Arbeitsmarkt 27.02.2026, 12:00 Uhr

Stellenabbau bei Bosch: Erst 6000, bald noch viel mehr?

Der Umbau beim Autozulieferer trifft deutlich mehr Beschäftigte als bislang sichtbar. Hinter den Zahlen steckt ein tiefgreifender Strategiewechsel – mit Folgen, die noch längst nicht absehbar sind.

Mitarbeiter der Robert Bosch GmbH montieren in der Fertigung Brennstoffzellen-Antriebssysteme für die Stromerzeugung aus Wasserstoff in Fahrzeugen. Das sogenannte Fuel-Cell-Power-Module (FCPM) wird vor allem in Nutzfahrzeugen, und dort in der Langstrecken-Anwendung, eingesetzt. Das FCPM besteht aus einem oder zwei Brennstoffzellenstacks und anderen Komponenten, die zum Betrieb der Stacks benötigt werden.

Der Autozulieferer Bosch treibt den Umbau seiner Mobilitätssparte voran – in Deutschland sind zehntausende Arbeitsplätze betroffen.

Foto: picture alliance/dpa | Marijan Murat

Bosch steht vor einem tiefgreifenden Umbau: In der Mobilitätssparte hat der Konzern in Deutschland bereits rund 6000 Stellen abgebaut. Das berichtete Bosch-Chef Stefan Hartung der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“. Der weltgrößte Autozulieferer reagiert damit auf den Wandel der Branche und die eher schwache Nachfrage nach Elektroautos – unter anderem durch ein groß angelegtes, freiwilliges Personalabbauprogramm. Insgesamt könnten in der Kfz-Sparte in Deutschland in den kommenden Jahren rund 22.000 Arbeitsplätze wegfallen.

Hartung sagte: „Der größte Weg liegt also noch vor uns.“ Zugleich habe man in den vergangenen Monaten an fast allen betroffenen Standorten mit den Arbeitnehmervertretern Einigungen erzielt. „Das war für beide Seiten sehr anspruchsvoll, aber leistet einen entscheidenden Beitrag zur Schließung der Kostenlücke und damit zur Sicherung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von Bosch“, betonte der 60-Jährige.

Bosch bildet Milliarden-Rückstellungen für Stellenabbau

Für das Jahr 2025 hat der Konzern Rückstellungen von 2,7 Milliarden Euro für den Abbau von Arbeitsplätzen gebildet. Auf dem Papier seien damit alle finanziellen Lasten berücksichtigt, soll Hartung erklärt haben: „In der Realität natürlich noch nicht.“ Die Rückstellungen würden die Belastungen bereits in den Gewinnen abbilden, doch das Geld für die ausscheidenden Beschäftigten werde erst in den kommenden Jahren fließen.

2025 habe Bosch laut Bericht rund 900 Millionen Euro an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgezahlt, die das Unternehmen verlassen hätten. „Die restlichen Mittel werden erst in den Folgejahren eingesetzt,“ fügte der Konzern-Chef hinzu, „die eigentliche Liquiditätsbelastung kommt also noch“, wird er von der dpa zitiert.

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Sozialverträglicher Personalabbau geplant

Eine Sprecherin von Robert Bosch GmbH erklärte, der notwendige Stellenabbau an den Standorten solle möglichst sozialverträglich umgesetzt werden. Dafür setze das Unternehmen unter anderem auf Angebote wie Vorruhestand und Altersteilzeit, freiwillige Abfindungen sowie die Vermittlung auf interne oder externe Stellen.

Die lokalen Vereinbarungen sähen zudem Maßnahmen wie Investitionen in Zukunftsfelder und die Sicherung von Ausbildungsbereichen vor. All dies trage wesentlich dazu bei, die jährliche Kostenlücke von 2,5 Milliarden Euro in der Mobilitätssparte zu schließen und so die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. (mit dpa)

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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