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Der nächste Heizkosten-Schock: Wo ab 2028 der neue EU-CO2-Preis am stärksten trifft

22. Januar 2026

Symbolbild CO2 und Heizen
Ab 2028 gibt es einen EU-weiten CO2-Preis, der sich auch aufs Heizen auswirkt. Für wen das am teuersten wird, hat die Bertelsmann-Stiftung ausgerechnet. Foto: Smarterpix/Heroc
Ab 2028 gibt es einen EU-weiten CO₂-Preis, der sich auch aufs Heizen auswirkt. Für wen das am teuersten wird, hat die Bertelsmann Stiftung ausgerechnet.
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2028 wird es EU-weit einen einheitlichen CO₂-Preis für den Gebäude- und Verkehrssektor geben. Die Folge für wahrscheinlich die meisten von uns: Die Heizkosten von über 180 Mio. Haushalten in der EU ändern sich. Sinn der Sache: Wie auch schon den Energieversorgern, der Industrie oder dem Luftverkehr soll diese Bepreisung von Treibhausgasen auch den anderen Bereichen der Wirtschaft und uns Verbrauchern einen Anreiz geben, weniger fossile Brennstoffe zu nutzen.

Die Bertelsmann Stiftung hat am 22. Januar 2026 dazu eine Studie veröffentlicht. Sie hat ausrechnet, welche Europäer wie betroffen sind. Und die Auswirkungen sind unterschiedlich: In vielen Ländern, so auch in Deutschland, dürften die zusätzlichen Belastungen begrenzt sein. Wer in Skandinavien wohnt, zahlt vielleicht sogar weniger. In einigen mittel- und osteuropäischen Regionen aber dürften die Menschen deutlich mehr fürs Heizen zahlen. Der Grund hinter all dem: Der Stand des Klimaschutzes in dem Land, in dem die Menschen wohnen, spiegelt sich in den Preisen wider.

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Inhaltsverzeichnis

Warum ändern sich 2028 in der EU die Kosten fürs Heizen?

Wohngebäude verursachen rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen in der EU. Ähnlich wie in Deutschland. Bisher sinken die Emissionen im Gebäudebereich nicht schnell genug, um die von der EU gesteckten Klimaziele zu erreichen. Auch das ist in Deutschland nicht anders.

Damit sich da etwas tut, sprich, damit Wirtschaft und Verbraucher mehr tun für den Klimaschutz, werden diese Gruppen jetzt Teil des Emissionshandelssystems der Europäischen Union, kurz EU-ETS (ETS: Emission Trading Scheme). Das bisherige ETS bekommt eine Erweiterung, das sogenannte ETS2, auf den Gebäudesektor. Es soll Anreize schaffen, Heizungen zu modernisieren, Gebäude energetisch zu sanieren und Emissionen langfristig zu senken.

Wie verschieden wirkt sich der neue CO₂-Preis auf die Heizkosten in der EU aus

Der neue einheitliche Preis für CO₂-Emissionen beim Heizen in der EU wird sich auf die Haushalte in Europa sehr unterschiedlich auswirken, so das Ergebnis der Studie. Die Forscher nehmen an, dass der in Auktionen ermittelte Preis 2028 bei 60 €/t CO₂ liegt. In Deutschland und anderen west- und nordeuropäischen Mitgliedstaaten, wo es bereits jetzt einen CO₂-Preis im Gebäudebereich gibt, würden die Kosten bei einem zu erwartenden Einstiegspreis von etwa 60 €/t CO₂ durchschnittlich um 17 € pro Jahr und Haushalt steigen. In Portugal, Irland, Dänemark und Schweden könnte das Heizen sogar billiger werden, weil der CO₂-Preis dort schon jetzt oberhalb von 60 €/t CO₂ liegt.

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Wesentlich tiefer müssen wohl die Menschen in Polen, Ungarn, der Slowakei und in weiteren osteuropäischen Staaten in die Taschen greifen. Zum einen sei die Dekarbonisierung des Gebäudesektors noch nicht weit vorangeschritten, so die Bertelsmann-Stiftung; zum anderen gebe es noch keinen CO₂-Preis. Und es treffe dort Haushalte, die über geringere Einkommen verfügen, sodass die EU-weite Einführung einen sehr viel größeren Effekt hätte. „Entsprechend würde ein ETS2-Preis in Höhe von 60 €/t CO₂ das Heizen für einen Haushalt dort um im Durchschnitt zwischen 100 € und rund 400 € pro Jahr verteuern“, so die Stiftung in einer Mitteilung.

Politik muss stark Betroffene unterstützen – milliardenschwerer Fonds geplant

Wer in der EU nach 2028 weiter mit Kohle, Öl und Gas heizt, wird zur Kasse gebeten. Laut Bertelsmann-Stiftung hängen die Mehrkosten vor allem davon ab, wie viel heute schon für den Klimaschutz beim Heizen getan wird. Am stärksten belastet werden vor allem ärmere Haushalte, die heute noch alte Heizsysteme haben und denen auch Geld fehlt, auf neue umzusteigen.

Für die meisten europäischen Haushalte sei die Einführung des CO₂-Preises im Gebäudesektor gut verkraftbar, so die Stiftung. Damit aber stark betroffene Haushalte nicht überlastet werden, brauche es effektive und treffgenaue Kompensationsmechanismen.

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Damit Haushalte und kleine Unternehmen nicht überlastet werden, soll ein milliardenschwerer Klima-Sozialfonds geschaffen werden, der aus den Einnahmen des CO₂-Preises gespeist wird. Dazu müssten die EU-Mitglieder nationale Klima-Sozialpläne vorlegen, in denen sie aufzeigen, wie sie das Geld verwenden wollen.

Zudem sei es nötig, den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen staatlich zu fördern. „Entscheidend für die Verbindung von Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit ist, dass Fördermittel und Entlastungen dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden“, sagt Sara Hagemann, Wirtschaftsexpertin der Bertelsmann Stiftung. „Die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung reichen aus, um die unmittelbaren Mehrbelastungen für besonders betroffene Haushalte abzufedern.“

Ärmere Haushalte in Teilen stark belastet

Steigende Heizkosten treffen in allen EU-Mitgliedstaaten Haushalte mit niedrigem Einkommen stärker, da für sie das Heizen als Kostenpunkt mehr ins Gewicht fällt, erläutert die Stiftung. Schaut man sich die 10 % der Haushalte an, die, gemessen an ihrem Einkommen, die größten Mehrbelastungen durch den ETS2 erfahren, dann verfügen diese Menschen nur über die Hälfte des Durchschnittlichseinkommens der Gesamtbevölkerung. Besonders viele Menschen aus dieser Bevölkerungsgruppe wohnen in Einfamilienhäusern, ein großer Teil der Haushaltsmitglieder seien weiblich und/oder im Rentenalter. „Diese Haushalte befinden sich besonders häufig in der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Polen“, so die Studie.

In Deutschland war bereits 2021 ein CO₂-Preis für Tanken und Heizen eingeführt worden. 2026 soll der Preis pro Tonne CO₂ hierzulande in einem Korridor zwischen 55 € und 65 € liegen.

Mit Material von dpa



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