Anzeige

Asteroid 2024 YR4: Risiko eines Einschlags nur noch gering

26. Februar 2025

Asteroid rast auf Erde zu
Kann der Asteroid Asteroid 2024 YR4 (Symbolbild) im Jahr 2032 auf die Erde treffen? Die Nasa hat die Wahrscheinlichkeit auf 3,1 % erhöht. Foto: PantherMedia /
meteor
Nachdem die Gefahr eines Einschlags zwischenzeitlich bei 3 % lag, ist das Risiko inzwischen fast nicht mehr messbar.
Anzeige
Anzeige


Neue Beobachtungen des Asteroiden 2024 YR4 mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) sowie anderen Observatorien haben das Risiko eines Einschlags auf der Erde im Jahr 2032 nahezu ausgeschlossen. Zuvor war die Wahrscheinlichkeit auf bis zu 3 % gestiegen – der höchste Wert, der je für einen größeren Asteroiden gemessen wurde. Die präzisen Messungen des VLT ermöglichten eine genauere Berechnung seiner Umlaufbahn, wodurch sich das Einschlagrisiko zunächst erhöhte, dann aber rasch sank.

Der Asteroid wurde Ende 2023 entdeckt und aufgrund seiner Größe von 40 bis 90 Metern sowie der potenziellen Kollisionsgefahr an die Spitze der ESA-Risikoliste gesetzt. Astronominnen und Astronomen weltweit beobachteten ihn intensiv, um seine Bahn weiter einzugrenzen. Am 18. Februar erreichte die Einschlagwahrscheinlichkeit mit 3 % ihren Höchstwert, doch bereits einen Tag später wurde das Risiko durch neue VLT-Daten halbiert. Inzwischen liegt es bei nur noch 0,001 %, sodass ein Einschlag praktisch ausgeschlossen werden kann.

Anzeige
Anzeige

Die Forschungsergebnisse verdeutlichen, wie wichtig hochpräzise Teleskope wie das VLT sind. Allerdings ist dessen Leistungsfähigkeit durch das industrielle Megaprojekt INNA in Chile bedroht, das zu erheblicher Lichtverschmutzung führen könnte. Dies würde die Fähigkeit zur Beobachtung lichtschwacher Objekte wie 2024 YR4 stark beeinträchtigen und potenziell gefährliche Asteroiden schwieriger erkennbar machen.

Inhaltsverzeichnis

Ein gefährlicher Brocken mit unberechenbarer Flugbahn

2024 YR4 wurde erst Ende 2024 entdeckt, befand sich aber zwischenzeitlich an der Spitze der Liste potenziell gefährlicher Himmelskörper. Der Asteroid misst zwischen 40 und 90 Metern und bewegt sich auf einer stark elliptischen Bahn um die Sonne. Dabei kreuzt er sowohl die Erdbahn als auch die Umlaufbahn des Mars. Während sich sein erdnächster Punkt außerhalb der direkten Gefahrenzone befindet, besteht das Risiko, dass sich seine Bahn durch gravitative Wechselwirkungen mit anderen Himmelskörpern leicht verändert. Diese Unsicherheiten erschweren die Berechnungen, sodass neue Beobachtungsdaten entscheidend sind.

Wäre 2024 YR4 tatsächlich auf der Erde eingeschlagen, hätte er eine Großstadt zerstören und Druckwellen auslösen können, die in einem Radius von bis zu 50 Kilometern schwere Schäden verursachen. Vergleichbare Einschläge in der Vergangenheit haben gezeigt, dass Himmelskörper dieser Größenordnung verheerende lokale Auswirkungen haben können. Ein Beispiel ist das Tunguska-Ereignis im Jahr 1908, bei dem eine Explosion einen riesigen Wald in Sibirien verwüstete.

Anzeige
Anzeige

Entdeckung und aktuelle Beobachtungen

Der Asteroid wurde am 27. Dezember 2024 mit dem ATLAS-Warnsystem entdeckt, einem automatisierten Teleskopnetzwerk der Nasa und der Universität Hawaii. ATLAS ist darauf spezialisiert, erdnahe Objekte zu identifizieren, die sich mit hoher Geschwindigkeit über den Himmel bewegen. Seit seiner Entdeckung haben Forschende weltweit mehr als 144 Beobachtungen registriert, um seine Flugbahn genauer zu bestimmen.

Bisher lässt sich die Position des Asteroiden im Dezember 2032 nur auf etwa eine Million Kilometer eingrenzen. Das bedeutet, dass die Erde sich entweder innerhalb oder knapp außerhalb dieser Zone befinden könnte. Je mehr Beobachtungen gemacht werden, desto genauer kann die Bahn des Asteroiden bestimmt werden. Sollte sich die Erde innerhalb der berechneten Einschlagszone befinden, wären weitere Untersuchungen und mögliche Abwehrmaßnahmen notwendig.

Anzeige
Anzeige

Stufe 3 auf der Torino-Skala: Ein ernstzunehmendes Risiko

Das potenzielle Einschlagsrisiko von 2024 YR4 wird aktuell mit Stufe 3 auf der Torino-Skala bewertet. Diese Skala reicht von 0 bis 10 und beschreibt die Gefahr eines Asteroideneinschlags anhand der Eintrittswahrscheinlichkeit und der potenziellen Schäden. Stufe 3 bedeutet, dass eine Kollision nicht ausgeschlossen werden kann und lokale Zerstörungen verursachen würde. Dennoch erwarten Fachleute, dass sich die Risikobewertung mit besseren Daten nach unten korrigieren wird.

Zum Vergleich: Der Asteroid Apophis, der 2004 zunächst als potenziell gefährlich eingestuft wurde, erreichte Stufe 4 auf der Skala, bevor sich das Risiko durch präzisere Berechnungen als deutlich geringer herausstellte. Die meisten Objekte, die kurzfristig als gefährlich eingestuft werden, erweisen sich nach genaueren Untersuchungen als harmlos.

Geplante Beobachtungen mit dem James-Webb-Teleskop

Da die Unsicherheit über die genaue Größe des Asteroiden groß ist, wird das James-Webb-Teleskop ihn Anfang März mit seiner Infrarotkamera untersuchen. Dies ermöglicht eine genauere Schätzung des Durchmessers und der Zusammensetzung des Objekts. Der Vorteil von Infrarotmessungen liegt darin, dass sie unabhängig von der Oberflächenbeschaffenheit des Asteroiden sind und genauere Rückschlüsse auf seine tatsächliche Größe zulassen.

Eine zweite Messung ist für Mai geplant, um seine Flugbahn weiter zu verfeinern. Die gewonnenen Daten könnten entscheidend sein, um festzustellen, ob 2024 YR4 tatsächlich eine Bedrohung für die Erde darstellt oder nicht.

Was passiert, wenn ein Einschlag droht?

Hätte sich das Risiko eines Einschlags nicht verringert, könnten internationale Raumfahrtorganisationen Maßnahmen zur Ablenkung des Asteroiden ergreifen. Zwei UN-Gremien, das International Asteroid Warning Network (IAWN) und die Space Mission Planning Advisory Group (SMPAG), analysieren bereits Notfallpläne. Mögliche Abwehrmaßnahmen umfassen:

  • Kinetischer Impaktor: Eine Raumsonde könnte den Asteroiden gezielt rammen und seine Bahn verändern. Diese Methode wurde 2022 mit der DART-Mission erfolgreich getestet.
  • Schwerkraft-Traktor: Eine Raumsonde könnte den Asteroiden langsam aus der Bahn ziehen, indem sie mit ihrer eigenen Masse eine minimale, aber kontinuierliche Anziehungskraft ausübt.
  • Nukleare Ablenkung: Eine Atomexplosion nahe des Asteroiden könnte seinen Kurs beeinflussen. Diese Methode ist jedoch umstritten und völkerrechtlich heikel.


Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige