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5,3 Millionen Erwerbstätige wollen ihre Arbeitszeit ändern

04. September 2026

Arbeitszeit Symbolbild mit der Uhr
Wie viel Arbeit ist genug? Millionen Beschäftigte wünschen sich eine andere Wochenarbeitszeit. Foto: PantherMedia / Rawpixel
5,3 Millionen Beschäftigte wollen ihre Arbeitszeit ändern: Die meisten wünschen kürzere Arbeitszeiten, während 1,5 Millionen mehr arbeiten würden.
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Weniger arbeiten und dafür auf einen Teil des Gehalts verzichten? Für viele Beschäftigte in Deutschland ist das offenbar eine Option. Rund 5,3 Millionen Erwerbspersonen wünschen sich eine Veränderung ihrer Arbeitszeit. Das zeigen erste Ergebnisse des Mikrozensus 2025 des Statistischen Bundesamtes (Destatis).

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Wer weniger arbeiten möchte, kommt derzeit im Schnitt auf 40,9 Stunden pro Woche. Gewünscht sind 10,5 Stunden weniger. Die angestrebte Wochenarbeitszeit liegt damit bei rund 30,4 Stunden.

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Bei denjenigen, die gerne mehr arbeiten würden, sieht es umgekehrt aus: Sie arbeiten derzeit durchschnittlich 26,2 Stunden pro Woche und möchten ihre Arbeitszeit ebenfalls um 10,5 Stunden erhöhen. Damit kämen sie auf rechnerisch rund 36,7 Wochenstunden.

Insgesamt zeigt sich damit eine deutliche Diskrepanz zwischen tatsächlich geleisteter und gewünschter Arbeitszeit. Während Millionen Erwerbstätige ihre Arbeitszeit reduzieren möchten, gibt es zugleich eine kleinere Gruppe, die gerne mehr arbeiten würde.

Millionen Beschäftigte wollen weniger arbeiten

Wie groß der Wunsch nach einer anderen Arbeitszeit ist, zeigt sich auch mit Blick auf die Gesamtzahlen. 3,8 Millionen Erwerbstätige möchten weniger arbeiten, darunter 3,3 Millionen Vollzeit- und 0,5 Millionen Teilzeitbeschäftigte.

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Umgekehrt würden 1,5 Millionen Menschen ihre Arbeitszeit gerne erhöhen. Davon arbeiten 1,1 Millionen derzeit in Teilzeit und 0,4 Millionen in Vollzeit.

Auch zwischen Männern und Frauen gibt es deutliche Unterschiede. Vollzeitbeschäftigte Männer arbeiten im Schnitt 41,1 Stunden pro Woche, Frauen kommen auf 39,6 Stunden. Bei Teilzeitbeschäftigten liegt die durchschnittliche Arbeitszeit von Frauen mit 22,1 Stunden dagegen über der von Männern mit 19,9 Stunden.

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Frauen in Vollzeit wünschen sich zudem häufiger eine Arbeitszeitreduzierung als Männer: 13,5 % gegenüber 10,3 %. Bei Teilzeitbeschäftigten ist das Bild umgekehrt. 10,4 % der Männer würden gerne mehr arbeiten, bei den Frauen sind es 7,4 %. Allerdings bedeutet weniger Arbeit zugleich weniger Gehalt.

Lesen Sie auch: Deutsche machen 49,5 Überstunden im Jahr und oft ohne Bezahlung

Arbeitszeitwünsche würden Wochenarbeitszeit leicht senken

Besonders interessant ist die rechnerische Gesamtwirkung der Arbeitszeitwünsche. Würden Beschäftigte ihre gewünschte Arbeitszeit tatsächlich umsetzen, würde die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in Deutschland um 0,6 Stunden beziehungsweise 36 Minuten sinken.

Ausgangspunkt sind gewöhnlich geleistete Wochenarbeitszeit von rechnerisch 34,7 Stunden, die Erwerbstätige 2025 im Durchschnitt arbeiteten. Bei der Berechnung berücksichtigt Destatis auch, dass eine Veränderung der Arbeitszeit mit einer entsprechenden Veränderung des Verdienstes einhergeht.

Der Wunsch nach weniger Arbeitszeit ist dabei kein neues Phänomen. Bereits der XING Arbeitsmarktreport 2024 zeigte, dass viele Beschäftigte ihre Arbeitszeit anders gestalten möchten. Damals lag die durchschnittliche Wochenarbeitszeit bei 34,4 Stunden. 49 % der Befragten wollten weniger arbeiten, während 9 % ihre Arbeitszeit gerne erhöhen würden.

Lesen Sie auch:„Die faulen Deutschen?“ im Faktencheck: Guido Zander über Arbeit, Mehrarbeit und Produktivität

48-Stunden-Woche stößt auf Ablehnung

Wie Beschäftigte auf eine deutliche Ausweitung ihrer Arbeitszeit reagieren, zeigt eine repräsentative Studie der IU. 73,5 % der Befragten erwarten negative Folgen einer 48-Stunden-Woche für ihr Leben.

Am häufigsten befürchten die Befragten weniger Zeit für Familie und Freunde (53,7 %), eine geringere Lebensqualität (51,7 %) sowie weniger Zeit für Hobbys und Sport (49,5 %). Auch gesundheitliche Folgen werden häufig genannt: 46,8 % sehen ein höheres Risiko für körperliche Probleme, 43,5 % für psychische Erkrankungen.

Mehr dazu lesen Sie im Beitrag: „Mehr arbeiten für Wohlstand? Großteil lehnt Mehrarbeit ab“.



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