01.06.2014, 07:00 Uhr | 2 |

Haushalte werden stromautark Kleine Windturbine für den Hausgebrauch

Bis zu 2500 Kilowattstunden Strom kann Liam F1 pro Jahr produzieren – genug, um einen kleinen Haushalt stromautark zu machen. Die kleine Windturbine ist dabei leiser als das Trommeln des Regens auf das Blätterdach im Wald. Kostenpunkt: rund 4000 Euro. 

Die Windturbine Liam F1
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Die Windturbine Liam F1 hat einen Durchmesser von 1,5 Metern und wiegt 75 Kilogramm. Am effektivsten arbeitet sie in einer Höhe von zehn Metern. Die Nachbarn wird sie kaum stören: Die Geräuschentwicklung liegt lediglich bei 45 Dezibel. 

Foto: The Archimedes

Bisher sind nur wenige Kleinwindwühlen installiert, weil sie einen geringen Wirkungsgrad haben, teuer sind und viel Lärm machen, den kaum ein Nachbar akzeptiert. Der Niederländer Richard Ruijtenbeek hat mit einem neuen Design all diese Hindernisse beseitigt.

Das Design der kleinen Windturbine Liam F1 ähnelt dem einer Nautilus-Muschel. Diese besteht aus mehreren spiralförmig angeordneten Kammern, die die Muschel mit Luft füllen kann, um ihren Auftrieb zu regeln. Diese Form haben die Niederländer nach den Regeln des Goldenen Schnitts, den bereits Archimedes kannte, und einigen seiner mathematischen Erkenntnisse verfeinert. Details nennen sie nicht, um der Konkurrenz keine Tipps zu geben. Der Goldene Schnitt ist ein spezielles Teilungsverhältnis einer Strecke, das in der Kunst für Harmonie und in der Technik für Effektivität sorgt. Elf Jahre lang haben Ruijtenbeek und sein Team am Design gearbeitet.

Geräuschbelastung liegt lediglich bei 45 Dezibel

Liam F1 wandelt bis zu 90 Prozent der Energie, die im Wind steckt, in Strom um. Pro Jahr wären das in den Niederlanden 300 bis 2500 Kilowattstunden – je nach Windangebot, das standortabhängig schwankt. Die Mühle, die in unterschiedlichen Farben angeboten wird, wiegt lediglich 75 Kilogramm und hat einen Durchmesser von 1,5 Metern.

Bei 450 Umdrehungen pro Minute, das ist das Maximum, liegt die Geräuschbelastung bei 45 Dezibel, das ist weniger als das Trommeln von Regen auf das Blätterdach im Wald. Die Hersteller empfehlen, sie in einer Höhe von mindestens zehn Metern anzubringen, beispielsweise an einem Mast.

Liam F1 kostet rund 4000 Euro

Die in Rotterdam beheimatete Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft Archimedes hat jetzt einen neuen Anlauf unternommen, die Turbine populärer zu machen. Bei einem Preis von 4000 Euro könnte das durchaus gelingen. 7000 Liam F1 hat Archimedes bereits in 14 Ländern verkauft, meist nach Präsentationen der Anlage auf Messen, etwa in Rotterdam, Barcelona und Seoul. Der Anreiz: In Kombination mit Solarzellen auf dem Dach können Hausbesitzer nahezu ihren gesamten Strombedarf decken. In Verbindung mit einer Pufferbatterie sind sie sogar komplett autark.

Derzeit entwickeln die Ingenieure eine kleinere Version mit einem Durchmesser von 75 Zentimetern, die auf Booten, Ferienhäusern oder Wohnmobilen Strom erzeugen soll. Sie soll auch dann gute Ergebnisse liefern, wenn sie weniger als zehn Meter hoch montiert wird.

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Von Wolfgang Kempkens
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kommentare
15.07.2014, 02:50 Uhr Cand.-Ing. A. Röck
I) Kleinwindanlagen am Haus sind genereller sündteurer Blödsinn, um Strom zu erzeugen. Warum?
a) in 10m ist kaum Wind! Das ist der größte negative Faktor!
b) Ob Schnecke oder axiale 2 Flügler oder 3 Flügler: Die optimale aerodynamische Form der Flügel großer Rotoren (82- 112- 117- 126 m und sogar 164 m Durchmesser) wurde mit Miio Aufwand ausgetüftelt!
c) Somit ist das Blechzeug, provisorisch zuechtgebogen, blanker Unsinn; aber, wie gesagt: bei dem bißchen Wind in 10m, nützt optimale Form nichts! Dieser Strom kommt auf 2.-€ je kWh;
d) Sinn hat es auf Booten, um die Batterie zu schonen u. zu laden, mit Rotoren von Durchmesser 40- 70cm.

17.11.2016, 11:28 Uhr Eddi
Sorry Hr./Frau Röck,

ihr Kommentar ist völlig daneben. "Pro Jahr wären das in den Niederlanden 300 bis 2500 Kilowattstunden – je nach Windangebot, das standortabhängig schwankt. ". Entweder diese Zahlen sind falsch, wovon ich aber nicht ausgehe, oder ihre "2.-€ je kWh" sind blödsin, wovon auszugehen ist.
Können Sie rechnen? Von welcher Lebensdauer gehen Sie aus? 10 Jahre? 20 Jahre?

Beispiel: 10 Jahre Lebensdauer, durchschnittlich 1.000 kWh/Jahr ergibt 10.000 kWh. 4.000 Euo/10.000 kWh ergibt 0,4 Euro/kWh.

Beispiel: 20 Jahre Lebensdauer, durchschnittlich 2.000 kWh/Jahr ergibt 40.000 kWh. 4.000 Euo/40.000 kWh ergibt 0,1 Euro/kWh.

Von einem Cand.-Ing. sollte man soviel Rechenkunst verlangen können. Vielleicht haben Sie aber auch einfach die falsche Studienrichtung gewählt.

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