Studie der DERA 13.03.2025, 07:30 Uhr

Seltene Erden: Warum der Westen kaum Alternativen zu China hat

Die Welt bleibt von China abhängig, wenn es um seltene Erden geht. Eine neue Studie zeigt, warum sich daran so schnell nichts ändern wird. Auch wenn Trump es gerne anders hätte und nach Rohstoffen in Grönland und in der Ukraine greift.

Seltene Erden

Seltene Erden werden für die Zukunftstechnologien immer häufiger benötigt. China wird laut Studie auf absehbare Zeit der Marktführer bleiben.

Foto: PantherMedia / buraratn

Seltene Erden sind für moderne Technologien unverzichtbar. Sie stecken in Batterien für Elektroautos, sind essenziell für Künstliche Intelligenz und finden sich in hochentwickelten Waffensystemen. Doch die Welt ist stark von einem einzigen Lieferanten abhängig: China. Donald Trump möchte das zwar ändern und sich die Rohstoffe von Grönland und der Ukraine sichern. Doch selbst wenn das klappen würde, die ganze Sache hat einen großen Haken. Eine aktuelle Studie der Deutschen Rohstoffagentur (Dera) zeigt, warum die Abhängigkeit von China noch lange bestehen bleibt.

Wirtschaftliche Zwänge bremsen neue Projekte

China dominiert den Markt für seltene Erden sowohl beim Abbau als auch bei der Weiterverarbeitung. Laut der Studie entfielen 2023 rund 60 % der weltweiten Förderung auf China, bei der Weiterverarbeitung lag der Anteil sogar bei 93 %. Deutschland importierte 5.200 Tonnen, davon 71 % direkt aus China. Der Großteil der Stoffe wird hierzulande in Katalysatoren verwendet, die in Autos und Industrieanlagen Abgase reduzieren.

Ein Grund für die anhaltende Abhängigkeit sind die niedrigen Weltmarktpreise. „Alle Unternehmen, die derzeit seltene Erden fördern oder verarbeiten, melden wirtschaftliche Probleme“, erklärt Harald Elsner, Mitautor der Studie. „Auch die in China.“ Dies erschwert Investitionen in neue Vorkommen außerhalb Chinas, da sich der Abbau oft nicht lohnt. Zudem fehlt es in vielen Ländern an der nötigen Infrastruktur, um die Rohstoffe abzubauen und weiterzuverarbeiten.

Steigende Nachfrage, aber kaum neue Anbieter

Die Bedeutung seltener Erden wird in Zukunft weiter steigen. Insbesondere Elektroautos, Windkraftanlagen und Rüstungssysteme benötigen zunehmend diese Rohstoffe. Dennoch sei „davon auf dem Markt wenig zu merken“, so Elsner. Neue Projekte kämpfen mit hohen Kosten und unsicheren Absatzmärkten.

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Besonders problematisch ist die Situation bei den schweren seltenen Erden, die in der US-Rüstungsindustrie eine zentrale Rolle spielen. Diese stammen fast ausschließlich aus China und werden dort entweder abgebaut oder verarbeitet.

Hoffnungen auf Grönland und Australien

Angesichts der Abhängigkeit sucht der Westen nach Alternativen. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump zeigt Interesse an Grönland, das laut Experten über die größten Lagerstätten schwerer seltener Erden verfügt. Bisher werden diese jedoch nicht gefördert. Ein von China unterstütztes Bergbauprojekt auf der Insel scheiterte 2021, als die lokale Regierung den Abbau von Uran verbot.

Australien gilt als realistischere Alternative. Dort haben mehrere Unternehmen angekündigt, schwere seltene Erden fördern zu wollen. Die Weiterverarbeitung soll entweder direkt in Australien oder in Malaysia und den USA erfolgen. Die Mengen sind bislang gering, könnten aber dazu beitragen, die Abhängigkeit vom chinesischen Markt zumindest in Teilbereichen zu verringern.

Keine schnelle Lösung in Sicht

Trotz internationaler Bestrebungen wird die weltweite Abhängigkeit von China bei seltenen Erden in absehbarer Zeit bestehen bleiben. Niedrige Preise, fehlende Infrastruktur und wirtschaftliche Risiken bremsen neue Projekte. Länder wie Australien könnten perspektivisch helfen, die Marktdominanz Chinas zu verringern, doch eine grundlegende Wende ist nicht in Sicht. (mit dpa)

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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