Anzeige

17 Milliarden Dollar teuer: CERN plant XXL-Teilchenbeschleuniger

16. Februar 2024

CERN
Die Strahlrohrleitung, das „Herz“ des Detektors, wird innerhalb des CMS-Detektors installiert. Foto: CERN
Im Untergrund der Grenzregion bei Genf soll mit dem Future Circular Collider die mit Abstand größte Forschungsanlage für die Atomphysik gebaut und das Rätsel der dunklen Materie gelüftet werden.
Anzeige
Anzeige


Der Large Hadron Collider (LHC), ein Teilchenbeschleuniger im Untergrund des schweizerisch-französischen Grenzgebiets bei Genf, ist die weltweit leistungsstärkste Anlage dieser Art. Sie hat der Physik tiefe Einblicke in die Geheimnisse der komplexen Teilchenwelt ermöglicht, aus denen die Welt aufgebaut ist. Und auch kleine Rätsel im Zusammenhang mit dunkler Materie, Antimaterie und dunkler Energie gelöst.

Ziel sind Kollisionen von Atombauteilenpl

Aber noch sind zahlreiche Fragen ungelöst. Diese wollen Physiker aus fast der ganzen Welt mit FFC beantworten, mit dem Future Circular Collider. Er wird ebenfalls im schweizerisch-französischen Untergrund gebaut, ist mit einer Länge von 90,7 Kilometern mehr als dreimal so lang wie der existierende LHC. Der ringförmige Tunnel in einer Tiefe von rund 100 Metern, der die Technik zur Beschleunigung von Atomkernbauteilchen beherbergen wird, hat einen Durchmesser von 5,5 Metern. Die Teilchen – im Endausbau sind es Protonen, also die Atomkerne des Wasserstoffs, anfangs die viel kleineren Elektronen und Positronen – rasen in zwei Röhren gegenläufig im Kreis herum. Mächtige Magnete mit Spulen aus supraleitendem Material halten sie auf Kurs und beschleunigen sie auf nahezu Lichtgeschwindigkeit (299.792,45 Kilometer pro Sekunde). Wenn der Beschleunigungsprozess abgeschlossen ist werden zusätzliche Magnete eingeschaltet, die die Teilchenströme ablenken, sodass sie miteinander kollidieren.

Anzeige
Anzeige

Die erste Baustufe kostet 17 Milliarden Dollar

Bei diesen Kollisionen zerfallen die Atombauteile in noch kleinere Bausteine. Diese werden in Detektoren erfasst, die nahezu unvorstellbar groß sind. Schon die, die im LHC stecken, erreichen die Dimension von Hochhäusern. Es wird acht Experimentierstationen geben, die so hoch sind, dass sie die Erdoberfläche durchbrechen.

Der LHC, der 5,6 Milliarden US-Dollar kostete und 2010 seinen Betrieb aufnahm, wird voraussichtlich bis etwa 2040 ausgelastet sein. Etwa zu diesem Zeitpunkt soll die erste Ausbaustufe des FFC fertig sein. Bis dahin laufen Kosten von 17 Milliarden Dollar auf – nach heutigen Preisen.

Siebenmal höhere Kollisionsenergie

Die Kollisionsenergie im FFC wird 100 Billionen Elektronenvolt erreichen und damit den LHC mit 14 Billionen Elektronenvolt – das ist heute Weltrekord – weit übertreffen. Diese Energieexplosion soll die aufeinanderprallenden Teilchen noch gründlicher auseinandernehmen als es im LHC möglich ist. „Unser Ziel ist es, die Eigenschaften der Materie im kleinsten Maßstab und bei höchster Energie zu untersuchen“, sagte CERN-Generaldirektorin Fabiola Gianotti bei der Vorstellung eines Zwischenberichts in Genf, in dem erste Details des neuen Beschleunigers festgelegt worden sind. Sie erwartet „einen großen Sprung in der Erforschung der Materie“.

Anzeige
Anzeige

Der größte Teil des Universums ist unsichtbar

Nicht zuletzt soll auch das Geheimnis der „dunklen Materie“ geklärt werden, was mit dem LHC nicht gelungen ist. Diese ist nicht sichtbar, beweist ihre Existenz aber mit einer Gravitationskraft, die alles verschluckt, was in ihre Nähe kommt. Die meisten Astronomen nehmen an, dass dunkle Materie 85 Prozent der gesamten Masse im Universum ausmacht. Ihre Existenz würde die scheinbar zusätzliche Schwerkraft erklären, die um Galaxien und in riesigen Galaxienhaufen nachweisbar ist.

Kritik an den hohen Kosten

Die Kosten für den FFC werden die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, Israel, Großbritannien und Norwegen tragen. Bis 2025 soll eine Machbarkeitsstudie vorliegen. Die Entscheidung, ob der Beschleuniger tatsächlich gebaut ist, wird für 2028 erwartet. Es gibt auch Kritik an den Plänen. So fragte David King, früherer wissenschaftlicher Chefberater der britischen Regierung, in einer Sendung des britischen Rundfunks BBC, ob es nicht klüger wäre, die Mittel in die Gestaltung einer angesichts des Klimanotstands „beherrschbaren Zukunft“ zu stecken.

Anzeige
Anzeige


Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

Junior Projektingenieur Papierverarbeitung (m/w/d)
Fripa Papierfabrik Albert Friedrich KG

03.10.2026
Miltenberg
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST AG

03.10.2026
Düsseldorf
Ingenieur:in Explosionsschutz als Fachleiter:in
TÜV NORD CERT GmbH

03.10.2026
Essen
Bauüberwacher (m/w/d) Straßenverkehrsanlagen
Bundesagentur für Arbeit - Vössing Ingenieurgesellschaft mbH

03.10.2026
Stuttgart
Bauingenieur/-in (m/w/d)
Bundesagentur für Arbeit - Landeshauptstadt Stuttgart

03.10.2026
Stuttgart
Technische/r Projektmitarbeiter/in (m/w/d) – Bauwesen / Projektkoordination
Bundesagentur für Arbeit - Dr. Kerner GmbH & Co. KG

03.10.2026
Stuttgart
Junior Bauüberwacher:in Oberbau / Konstruktiver Ingenieurbau (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Köln
Senior Ingenieur:in Leit- und Sicherungstechnik im Großprojekt Rhein-Ruhr-Express (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Duisburg
Junior Bauingenieur:in als Bezirksleiter:in Fahrbahn (w/m/d)
DB InfraGO AG

03.10.2026
Aachen, Bonn, Köln, Troisdorf
Projektleiter (m/w/d) Industriebau
MEGGLE GmbH & Co. KG

03.10.2026
Wasserburg
Projektingenieur Elektrotechnik (w/m/d)
Infraserv GmbH & Co. Höchst KG

03.10.2026
Frankfurt am Main
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST Ingenieure GmbH & Co. KG

04.10.2026
Bielefeld
Senior Projektingenieur (m/w/d) – EMSR-Technik – Projektmanagement
REUTERS INGENIEUR GmbH

04.10.2026
Hofheim
Technische*r Angestellte*r (Techniker*in oder Ingenieur*in) Werkstofftechnik, Physiktechnik, Maschinenbau
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP)

04.10.2026
Garching
Ingenieurin (m/w/d) / Techniker (m/w/d) der Mess- und Regelungstechnik für Gebäudeautomation
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH)

04.10.2026
Eutin, Lübeck
Leitung Entwicklung (w/m/d) Mechatronische Systeme / Industrielle Sicherheits- und Automatisierungstechnik
Bernstein AG

04.10.2026
Porta Westfalica
Planungsingenieur (w/m/d) und Projektsteuerung – Verkehrsinfrastruktur und Gleisplanung
Ruhrbahn GmbH

04.10.2026
Essen
Gruppenleiter:in Automatisierungstechnik
TraveNetz GmbH

04.10.2026
Lübeck
Bauleiter (m/w/d) Rohrsanierung / Kanalsanierung
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG

04.10.2026
München, Neumarkt in der Oberpfalz, Nürnberg, Regensburg
Vertriebsingenieur / Projektingenieur (m/w/d) im Außendienst – Südbayern
DEPRAG SCHULZ GMBH u. CO. KG

04.10.2026
verschiedene Einsatzorte

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige