EPA 03.03.2026, 15:00 Uhr

Frauenpower in der Innovation? Zahlen aus Europa decken große Unterschiede auf

Frauen und Patente in Europa: Wie entwickelt sich die Erfinderinnenquote – und warum bleibt Deutschland zurück? Eine aktuelle Studie des Europäisches Patentamt liefert neue Zahlen zu Patentanmeldungen, Tech-Startups und Patentberufen.

Eine Frau arbeitet am Computer.

Frauen gestalten Europas Innovation: Von Patenten über Tech-Startups bis zu Patentberufen – wo Fortschritt gelingt und wo Deutschland aufholt.

Foto: Smarterpix/AndreyPopov

Wie sieht es bei Patentanmeldungen von Frauen aus? Eine neue Studie der Europäisches Patentamt (EPA) zeigt: Der Fortschritt ist da – aber er geht nur langsam voran. Untersucht wurde die Rolle von Frauen in MINT-Berufen und im Innovationsumfeld in ganz Europa.

Die Analyse macht deutlich, dass Frauen weiterhin unterrepräsentiert sind – etwa bei Patentanmeldungen, in Deep-Tech-Start-ups, in Patentberufen und auf den Karrierewegen promovierter Wissenschaftlerinnen. Zwar gibt es Verbesserungen, doch die Lücken bestehen nach wie vor.

Der Bericht wurde kurz vor dem Internationalen Frauentag veröffentlicht und liefert belastbare Zahlen für Europa. Er soll politische Initiativen wie die EU-Strategie zur Gleichstellung und die Innovationsziele auf europäischer Ebene mit konkreten Daten unterstützen.

„Europa kann nur davon profitieren, die Beteiligung von Frauen an Innovationen zu stärken“, kommentiert EPA-Präsident António Campinos. „Diversität ist kein Luxus, sondern der Treibstoff für bahnbrechende Innovationen. Diese Studie deckt weiterhin bestehende Hindernisse auf unserem Weg zum Fortschritt auf, damit Europa sein volles Innovationspotenzial in Forschung, Patentierung und Unternehmertum ausschöpfen kann.”

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
STEULER-KCH GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im Projektbereich (m/w/d) Region Bayern / Süddeutschland - Surface Protection Linings STEULER-KCH GmbH
Region Bayern / Süsseutschland Zum Job 
City 1 Group GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im schlüsselfertigen Wohnungsbau (m/w/d) City 1 Group GmbH
Neu-Isenburg Zum Job 
TenneT TSO GmbH-Firmenlogo
Projektleiter Hoch- und Tiefbau Umspannwerke (m/w/d) TenneT TSO GmbH
Bayreuth, Ingolstadt, Schweinfurt Zum Job 
TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Mitarbeiter Montage Sondermaschinenbau - Mechanik (m/w/d) TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
ELAC SONAR GmbH-Firmenlogo
Systems Engineer - Proposals (m/w/d) ELAC SONAR GmbH
IGS Ingenieure GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektmitarbeiter:in (m/w/d) im Bau- und Vertragsmanagement IGS Ingenieure GmbH & Co. KG
Duisburg, Hamburg, München, Stuttgart, Weimar⁠⁠⁠⁠⁠⁠ Zum Job 
IGS Ingenieure GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauüberwachung / Bauoberleitung (m/w/d) im Konstruktiven Ingenieurbau und Straßenbau IGS Ingenieure GmbH & Co. KG
Hochheim/Main, München, Stuttgart⁠⁠⁠⁠⁠⁠. Zum Job 
TenneT-Firmenlogo
ERP-Experte / SAP Super User mit Schwerpunkt Umspannwerke (m/w/d) TenneT
Bayreuth Zum Job 
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Fachrichtung Tiefbau, Straßenbau oder Siedlungshydrologie Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)
Sprint Sanierung GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur / Betriebswirt / Bautechniker / Handwerksmeister als Niederlassungsleiter (m/w/d) Sprint Sanierung GmbH
Berlin-Ahrensfelde Zum Job 
nora systems GmbH-Firmenlogo
LEAN Manager (m/w/d) nora systems GmbH
Weinheim Zum Job 
Werner Sobek AG-Firmenlogo
Bauingenieur Brückenbau (m/w/d) Werner Sobek AG
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur (w/m/d) im Bereich Hochbau Instandhaltung Die Autobahn GmbH des Bundes
BG ETEM-Firmenlogo
Dozent/-in (m/w/d) für die Bildungsstätte in Bad Münstereifel BG ETEM
Bad Münstereifel Zum Job 
Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH-Firmenlogo
Abteilungsleiter*in Flottenmanagement / ECM3 (Head of Fleet Management / ECM3) Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH
Karlsruhe Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Sportstätten GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
VESTOLIT GmbH-Firmenlogo
PLS Programmierer (m/w/d) VESTOLIT GmbH
VESTOLIT GmbH-Firmenlogo
EMSR Techniker (m/w/d) VESTOLIT GmbH
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr-Firmenlogo
Ingenieurin / Ingenieur mit Master in Informatik / Elektrotechnik - Beamten- Ausbildung (m/w/d) Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr
deutschlandweit Zum Job 
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr-Firmenlogo
Offizierin / Offizier Anwärter/in - Führungskraft Oberfähnrichmodell mit Bachelor (Master) (m/w/d) Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr
deutschlandweit Zum Job 

Frauen bei Patentanmeldungen: Kaum Fortschritte in Europa und Deutschland

Der Anteil von Erfinderinnen in Europa ist in den vergangenen Jahren nur leicht gestiegen – von 13 % im Jahr 2019 auf 13,8 % im Jahr 2022. Frauen arbeiten zwar häufig in Erfinderteams mit, werden aber deutlich seltener als alleinige Erfinderinnen genannt. Das spricht dafür, dass es weiterhin strukturelle Hürden gibt.
Besonders niedrig ist der Anteil in Deutschland. Die sogenannte Erfinderinnenquote (Women Inventor Rate, WIR) – also der Anteil von Frauen an europäischen Patentanmeldungen – stieg hier nur minimal: von 9,7 % (2013–2017) auf 10,3 % (2018–2022). Insgesamt bleibt die Beteiligung von Frauen an Patenten damit auf einem dauerhaft niedrigen Niveau.

Ein Grund für den Abstand zum EU-Durchschnitt liegt in der Struktur der Patentanmeldungen in Deutschland: Es gibt viele Anmeldungen durch Unternehmen, aber vergleichsweise wenige durch Hochschulen oder öffentliche Forschungseinrichtungen. Zudem konzentrieren sich deutsche Patente stark auf Technologiefelder, in denen traditionell besonders wenige Frauen als Erfinderinnen vertreten sind.

Innovationscluster: Wo Frauen bei Patenten stärker vertreten sind

Ein Blick auf die führenden Innovationsregionen Europas zeigt: Auch innerhalb Deutschlands gibt es deutliche Unterschiede bei der Beteiligung von Frauen an Patentanmeldungen.

Unter den 30 stärksten Innovationsclustern Europas liegt Düsseldorf vorn. Die Erfinderinnenquote (Women Inventor Rate, WIR) betrug dort im Zeitraum 2018–2022 19,1 % – und damit über dem deutschen Durchschnitt. In der vorherigen Periode (2013–2017) lag sie sogar bei 20,3 %. Im europäischen Vergleich erreicht Düsseldorf damit Platz 6. Eine wichtige Rolle spielt die starke Spezialisierung der Region auf den Chemiesektor, in dem vergleichsweise mehr Frauen an Patenten beteiligt sind.

Besonders dynamisch entwickelte sich der Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg. Hier stieg die Erfinderinnenquote von 9,1 % auf 11,2 %. Damit gehört die Region zu den deutschen Clustern mit dem stärksten Zuwachs.

Ein weiteres Beispiel ist Rostock: Die Stadt konnte ihre Quote sogar verdoppeln – von 11 % (2013–2017) auf 22 % (2018–2022). Das liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Im europäischen Vergleich belegt Rostock Platz 9 bei der Wachstumsrate von Patentanmeldungen beim Europäischen Patentamt.

Frauen im Tech-Unternehmertum: Weiterhin deutlich unterrepräsentiert

Auch bei technologieorientierten Startups mit Patentanmeldungen sind Frauen klar in der Minderheit. Nur 13,5 % dieser Unternehmen haben mindestens eine Gründerin.

Im europäischen Vergleich zeigen sich große Unterschiede: Länder wie Spanien, Portugal und Irland schneiden deutlich besser ab, während die Niederlande, Österreich und Deutschland zu den Schlusslichtern gehören.

Ein positiver Trend ist bei jüngeren Startups zu erkennen: Hier liegt der Anteil von Gründerinnen bei 14 %. Bei Unternehmen, die älter als 20 Jahre sind, sind es nur rund 5,9 %. Das spricht für mehr Diversität bei Neugründungen.

Allerdings zeigt sich ein Problem in der Wachstumsphase: Sobald es um größere Finanzierungsrunden geht, sinkt der Anteil von Frauen wieder spürbar. Von Frauen mitgegründete Unternehmen stoßen hier offenbar weiterhin auf größere Hürden.

Deutschland: Wenige Gründerinnen in patentaktiven Startups

Deutschland gehört zu den europäischen Ländern mit dem niedrigsten Anteil an Gründerinnen in Startups, die europäische Patente anmelden. Frauen machen hier nur 7,6 % aller Gründerinnen und Gründer aus.

Etwas positiver sieht es bei einer anderen Kennzahl aus: 12,4 % der Startup-Teams haben mindestens eine Gründerin. Das liegt vor allem daran, dass es vergleichsweise viele gemischtgeschlechtliche Gründerteams gibt – ihr Anteil beträgt 7,1 %.

Frauenanteil nach Technologiefeld: Große Unterschiede in Europa

Wie stark Frauen an Patenten beteiligt sind, hängt in Europa stark vom jeweiligen Technologiebereich ab. In einigen Feldern sind sie gut vertreten – in anderen kaum.

Hoher Anteil von Erfinderinnen (Life Sciences):

  • Pharmazeutika: 34,9 %
  • Biotechnologie: 34,2 %
  • Lebensmittelchemie: 32,3 %

Sehr niedriger Anteil (klassische Ingenieursbereiche):

  • Werkzeugmaschinen: 5,7 %
  • Grundlegende Kommunikationsprozesse: 5,5 %
  • Mechanische Bauteile: 4,9 %

Deutliche Unterschiede zeigen sich auch bei den Anmeldern:

Den höchsten Anteil an Erfinderinnen (24,4 %) verzeichnen Universitäten und öffentliche Forschungseinrichtungen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Einzelantragsteller kommen dagegen auf die niedrigsten Beteiligungsquoten.

Die Lücke in den Patentberufen bleibt – trotz Fortschritten

Die Studie schaut nicht nur auf Erfinderinnen, sondern auch auf die Berufe rund um Patente und Innovation. Hier gibt es leichte Fortschritte: Frauen stellen inzwischen 29,2 % der europäischen Patentanwälte – mit steigender Tendenz. Das zeigt, dass mehr Frauen in Bereichen arbeiten, die das Innovationssystem tragen und gestalten.

In Deutschland ist die Entwicklung zwar ebenfalls positiv, aber das Niveau bleibt niedrig. Zwischen 2015 und 2025 stieg der Anteil weiblicher europäischer Patentanwälte um 4,6 Prozentpunkte. Trotzdem liegt der Frauenanteil 2025 bei nur 20,7 %. Damit hat Deutschland – trotz der höchsten Zahl registrierter europäischer Patentanwält:innen – den zweitniedrigsten Frauenanteil in Europa und bleibt deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 29,2 %.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.