Kurzschluss: Brand auf dem Forschungszentrum Darmstadt
Auf dem Gelände eines Forschungsinstituts in Darmstadt ist am 05. Februar ein Feuer ausgebrochen. Dies bestätigte die Feuerwehr. Der Einsatz am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung dauert seit den Morgenstunden an.
Das Helmholtzzentrum in Darmstadt brennt.
Foto: picture alliance/dpa/Mike Seeboth
Nach bisherigen Angaben steht ein Umspannwerk in Flammen. Wie es zu dem Brand gekommen ist und welche Folgen er hat, ist derzeit noch nicht bekannt. Weitere Details sollen im Laufe des Vormittags veröffentlicht werden.
Anwohnerinnen und Anwohner wurden vor möglichen Brandgasen gewarnt. Sie sollen Fenster und Türen geschlossen halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen ausschalten.
Das GSI Helmholtzzentrum im Darmstädter Stadtteil Wixhausen ist vor allem für seine Ionenbeschleunigeranlage bekannt.
Kurzschluss als Brandursache
Wie später mitgeteilt wurde, ist der Brand in einem Forschungszentrum in Darmstadt nach Angaben des Betreibers durch einen Kurzschluss ausgelöst worden. Betroffen war eine bereits bestehende Anlage zur Teilchenbeschleunigung, erklärte ein Sprecher des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung.
Der Kurzschluss habe sich während der Vorbereitung zum Hochfahren der Anlage in der Hochspannungsversorgung ereignet. Angaben zu möglichen Schäden machte der Sprecher nicht. Eine neue, milliardenschwere Anlage, die derzeit auf dem Gelände errichtet wird, sei nicht betroffen.
Die Beschleunigeranlagen dienen unter anderem der Erforschung des Aufbaus der Materie sowie der Entwicklung des Universums.
Das Feuer brach am Morgen aus und richtete laut Feuerwehr erheblichen Sachschaden an. Verletzte gab es nicht.
GSI: Jahrzehntelange Spitzenforschung und Ausbau zum internationalen Beschleunigerzentrum
Seit ihrer Gründung im Jahr 1969 verfügt die GSI über mehr als fünf Jahrzehnte Erfahrung in der Entwicklung und im sicheren Betrieb von Schwerionenbeschleunigern. Die Einrichtung hat sich mit anspruchsvollen und international beachteten Experimentprogrammen einen herausragenden Ruf in der wissenschaftlichen Forschung erarbeitet.
Zu den bedeutendsten wissenschaftlichen Erfolgen zählen unter anderem die Synthese mehrerer neuer chemischer Elemente, darunter Bohrium (107), Hassium (108), Meitnerium (109), Darmstadtium (110), Roentgenium (111) und Copernicium (112). Auch in der Medizin setzte die GSI Maßstäbe: Die Entwicklung der Tumortherapie mit Kohlenstoffionen führte zur Einrichtung entsprechender Therapiezentren in Heidelberg und Marburg, die auf dem Know-how der Forschungseinrichtung basieren.
Großforschungseinrichtungen wie die GSI werden in Deutschland im Rahmen der Helmholtz-Gemeinschaft regelmäßig evaluiert und strategisch weiterentwickelt. Ziel ist es, Forschungsinfrastrukturen und Großgeräte für nationale und internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möglichst effizient zu betreiben und einen maximalen wissenschaftlichen Nutzen zu erzielen.
Bereits in den 1990er-Jahren begannen Forschende und Ingenieurinnen und Ingenieure der GSI mit der Entwicklung von Konzepten für eine leistungsfähige Erweiterung der bestehenden Anlagen. Diese Planungen mündeten schließlich in den Projektantrag sowie in die Gründung der internationalen Facility for Antiproton and Ion Research (FAIR) GmbH, die den Ausbau zu einem der weltweit führenden Beschleunigerzentren vorantreibt. (mit dpa)
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