Konjunktur 17.02.2026, 13:30 Uhr

Wenn der Stellenabbau kommt: Diese Branchen setzen Ingenieure unter Druck

Die deutsche Industrie steckt mitten in der Krise – Hunderttausende Jobs wurden 2025 gestrichen, besonders in Auto, Textil und Metall. Für Ingenieure stellt sich die Frage: In welchen Branchen sind Arbeitsplätze noch sicher, und wo droht weiterer Stellenabbau?

Symbolbild Stellenabbau mit den Pfeilen

FOTOMONTAGE, 14.02.2026, In zwei Wegweisern befinden sich die Schriftzuege Industrie und Stellenabbau.

Foto: picture alliance / ZB | Sascha Steinach

Deutlicher Jobabbau in der Industrie

Die deutsche Industrie hat in der Wirtschaftskrise 2025 spürbar Personal abgebaut. Ende des vergangenen Jahres waren noch rund 5,38 Millionen Menschen in der Branche beschäftigt – etwa 124 000 weniger als ein Jahr zuvor. Das entspricht einem Rückgang von 2,3 %.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Beratungsgesellschaft EY, die der Deutsche Presse-Agentur vorliegt. Demnach fiel der Stellenabbau nahezu doppelt so hoch aus wie im Jahr 2024. Grundlage der Studie sind Daten des Statistisches Bundesamt; berücksichtigt wurden Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten.

Autobranche besonders betroffen

Am stärksten traf es 2025 die ohnehin angeschlagene Autobranche. Dort gingen allein rund 50.000 Arbeitsplätze verloren. Deutlich moderater fiel der Rückgang in der Chemie- und Pharmaindustrie aus: Hier sank die Beschäftigtenzahl lediglich um etwa 2 000 Stellen.

„Die deutsche Industrie steckt in einer tiefen Krise“, kommentierte Jan Brorhilker, Managing Partner bei EY.

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Industrieumsätze weiter unter Druck

Die wirtschaftliche Lage der deutschen Industrie blieb auch 2025 angespannt. Laut einer Analyse der Beratungsgesellschaft EY sanken die Umsätze im vergangenen Jahr um 1,1 %. Besonders alarmierend: Das vierte Quartal 2025 markierte bereits das zehnte Quartal in Folge mit rückläufigen Erlösen.

Während mehrere Branchen Einbußen hinnehmen mussten, entwickelte sich das Bild uneinheitlich:

  • Deutliche Umsatzverluste verzeichneten vor allem die Auto-, Papier- und Textilindustrie.
  • Zuwächse meldeten hingegen die Metallindustrie sowie die Elektrotechnik.

Stellenabbau seit 2019 spürbar

Auch über mehrere Jahre betrachtet zeigt sich ein deutlicher Beschäftigungsrückgang. Seit dem Vor-Corona-Jahr 2019 sei die Zahl der Industriearbeitsplätze um rund 266.000 gesunken – ein Minus von knapp fünf Prozent, so die Auswertung.

Besonders stark fiel der Rückgang in einzelnen Branchen aus:

  • Autobranche: minus 13 % bzw. rund 111 000 Beschäftigte
  • Textilindustrie: minus 16 %
  • Metallindustrie: minus 13 %

Andere Bereiche der Industrie konnten in den vergangenen Jahren sogar Personal aufbauen. So stieg die Beschäftigtenzahl in der Chemie- und Pharmaindustrie seit 2019 um rund 3 %, in der Elektroindustrie legte sie um etwa 2 % zu.

Insgesamt deuten die Zahlen darauf hin, dass sich der Strukturwandel innerhalb der Industrie weiter beschleunigt und einzelne Branchen sehr unterschiedlich von der Krise betroffen sind.

Stellenabbau setzt sich fort

Die Beratungsgesellschaft EY geht davon aus, dass die Industrie auch 2026 wegen schwacher Aufträge und starkem Wettbewerbsdruck weiter Arbeitsplätze abbauen dürfte. Hinzu komme die steigende Zahl von Insolvenzen, insbesondere bei Autozulieferern, betont Jan Brorhilker. Gleichzeitig verlagerten Autokonzerne zunehmend Produktion sowie Forschung und Entwicklung ins Ausland – „das geht auf Kosten der Arbeitsplätze in Deutschland“, so Brorhilker.

Ökonomen rechnen zwar damit, dass die deutsche Wirtschaft nach Jahren der Flaute 2026 wieder um etwa ein Prozent wächst. Allerdings dauert es, bis sich dieses Wachstum in den Betrieben bemerkbar macht. Einen breiten und spürbaren Aufschwung erwarten Volkswirte erst für 2027, wenn die staatlichen Milliardenausgaben für Rüstung und Infrastruktur ihre volle Wirkung entfalten. (mit dpa)

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Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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