Sparmaßnahmen 16.09.2025, 10:58 Uhr

Wie viele Jobs fallen bei Bosch noch weg?

Bosch setzt seinen Sparkurs fort: Auch in den kommenden Jahren sind weitere Stellenabbau-Maßnahmen geplant, während das Unternehmen versucht, Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Bosch

Bosch verschärft seinen Sparkurs: Tausende Jobs weltweit, viele in Deutschland, stehen auf der Kippe, während das Unternehmen Kosten senkt und die Wettbewerbsfähigkeit sichern will.

Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto | Eibner-Pressefoto/Kuhnle

Bosch muss wegen der Krise in der Autobranche stark sparen. Noch ist unklar, wie viele Arbeitsplätze in Deutschland betroffen sein könnten. Der Betriebsratsvorsitzende verlangt nun klare Informationen vom Unternehmen.

Der Mobilitätsbereich soll seine Kosten um 2,5 Milliarden Euro pro Jahr senken, erklärten Markus Heyn und Stefan Grosch in einem Interview. Das Unternehmen arbeitet schon länger an Kostensenkungen, hatte bisher aber kein konkretes Sparziel genannt. Auch beim Personal wird gespart, ein weiterer Stellenabbau lässt sich nicht vermeiden.

„Die gesamte Branche steckt in einer umfassenden Transformation und das ist ein Marathonlauf. Wir müssen uns kontinuierlich damit beschäftigen, wie wir unsere Wettbewerbsfähigkeit erhalten“, zitiert die dpa Markus Heyn.

Man habe bereits wichtige erste Schritte unternommen, müsse aber noch weitere gehen. Nach Angaben von Grosch soll die Kostenlücke in den kommenden Jahren deutlich reduziert und spätestens 2030 geschlossen werden. Dafür setze das Unternehmen viele Maßnahmen um. Die notwendigen Beschlüsse wolle man noch in diesem Jahr fassen und mit den Arbeitnehmervertretern besprechen.

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Wie auch das Handelsblatt berichtet, lässt sich die angestrebte Rendite von sieben Prozent in der Kfz-Sparte nur schwer erreichen. 2024 lag sie bei 3,8 Prozent. Bosch betont, dass es genügend Rendite brauche, um als Stiftungsunternehmen langfristig finanziell unabhängig zu bleiben – diese Ziele wurden bisher jedoch selten erreicht. Der Autozulieferer hat bereits 9000 Stellen gestrichen. „Wir haben wichtige erste Schritte gemacht, aber wir müssen weitere gehen“, wird der Spartenchef Heyn zitiert.

Bosch nennt keine konkreten Zahlen zum Jobabbau

Seit Ende 2023 läuft bei Bosch bereits ein Abbauprogramm, vor allem im Zulieferbereich. Weltweit sollen Tausende Jobs wegfallen, viele davon in Deutschland. Wie viele weitere Stellen betroffen sein könnten, ließen Grosch und Heyn offen. Die Vereinbarung, keine betriebsbedingten Kündigungen in Deutschland bis Ende 2027 vorzunehmen, soll eingehalten werden. Gespart wird unter anderem bei Material- und Energiekosten, außerdem soll die Produktivität steigen.

Auch interessant: Binnen zwölf Monaten: Autoindustrie verliert über 50.000 Arbeitsplätze

Betriebsrat kritisiert Salamitaktik im Stellenabbau

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Zuliefersparte, Frank Sell, erklärte, man verschließe nicht die Augen vor der angespannten Situation, habe aber bereits umfangreiche Kosteneinsparungen vorgenommen. Er erwarte daher, dass das Management bei der erneuten Ankündigung bald konkrete Pläne vorlege und die „Salamitaktik“ beende. Die Geschäftsführung müsse den Mitarbeitern die Zukunft der Sparte in Deutschland aufzeigen und gemeinsam mit den Betriebsräten Lösungen entwickeln.

Die Autokrise belastet Bosch stark. Auch laut den Managern liegt die schwierige Lage vor allem an einem stagnierenden globalen Automarkt, wachsender internationaler Konkurrenz für Zulieferer und dem Umstieg auf Elektroautos, deren Bauteile mit weniger Personal produziert werden können als Benzin- oder Dieselkomponenten.

Auf der Mobilitätsmesse IAA kündigte das Unternehmen jedoch an, dass die Zuliefersparte in diesem Jahr leicht wachsen dürfte – voraussichtlich um knapp zwei Prozent. Trotz stagnierender Fahrzeugproduktion, schwacher Nachfrage und Verzögerungen bei Elektromobilität und automatisiertem Fahren sei Wachstum möglich. Bosch liefert nicht nur Antriebe, Sicherheits-, Lenk- und Bremssysteme sowie Sensoren, sondern auch Hochleistungsrechner und Software an die Hersteller. (mit dpa)

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Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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