Krieg mit Folgen 06.03.2026, 10:24 Uhr

Wie der Konflikt im Nahen Osten die Autobranche trifft

Der Nahost-Konflikt bringt die Autobranche unter Druck: Gestörte Lieferketten, blockierte Seewege und steigende Ölpreise gefährden Produktion und Preise.

Frachter vor der iranischen Küste

Frachter vor der iranischen Küste. Die Straße von Hormus ist ein Flaschenhals für die globale Wirtschaft.

Foto: Smarterpix / celt.sarmat.gmail.com

Konflikte, Angriffe, Krieg – die Weltlage ist aktuell so unsicher, wie schon lange nicht mehr. Schon der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat die wirtschaftliche Lage sowie zahlreiche Branchen beeinflusst. Nun kommt der Konflikt im Nahen Osten dazu. Hier sind derzeit vor allem Israel, Iran, Libanon, Syrien, Teile des Irak, Jemen sowie die Anrainer am Persischen Golf betroffen.

Zuletzt haben Angriffe und Gegenangriffe zwischen den USA, Israel und dem Iran die Lage eskalieren lassen und wichtige Seewege wie die Straße von Hormus zeitweise blockiert. Parallel dazu greifen im Süden seit 2023 die Huthi‑Milizen im Jemen immer wieder Handelsschiffe im Roten Meer an und zwingen Reedereien, weite Umwege zu fahren. Die Kombination aus militärischer Eskalation und politischer Unsicherheit macht die Region zu einem Risikoherd für die Weltwirtschaft.

Konfliktregion mit globaler Sprengkraft

Der Konflikt zwischen Israel und dem Iran hat eine lange Geschichte. Nun hat er eine neue Dimension erreicht. Da sich in Jordanien, Kuwait, Bahrain, Katar, Irak, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten US-Stützpunkte befinden, sind diese Länder automatisch Ziele für potenzielle Vergeltungsschläge des Iran und damit in die Auseinandersetzung involviert.

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Die Situation in den einzelnen Ländern zeigt ein unterschiedliches Bild: In Israel, im Iran und in Teilen des Libanon beeinträchtigen Luftangriffe und Raketenbeschuss das öffentliche Leben und die regionale Produktion. Im Jemen nutzen die Huthi‑Milizen die strategische Lage an der Meerenge Bab al‑Mandab, um Handelsschiffe anzugreifen und politische Forderungen durchzusetzen. Staaten wie Saudi‑Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Irak müssen mit gestörten Exportrouten und Einschnitten in der Energieproduktion umgehen. Das betrifft vor allem die Ölförderung, Saudi-Arabien gilt als eines der größten Förderländer.

Was der Konflikt im Nahen Osten für die Lieferketten der Autoindustrie bedeutet

Für die Automobilindustrie ist die Region von zentraler Bedeutung. Ein großer Teil des weltweiten Seehandels läuft über das Rote Meer, den Suezkanal und die Straße von Hormus. In den vergangenen Jahren haben Angriffe auf Frachter bereits dazu geführt, dass viele Reedereien diese Routen meiden und ihre Containerschiffe um die Südspitze Afrikas leiten.

Dadurch verlängern sich Transportzeiten um ein bis zwei Wochen, und Spediteure verlangen deutlich höhere Frachtraten. Hersteller von Fahrzeugen und Zulieferteile müssen ihre Logistikpläne kurzfristig anpassen, Sicherheitsaufschläge einrechnen und Produktionspuffer vergrößern, um Stillstände in den Werken zu vermeiden.

Warum es zu Produktionsstopps kommen kann durch gestörte Lieferketten

Schon seit Jahren versucht die Automobilindustrie, die Lagerhaltung zu verringern, um Kosten zu sparen. Es gilt deshalb das Prinzip der Just‑in‑Time‑Lieferung. Bei einer Störung der Lieferkette bedeutet das wiederum: Wenn nun Container mit Getrieben, Elektronik oder Karosserieteilen verspätet eintreffen, geraten die fein getakteten Produktionsabläufe schnell durcheinander.

Schon relativ wenige fehlende Komponenten können dazu führen, dass die Produktion vorübergehend gestoppt werden muss und Fahrzeuge halbfertig auf dem Werksgelände stehen. Expertinnen und Experten schätzen, dass die Branche mehrere Monate benötigen könnte, um neue Routen, zusätzliche Lagerbestände und alternative Lieferanten so zu etablieren, dass die Störungen wieder spürbar nachlassen.

Steigende Energiekosten und Auswirkungen auf den Ölpreis

Die Konflikte im Nahen Osten wirken sich nicht nur auf die Lieferketten, sondern auch die Energieproduktion und deren Kosten aus. Öl‑ und Gaspreise werden schnell hochgesetzt bei Meldungen über Angriffe auf Tanker, Drohungen gegen Förderanlagen oder die zeitweise Blockade der Straße von Hormus.

Der Ölpreis ist hier der Indikator. Zuletzt stieg er innerhalb weniger Tage um mehr als zehn Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Monaten. Analystinnen und Analysten warnen sogar davor, dass sich der Preis für ein Fass des Referenzöls Brent im Extremfall nahezu verdoppeln könnte, falls die Kämpfe weiter eskalieren und die Fördermengen in den ölreichen Ländern im Nahen Osten gedrosselt werden.

Wie kann die Autoindustrie steigende Energiekosten auffangen?

Für die Automobilindustrie sind höhere Energiekosten besonders belastend. Nahezu jeder Produktionsschritt benötigt viel Strom und Wärme. Die Herstellung von Stahl und Aluminium für Karosserien und Fahrwerke gehört zu den energieintensivsten Industrieprozessen überhaupt.

Auch Lackierereien, Presswerke und Motorenfertigung sind auf große Energiemengen angewiesen. Steigen die Energiekosten, treibt das natürlich die Kosten pro Fahrzeug deutlich in die Höhe. Hersteller müssen dann entscheiden, ob sie diese Mehrkosten an Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben oder ihre Gewinnmargen schrumpfen lassen, was langfristig Investitionen und Arbeitsplätze gefährden kann. So oder so stellt es die Branche also vor große Herausforderungen.

Am stärksten betroffen: europäische Unternehmen und asiatische Hersteller mit hoher Exportquote

Am stärksten sind jene Hersteller betroffen, die ihre Produktion und Beschaffung stark globalisiert haben. Europäische Autobauer wie Volkswagen, BMW, Mercedes‑Benz und Renault beziehen zahlreiche Komponenten aus Asien und lassen fertige Fahrzeuge über den Suezkanal nach Europa und in den Nahen Osten verschiffen. Branchenberichte zeigen, dass europäische Werke bereits seit den ersten Angriffen im Roten Meer mit Verzögerungen kämpfen und Lieferketten regelmäßig anpassen müssen.

Auch asiatische Hersteller, die ihre Fahrzeuge nach Europa exportieren, sehen sich mit längeren Transportwegen und steigenden Logistikkosten konfrontiert. Der Hafen in Dubai gilt als einer der wichtigsten Drehkreuze für die Automobilindustrie. Hier werden jedes Jahr Millionen an Fahrzeugen und deren Komponenten verschifft. Eine Schließung hätte global gravierende Folgen.

Eine größere Entfernung schützt nicht vor den Auswirkungen der Krise

US-amerikanische und chinesische Konzerne sind zwar geografisch weiter vom Konfliktherd entfernt, jedoch ebenfalls betroffen. Der Grund: Viele Handelsrouten und Zulieferketten laufen über dieselben Seewege. Ein prominentes Beispiel ist Tesla, das wegen verspäteter Lieferungen aus China und Südkorea seine Produktion in Europa zeitweise zurückfahren musste.

Auch andere Hersteller von Elektro‑ und Verbrennungsfahrzeugen melden Engpässe bei elektronischen Bauteilen, Batteriematerialien und Fahrzeugkarosserien. Neben den Auswirkungen auf die Lieferketten zeigt sich besonders die Abhängigkeit von Ölimporten. Japan mit den Herstellern Honda, Nissan und Toyota wären in Gefahr, wenn die Öllieferungen ausblieben.

China ist der Top-Batterielieferant für E-Autos. Die Herstellung ist energieintensiv. Auch hier ist die Abhängigkeit vom Öl groß.

Wo ist der Konflikt im Nahen Osten in unserem Alltag spürbar?

Für betroffene Verbraucherinnen und Verbraucher zeigt sich der Konflikt im Nahen Osten oft zuerst an der Zapfsäule. Der Anstieg der Ölpreise schlägt sich zeitversetzt in höheren Preisen für Benzin und Diesel nieder, weil Mineralölkonzerne die teureren Rohölimporte und gestiegene Transportkosten weitergeben.

Auch Heizöl und Flugtreibstoff verteuern sich, sodass Reisen und Wohnen insgesamt kostspieliger werden.

Wer ein neues Fahrzeug kaufen möchte, spürt die Folgen in Form eines eingeschränkten Angebots und unsicherer Liefertermine. Beliebte Modelle können monatelange Wartezeiten haben, wenn ein wichtiger Zulieferer in Asien ausfällt oder ein Containerschiff verspätet eintrifft. Manche Hersteller streichen bestimmte Ausstattungsvarianten oder führen Übergangslösungen ein, um mit weniger kritischen Bauteilen auszukommen.

Werkstätten machen gestörte Lieferketten ebenfalls Probleme. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das: Reparaturen können länger dauern und Ersatzteile teurer werden.

Wie begegnen Unternehmen diesen Krisen?

Viele Unternehmen der Automobilindustrie reagieren inzwischen mit Strategien, die ihre Abhängigkeit vom Konflikt im Nahen Osten verringern sollen. Dazu gehört die Regionalisierung von Lieferketten, also die stärkere Beschaffung von Bauteilen aus Europa oder Amerika, auch wenn diese Lösungen kurzfristig teurer sind.

Gleichzeitig investieren Hersteller in größere Sicherheitslager und schließen langfristige Verträge mit Reedereien und Energieversorgern ab, um sich stabile Kapazitäten und Preise zu sichern. Diese Maßnahmen sollen verhindern, dass einzelne Eskalationen sofort zu Produktionsstopps führen.

Langfristig könnte der Konflikt im Nahen Osten den Umbau der Branche sogar beschleunigen. Wenn fossile Energieträger als unsicher gelten, gewinnen erneuerbare Energien, effizientere Produktionsverfahren und Recyclingsysteme an Attraktivität.

Ein Beitrag von:

  • Nina Draese

    Nina Draese hat unter anderem für die dpa gearbeitet, die Presseabteilung von BMW, für die Autozeitung und den MAV-Verlag. Sie ist selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Automobil, Energie, Klima, KI, Technik, Umwelt.

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