250 Kilo durch die Luft 10.06.2026, 14:30 Uhr

NRW will zusammen mit Rheinmetall und ERC Schwerlastdrohnen bauen

Die Schwerlastdrohne Victor U250 könnte ab 2028 in Nordrhein-Westfalen gebaut werden. Rheinmetall, ERC und das Land NRW haben eine Partnerschaft vereinbart.

Schwerlastdrohne Victor U250

Rheinmetall, ERC und NRW wollen die Schwerlastdrohne Victor U250 in Deutschland produzieren. Die Drohne transportiert bis zu 250 kg über 300 km.

Foto: fendstudios.com

Die Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg verändern die Anforderungen an moderne Logistiksysteme. Streitkräfte suchen nach Möglichkeiten, Material und Nachschub auch dort zu transportieren, wo Straßen zerstört sind oder konventionelle Transportwege zu gefährlich werden.

Gleichzeitig wächst der Bedarf an flexiblen Transportlösungen für Katastrophenschutz, Offshore-Anwendungen und medizinische Einsätze. Vor diesem Hintergrund wollen Rheinmetall, das Technologieunternehmen ERC System und das Land Nordrhein-Westfalen die Voraussetzungen schaffen, die Schwerlastdrohne Victor U250 künftig in Deutschland zu produzieren.

Die Partner unterzeichneten auf der Luft- und Raumfahrtmesse ILA Berlin 2026 eine entsprechende Absichtserklärung. Ziel ist der Aufbau lokaler Produktions- und Lieferketten in Nordrhein-Westfalen. Bis 2029 soll dabei eine dreistellige Zahl neuer Arbeitsplätze entstehen.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Stadt Köln-Firmenlogo
Ingenieur*in (m/w/d) Stadtplanung, Geographie oder vergleichbar Stadt Köln
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)-Firmenlogo
Architektin / Architekt bzw. Ingenieurin / Ingenieur (w/m/d) als Referentin / Referent für Öffentliches Baurecht Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Vergabeingenieur (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
verschiedene Standorte Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) konstruktiver Ingenieurbau - Außenstelle Netphen Die Autobahn GmbH des Bundes
Netphen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau/ Brückenbau Die Autobahn GmbH des Bundes
A.S.T. Angewandte System Technik GmbH Energie & Umwelttechnik-Firmenlogo
Ingenieur Elektrotechnik / Energietechniker (w/m/d) A.S.T. Angewandte System Technik GmbH Energie & Umwelttechnik
Wolnzach Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Straßenplanung und Straßenentwurf - Außenstelle Netphen (nahe Siegen) Die Autobahn GmbH des Bundes
Netphen Zum Job 
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)-Firmenlogo
Ingenieurin / Ingenieur (w/m/d) der Elektrotechnik für die Museumsinsel Berlin Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
hyjoin GmbH-Firmenlogo
Senior Design Engineer - Sondermaschinen- und Anlagenbau (gn) hyjoin GmbH
München Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau - Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes
Ingenieurbüro IBH Zaehle & Buse | Beratende Ingenieure PartG mbB-Firmenlogo
Fachplaner Versorgungstechnik / HKLS / TGA (m/w/d) Ingenieurbüro IBH Zaehle & Buse | Beratende Ingenieure PartG mbB
Karlsruhe Zum Job 
Freie Universität Berlin-Firmenlogo
Ingenieur*in für Elektrotechnik (w/m/d) Freie Universität Berlin
Freie Universität Berlin-Firmenlogo
Projektleitung Hochbau (w/m/d) Freie Universität Berlin
Stadt Sindelfingen-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) im Bereich öffentliche Gewässer Stadt Sindelfingen
Sindelfingen Zum Job 
BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung-Firmenlogo
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (m/w/d) der Fachrichtung Chemie, Physik, Bauingenieurwesen, Mineralogie, Materialwissenschaften oder vergleichbar BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Lederer GmbH-Firmenlogo
Mitarbeiter m/w/d für den Bereich Technischer Support Lederer GmbH
Ennepetal Zum Job 
Ingenieurbüro Fast und Partner-Firmenlogo
Ingenieur/in für Straßen- und Tiefbau (m/w/d) Ingenieurbüro Fast und Partner
Mannheim Zum Job 
Stadt Nürnberg-Firmenlogo
Ingenieur/in (FH) / Bachelor (w/m/d) Architektur / Bauingenieurwesen (Hoch- / Tiefbau) im Bereich Bunker- / Zivilschutz- und Kanalanlagen Stadt Nürnberg
Nürnberg Zum Job 
ELAC SONAR GmbH-Firmenlogo
Electronical Engineer / Elektroingenieur (m/w/d) ELAC SONAR GmbH
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung (w/m/d) Verkehrszentrale und Telematik Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg-Fischbach Zum Job 

Transportdrohne statt Flugtaxi

Während viele eVTOL-Projekte der vergangenen Jahre auf den Passagierverkehr setzten, verfolgt ERC einen anderen Ansatz. Die Victor U250 wurde von Beginn an als Transportplattform für kritische Einsätze entwickelt.

Die Drohne kann nach Angaben des Unternehmens bis zu 250 kg Nutzlast über Entfernungen von bis zu 300 Kilometern transportieren. Das entspricht beispielsweise mehreren Paletten medizinischer Ausrüstung, Ersatzteilen für Offshore-Anlagen oder militärischem Versorgungsgut.

Mit ihrer Nutzlast bewegt sich die Victor U250 in einer Klasse, die deutlich über vielen heute verfügbaren Transportdrohnen liegt. Zum Vergleich: Die Frachtdrohne DJI FlyCart 30 transportiert maximal 40 kg. Systeme mit Nutzlasten von mehreren Hundert Kilogramm gehören bislang noch zu den Ausnahmen.

Senkrechtstart ohne Startbahn

Technisch setzt ERC auf ein sogenanntes Lift-and-Cruise-Konzept. Mehrere Rotoren übernehmen Start und Landung, während separate Propeller und Tragflächen den Vortrieb im Reiseflug erzeugen. Dadurch benötigt die Drohne keine Start- oder Landebahn und kann auch von abgelegenen Einsatzorten aus operieren. Im Vorwärtsflug erreicht sie Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h.

Eine wichtige Rolle spielt dabei der hybrid-elektrische Antrieb. Anders als rein batterieelektrische Fluggeräte kombiniert die Victor elektrische Antriebstechnik mit einem zusätzlichen Energieerzeuger an Bord. Dadurch lassen sich höhere Reichweiten und größere Nutzlasten realisieren, als dies mit heutigen Batteriesystemen wirtschaftlich möglich wäre.

Victor U250 im Überblick

  • Typ: Unbemannte Schwerlast-Frachtdrohne (eVTOL)
  • Hersteller: ERC System GmbH
  • Partner: Rheinmetall, ERC System, Land Nordrhein-Westfalen
  • Nutzlast: bis zu 250 kg
  • Reichweite: bis zu 300 km
  • Geschwindigkeit: bis zu 250 km/h
  • Antrieb: Hybrid-elektrisch
  • Start und Landung: Senkrechtstart und -landung (VTOL)
  • Einsatzgebiete: Militärlogistik, Katastrophenschutz, Offshore-Versorgung, medizinische Transporte
  • Erstflug Prototyp: geplant für 2026
  • Geplanter Produktionsstart: ab 2028
  • Geplante Arbeitsplätze: mehrere hundert bis 2029

Einsatzgebiete reichen weit über das Militär hinaus

Die aktuelle Sicherheitslage in Europa dürfte einer der Gründe sein, warum Schwerlastdrohnen zunehmend Aufmerksamkeit erhalten. Militärische Logistik gilt als eines der wichtigsten Einsatzfelder für autonome Luftfahrtsysteme. Nachschub kann schneller und mit geringerem Risiko transportiert werden als über gefährdete Straßenverbindungen.

Die Entwickler sehen darüber hinaus zahlreiche zivile Anwendungen:

  • Versorgung abgelegener Regionen
  • Transport von Ersatzteilen zu Offshore-Windparks
  • Katastrophenschutz
  • medizinische Notfalllogistik
  • zeitkritische Industrie- und Spezialtransporte

Gerade dort, wo klassische Infrastruktur fehlt oder beschädigt ist, könnten solche Systeme künftig eine Rolle übernehmen.

Rheinmetall bringt Luftfahrt- und Drohnenkompetenz ein

Rheinmetall will seine Erfahrung als zugelassene Luftfahrtorganisation sowie seine Kompetenzen im Bereich unbemannter Systeme in das Projekt einbringen. „Mit der heutigen Absichtserklärung legen wir den Grundstein für die Industrialisierung eines zukunftsweisenden unbemannten Flugsystems in Deutschland“, erklärte Vorstandschef Armin Papperger auf der ILA.

Für ERC wäre die Partnerschaft ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Serienfertigung. Das Unternehmen aus Ottobrunn bei München entwickelt seit mehreren Jahren Senkrechtstarter für militärische und zivile Anwendungen. Nach Unternehmensangaben sollen erste Flugerprobungen der Victor U250 bereits 2026 beginnen. Die Serienproduktion wird für 2028 angestrebt.

NRW will Standort für Schwerlastdrohnen werden

Neben der technischen Entwicklung steht vor allem der industrielle Aufbau im Mittelpunkt der Vereinbarung. Nordrhein-Westfalen will die Partner bei der Suche nach geeigneten Standorten unterstützen und Fördermöglichkeiten prüfen. Darüber hinaus sollen Genehmigungs- und Abstimmungsverfahren begleitet werden.

Sollte das Vorhaben erfolgreich umgesetzt werden, entstünde in Deutschland erstmals eine industrielle Fertigung für Schwerlastdrohnen dieser Größenordnung. Für Rheinmetall wäre dies der Einstieg in ein weiteres Zukunftsfeld der unbemannten Luftfahrt. Für Nordrhein-Westfalen könnte daraus ein neuer Hightech-Standort entstehen, an dem Entwicklung, Produktion und Zulieferindustrie eng miteinander verzahnt sind.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.