Anzeige

Biogas: Mehr Effizienz notwendig

24. Juni 2011

„Biogas – Energieträger der Zukunft“ – so lautete das Motto der Fachtagung des VDI-Wissensforums, die vor Kurzem in Braunschweig stattfand. Als flexibelster unter den erneuerbaren Energieträgern könnte Biogas in der Tat einen wichtigen Beitrag zur Integration der fluktuierenden Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie leisten. Doch um bedarfsgerecht Strom erzeugen zu können, müssen noch einige technologische Herausforderungen bewältigt werden. Zudem muss der Biogasprozess noch effizienter werden.
Anzeige
Anzeige


Das verfügbare Potenzial an Abfall- und Reststoffen für die Vergärung zur Biogaserzeugung ist begrenzt. Daher wird auch weiterhin das Vergären von Energiepflanzen eine tragende Rolle der Biogaserzeugung sein. Allerdings wird die geplante Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) den Einsatz von Mais und Getreidekorn auf 50 % des Substratanteils beschränken.

Andere Einsatzstoffe, etwa Heu, besitzen einen hohen Gehalt an Lignocellulose. Diese ist für die Bakterien im Fermenter nur schwer aufzuschließen. Um ihnen die Arbeit zu erleichtern, wird intensiv an Aufbereitungsverfahren gearbeitet. Der Aufschluss kann auf mechanischem Wege durch Zerkleinern und Quetschen des Substrates in Querstromzerspanern und Dissolvern erfolgen.

Anzeige
Anzeige

Elektrokinetische Desintegration macht Biogas-Produktion effizienter

In der Praxis wird bereits die elektrokinetische Desintegration realisiert: Dabei fließt das Substrat durch ein Rohrleitungssystem, in dem ein Hochspannungsfeld anliegt. Die Zellmembranen werden im Hochspannungsfeld verformt, bis sie durchlässig werden. Der freigesetzte Zellinhalt kann dann zur Gaserzeugung genutzt werden.

Neu ist das Lignin-Extraktionsverfahren. Mit ihm können faserige Pflanzenbestandteile und sogar Holz vergoren werden, versprach Friedrich Streffler, Gründer der Firma Maxbiogas. Mit dem von ihm entwickelten LX-Verfahren wird das Lignin chemisch aus dem pflanzlichen Substrat abgetrennt. Letzteres wird dann weiter in der Biogasanlage abgebaut.

Je nach Methode und Substrat lasse sich eine bis zu 40 % höhere Methanausbeute erzielen, bewertete Peter Weiland vom Johann Heinrich von Thünen-Institut den Nutzen alternativer Aufbereitungsverfahren. Allerdings würden sich die Verfahren im Energiebedarf deutlich unterscheiden. Betreiber sollten daher „überprüfen, ob der finanzielle Mehraufwand durch den Mehrertrag an Biogas ökonomisch gerechtfertigt ist.“

Anzeige
Anzeige

Eine durchschnittliche Biogas-Anlage produziert 500 kW Strom

Investitionen in zusätzliche Kapazitäten wie Gasspeicher und Blockheizkraftwerke (BHKW) sind nötig, um die Stromproduktion stärker am Bedarf ausrichten zu können. Aufgrund der Vergütungsstruktur des derzeit geltenden EEG hat die durchschnittliche Biogasanlage eine Leistung von rund 500 kW. Bei einer Verdoppelung der installierten Leistung sind je Anlage Investitionen von 650 000 € notwendig, rechnete Uwe Holzhammer vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) vor.

Der Betriebskostenaufwand sei bei einer steuerbaren Stromproduktion aus Biogas höher als bei einer kontinuierlichen Erzeugung. Das derzeit geltende EEG biete den Anlagenbetreibern weder einen finanziellen Anreiz noch die notwendige Investitionssicherheit für diese Betriebsart. Das EEG 2012 werde aber den richtigen Impuls dafür setzen, meinte Holzhammer.

Anzeige
Anzeige

Viele Biogasanlagen werden heute schon nicht mehr nach dem derzeitigen Stand der Technik betrieben. Elmar Fischer vom Deutschen Biomasse-Forschungszentrum (DBFZ) in Leipzig führt die wesentlichen Defizite auf eine falsche Dimensionierung der Anlage zurück, vor allem aber auf eine schlechte Substratausnutzung und ungenügende Wärmenutzung. Durch eine Steigerung der biologischen Abbauleistung und der Wärmenutzung könnte der Gesamtwirkungsgrad der Biogaserzeugung mittelfristig auf über 50 % gesteigert werden, ist sich Fischer sicher.

Vor allem durch nicht abgedeckte Gärrestlager und bei der Gasverwertung wurden bei Untersuchungen relevante Methanemissionen festgestellt, berichtet Fischer. Nennenswerte Mengen Methan gehen als sogenannter „Schlupf“ bislang auch bei der Aufbereitung von Biogas in Erdgasqualität verloren. Dafür müssen zuvor vor allem Kohlendioxid (CO2) und Nebenbestandteile wie Schwefelwasserstoff und Wasserdampf abgetrennt werden.

Biogas-Produktion: Alternativen bei der Gasaufbereitung nutzbar machen

Der Einsatz von Membranen könnte als Alternative zu den etablierten Aufbereitungsverfahren die Gasaufbereitung einfacher und robuster machen. Mit nur einem Kompressionsschritt könnte eine nahezu vollständige Trennung von Methan und CO2 erfolgen. Erste Pilotanlagen sind bereits in Betrieb.

Das Prinzip beruht darauf, dass Hohlfäden aus Spezialkunststoffen oder Keramik in einem Modul zusammengefasst werden und in einem Rohr durch das Gasgemisch unter Druck gesetzt werden. Durch die Druckdifferenz dringt das CO2 durch die Membran, während das Methan zurückgehalten wird.

Vorteile der neuen Biogas-Aufbe-
reitungsverfahren sind eine hohe Methanausbeute. Zudem ist das Methan trocken und steht bereits unter Druck, wodurch Kosten für die Verdichtung eingespart werden können. Denn bislang sind noch Aufbereitungsstationen erforderlich, in denen das Biogas verdichtet, gekühlt und aufbereitet wird. 



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

Junior Projektingenieur Papierverarbeitung (m/w/d)
Fripa Papierfabrik Albert Friedrich KG

03.10.2026
Miltenberg
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST AG

03.10.2026
Düsseldorf
Ingenieur:in Explosionsschutz als Fachleiter:in
TÜV NORD CERT GmbH

03.10.2026
Essen
Bauüberwacher (m/w/d) Straßenverkehrsanlagen
Bundesagentur für Arbeit - Vössing Ingenieurgesellschaft mbH

03.10.2026
Stuttgart
Bauingenieur/-in (m/w/d)
Bundesagentur für Arbeit - Landeshauptstadt Stuttgart

03.10.2026
Stuttgart
Technische/r Projektmitarbeiter/in (m/w/d) – Bauwesen / Projektkoordination
Bundesagentur für Arbeit - Dr. Kerner GmbH & Co. KG

03.10.2026
Stuttgart
Junior Bauüberwacher:in Oberbau / Konstruktiver Ingenieurbau (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Köln
Senior Ingenieur:in Leit- und Sicherungstechnik im Großprojekt Rhein-Ruhr-Express (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Duisburg
Junior Bauingenieur:in als Bezirksleiter:in Fahrbahn (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Aachen, Bonn, Köln, Troisdorf
Projektleiter (m/w/d) Industriebau
MEGGLE GmbH & Co. KG

03.10.2026
Wasserburg
Projektingenieur Elektrotechnik (w/m/d)
Infraserv GmbH & Co. Höchst KG

03.10.2026
Frankfurt am Main
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST Ingenieure GmbH & Co. KG

04.10.2026
Bielefeld
Senior Projektingenieur (m/w/d) – EMSR-Technik – Projektmanagement
REUTERS INGENIEUR GmbH

04.10.2026
Hofheim
Technische*r Angestellte*r (Techniker*in oder Ingenieur*in) Werkstofftechnik, Physiktechnik, Maschinenbau
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP)

04.10.2026
Garching
Ingenieurin (m/w/d) / Techniker (m/w/d) der Mess- und Regelungstechnik für Gebäudeautomation
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH)

04.10.2026
Eutin, Lübeck
Leitung Entwicklung (w/m/d) Mechatronische Systeme / Industrielle Sicherheits- und Automatisierungstechnik
Bernstein AG

04.10.2026
Porta Westfalica
Planungsingenieur (w/m/d) und Projektsteuerung – Verkehrsinfrastruktur und Gleisplanung
Ruhrbahn GmbH

04.10.2026
Essen
Gruppenleiter:in Automatisierungstechnik
TraveNetz GmbH

04.10.2026
Lübeck
Bauleiter (m/w/d) Rohrsanierung / Kanalsanierung
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG

04.10.2026
München, Neumarkt in der Oberpfalz, Nürnberg, Regensburg
Vertriebsingenieur / Projektingenieur (m/w/d) im Außendienst – Südbayern
DEPRAG SCHULZ GMBH u. CO. KG

04.10.2026
verschiedene Einsatzorte

Weitere Artikel



Events des Monats



Firmenprofile

Ludwigshafen am Rhein
Anzeige
Anzeige