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Volltreffer beim ersten Versuch: Geologen entdecken weißen Wasserstoff

21. Januar 2026

Volltreffer beim ersten Versuch: Geologen entdecken weißen Wasserstoff
Ölbohrturm im chinesischen Xinjiang. Die Suche nach weißem Wasserstoff funktioniert mit ähnlicher Technologie. Foto: picture alliance / Xinhua News Agency | Xiao Yijiu
Ein kanadisches Unternehmen hat direkt bei seiner ersten Bohrung natürlichen Wasserstoff gefunden. Ist das der Beginn eines neuen Rohstoff-Booms?
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Es klingt wie eine Geschichte aus der Frühphase des Erdöl-Booms im 19. Jahrhundert: Ein Unternehmen bohrt nach einem Rohstoff… und wird sofort fündig.

Genau das ist jetzt in Kanada passiert. Das Unternehmen Max Power hat in der Provinz Saskatchewan den landesweit ersten Fund von natürlichem Wasserstoff gemeldet (auch „weißer Wasserstoff“ genannt). Bei der Bohrung am Ort Central Butte, etwa 140 km südlich von der Stadt Saskatoon, stießen die Geologen nach eigenen Angaben auf Wasserstoffkonzentrationen von bis zu 28,6 %.

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Das ist aus mehreren Gründen interessant. Zum einen zeigt es, dass die gezielte Suche nach weißem Wasserstoff begonnen hat. Und zum anderen, dass sie erfolgreich sein kann.

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Wie das Gas geborgen wurde

Der Erfolg der Bohrung hat die Beteiligten überrascht: „Solche Ergebnisse bei einer ersten Testbohrung zu erzielen, ist statistisch höchst unwahrscheinlich“, erklärte Max Power-Chef Ran Narayanasamy in einer Pressemitteilung. Möglich sei dies nur mit einem „gut entwickelten System“.

Nach der Bohrung in eine 8 m dicke Gesteinsschicht strömte das Gas von selbst an die Oberfläche, ein Indiz für hohen Druck und gute Durchlässigkeit im Reservoir. Neben Wasserstoff fanden die Geologen auch Helium in Konzentrationen von bis zu 8,7 %, das sich potenziell als Nebenprodukt vermarkten lässt. Drei unabhängige Labore haben laut Max Power die Messwerte bestätigt.

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Die Fundstelle liegt am sogenannten Genesis Trend, einem 475 km langen geologischen Korridor. Er zieht sich von Saskatchewan bis zu den US-Bundesstaaten Montana und North Dakota. Das kanadische Unternehmen hat dort nach eigenen Angaben bereits Flächen von rund 5.300 km² unter Lizenz – etwa doppelt so groß wie das Saarland. Weitere 23.000 km² seien beantragt.

So funktioniert die Suche

Die Suche nach weißem Wasserstoff erinnert auf den ersten Blick tatsächlich an die frühen Tage der Ölindustrie. Der Unterschied: Statt „blind“ zu bohren, nutzen Geologen heute Computermodelle und KI zur Identifikation vielversprechender Standorte. Max Power entwickelt etwa mit „MAXX LEMI“ ein KI-gestütztes Erdmodell, das geologische Daten auswertet und Zielgebiete vorschlägt.

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Forschende der Universitäten Oxford, Durham und Toronto haben kürzlich definiert, welche Bedingungen für einen Fund zusammenkommen müssen: das richtige Gestein, Kontakt mit Wasser, undurchlässige Deckschichten und die Abwesenheit von Mikroben, die den Wasserstoff vorher auffressen.

Professor Chris Ballentine von der Universität Oxford vergleicht die Suche mit dem Backen eines Soufflés: „Wenn eine der Zutaten, die Mengen, der Zeitpunkt oder die Temperatur nicht stimmen, wird man enttäuscht sein.“

Die weltweite Suche hat begonnen

Der kanadische Fund reiht sich in eine Serie von Entdeckungen weltweit ein. Eine Auswahl:

  • In Albanien fanden Forschende in einer Chrommine Wasserstoffkonzentrationen von 84 %. Jährlich strömen dort mindestens 200 t aus dem Boden.
  • In Mali wird seit Jahren Wasserstoff aus Grünsteingürteln gefördert. Bislang ist es eine der wenigen Stätten mit kommerzieller Nutzung.
  • In Südaustralien besitzt der Gawler-Kraton günstige geologische Bedingungen und zieht Explorationsunternehmen an.
  • In Spanien plant das Startup Helios Aragon Bohrungen in den Pyrenäen.
  • In den USA gelten die Ostküste und ein vulkanischer Graben im Mittleren Westen als vielversprechend.

Günstiger als grüner Wasserstoff?

Der größte Trumpf des weißen Wasserstoffs ist der Preis. Während grüner Wasserstoff derzeit etwa 16,5 ct pro kWh kostet, könnte natürlicher Wasserstoff laut Schätzungen bei unter 2 ct liegen.

Vorsicht vor zu viel Euphorie

Bei aller Aufbruchstimmung ist Skepsis angebracht. Max Power ist ein börsennotiertes Unternehmen mit Interesse an steigenden Kursen. Die gemeldeten 28,6 % Wasserstoff stammen aus Kernproben, bei Fließtests lagen die Werte bei 17 bis 19 %.

In den nächsten Monaten wollen die Kanadier eine 3D-Seismik-Untersuchung und eine Bestätigungsbohrung durchführen. Ob sich das Vorkommen kommerziell nutzen lässt, muss sich dann noch zeigen. Gewissermaßen gilt das für die ganze Branche. Die wissenschaftlichen Grundlagen sind lückenhaft, die Explorationsmethoden jung.

Aber: Potenziell ließe sich mit dem Wasserstoff aus der Erde viel Geld verdienen, und das mit niedrigerem Aufwand als bei der Produktion von grünem Wasserstoff per Elektrolyse. Der alte Erdöl-Slogan „Drill, Baby, drill“ könnte bald eine ganz neue Bedeutung bekommen.



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