuständig. Auf Landesebene übernehmen in der Regel die Innenministerien entsprechende Aufgaben, auf kommunaler Ebene meist die für den Katastrophenschutz zuständigen Behörden.

Der Test soll deshalb nicht nur zeigen, ob ein Smartphone piept oder eine Sirene funktioniert. Geprüft wird die gesamte Kette: von der Auslösung einer Meldung über ihre technische Verteilung bis zur Warnung der Bevölkerung.

Wer keine Warnung bekommt, kann das dem BBK melden

Nach dem Warntag startet erneut eine bundesweite Bevölkerungsbefragung. Vom 10. bis 17. September 2026 können Bürgerinnen und Bürger dem BBK mitteilen, welche Warnungen sie erhalten haben und wie sie den Warntag erlebt haben.

Die Ergebnisse helfen dabei, Unterschiede zwischen den Warnkanälen zu erkennen und den nächsten Warntag vorzubereiten.

Am 10. September lässt sich deshalb mit einem einfachen Blick aufs eigene Smartphone einiges überprüfen: Kommt um 11 Uhr die Warnung an? Welche weiteren Warnmittel sind am eigenen Standort zu hören oder zu sehen? Und folgt gegen 11:45 Uhr auch die Entwarnung?

Quellen



Ein Beitrag von:

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