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Kombiverkehr will Osteuropa-Potenziale erschließen

10. Februar 2012

Kombiverkehr will Osteuropa-Potenziale erschließen
Intermodale Verkehre in Ost-West-Richtung erleben einen großen Aufschwung.
Seit Mitte Januar verbinden erstmals Direktzüge von Kombiverkehr den Norden Italiens mit der Industrieregion im Osten der Tschechischen Republik und damit auch das südpolnische Industriezentrum rund um Kattowitz/Gleiwitz. Zunächst dreimal wöchentlich in jeder Richtung bietet das Unternehmen damit den intermodalen Transport von Sattelaufliegern im Kombinierten Verkehr zwischen Italien und Polen an.
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Der nach eigenen Angaben europaweit führende Operator für den intermodalen Verkehr (kombinierter Gütertransport über Straße- und Schiene) hat lange gezögert, nicht durch Deutschland führende Strecken von und nach Osteuropa aufzubauen. Doch die rasante Entwicklung der Wirtschaft in einigen Nachbarländern, vor allen in Polen, hat für die Kombiverkehr Deutsche Gesellschaft für kombinierten Güterverkehr, Frankfurt am Main, eine solche Relation nach Süden bis Verona mit entsprechendem Nachlauf bis an die Adria- und Mittelmeerhäfen nun lukrativ werden lassen.

Kombiverkehr profitiert von steigender Nachfrage nach Direktzügen zwischen Ost- und Südeuropa

„Neben den klassischen Nord-Süd-Verbindungen sind mehr und mehr Direktzüge zwischen Ost- und Südeuropa gefragt“, begründete Geschäftsführer Robert Breuhahn die Mitte Januar gestartete Direktzugverbindung zwischen Ostrava (Tschechien) und Verona (Italien). „Gemeinsam mit unseren Partnern Cemat, Mailand, und Bohemiakombi, Prag, haben wir deshalb mit diesem schnellen Direktzug eine Verbindung organisiert, die auf diese Nachfrage zugeschnitten ist und Transporteuren neue Möglichkeiten im Kombinierten Verkehr eröffnet.“

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Die neuen Zugverbindungen zwischen Ostrava und Verona sind für Kombiverkehr nicht die ersten in Osteuropa, deren Anfangs- und Zielbahnhof außerhalb Deutschlands liegen. Zu den Zügen, bei denen das auch der Fall ist, gehören beispielsweise Verbindungen zwischen Wien und Ungarn. Breuhahn: „Wir sehen die Chance, dass Kombinierte Verkehre in diesen Ländern im Durchschnitt zweistellig wachsen.“

Das hat nach Ansicht des Kombiverkehr-Geschäftsführers zum einen mit dem generellen Wirtschafts- und Transportwachstum zu tun, das in diesen Ländern höher ist als in Westeuropa, zum anderen hatte das Unternehmen in den letzten Jahren durch Qualitätsprobleme in Osteuropa auch an Boden verloren. „Das trifft beispielsweise auf Polen zu, wo wir nach Umstellung des Transportkonzepts und klaren Qualitätsverbesserungen im vergangenen Jahr jetzt auch wieder deutlich steigende Verkehrszahlen verzeichnen“, so Breuhahn.

Kombiverkehr: Direktzüge von Tschechien nach Italien verkehren drei Mal wöchentlich

Zwischen Tschechien und Italien gibt es zunächst drei Abfahrten wöchentlich. Bei Abfahrten am Mittwoch und Freitag in Verona, beziehungsweise Montag und Mittwoch in Ostrava erreichen die Züge jeweils direkt am nächsten Tag in den frühen Morgenstunden ihr Ziel. Am Wochenende wurden laut den Unternehmensangaben die Fahrpläne so gestaltet, dass bei Abfahrt am Freitag oder Samstag die Sendungen spätestens am Montagmorgen ab 6 Uhr abholbereit im Zielbahnhof zur Verfügung stehen.

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An den beiden Endterminals können mit fahrbaren Portalkränen Wechselbrücken und Standard-Container verladen werden, ebenso ist der Transport von Sattelaufliegern möglich. Die Kapazität beträgt derzeit 180 Lkw-Ladungen oder 40 Fuß-Container je Richtung und Woche. Die Traktion des neuen Zuges wird komplett von privaten Eisenbahnunternehmen übernommen. Auf italienischer Seite bis zum Brenner ist das Unternehmen RTC zuständig, auf österreichischer und deutscher Seite die Münchener Lokomotion und im tschechischen Teil das dort beheimatete Unternehmen AWT.

„Wir ermöglichen mit einer neuen Strecke durch die Vernetzung unseren Kunden eine Vielzahl effizienter Verbindungen im Kombinierten Verkehr“, so Breuhahn. Dabei ergeben sich an Knotenpunkten durch Umsteigen noch zahlreiche Möglichkeiten für weitere Ziele. So können beispielsweise im Terminal Quadrante Europa in Italien die Sendungen aus Osteuropa direkt auf Züge nach Bologna, Nola und über Bari sogar bis ins griechische Patras weiterverladen werden. Gleichzeitig haben Ladungen aus Süditalien Anschluss an den Direktzug nach Ostrava. Das an der Grenze zu Polen gelegene Terminal erschließt nicht nur die nordöstliche Industrieregion in Tschechien, sondern auch die südpolnischen Industrieregionen Schlesiens bis nach Krakau.

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Osteuropa stellt politische Weichen in Richtung kombinierter Verkehr

Güterverkehrswachstum in Richtung Osteuropa verspricht sich Breuhahn auch davon, dass die politischen Weichen dort zunehmend in Richtung Kombinierter Verkehr gestellt werden. Um die Zahl kranbarer Sattelauflieger zu erhöhen, fördere beispielsweise die tschechische Regierung die Anschaffung dieser für den Kombinierten Verkehr geeigneten Fahrzeuge.

Das Wachstum in Osteuropa werde jedoch Schritt für Schritt erfolgen. Breuhahn: „Kombiverkehr startet einen neuen Zug erst dann, wenn eine gewisse Grundauslastung von unseren Kunden sichergestellt wird. Damit ist in der Regel noch nicht die Profitabilitätsschwelle eines Zuges erreicht.“ Das Risiko, das Kombiverkehr trägt, werde deshalb mit den lokalen Partnern geteilt, um Spediteuren Trasse, Traktion und Waggonmaterial zur Verfügung stellen zu können.



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