
Wer sich auf eine neue Stelle bewirbt, möchte wissen, was ihn erwartet. Wie hoch ist das Gehalt? Wie sehen die Arbeitszeiten aus? Ist Homeoffice möglich? Fehlen solche Angaben in der Stellenanzeige, bleiben wichtige Fragen offen.
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Besonders häufig vermissen Jobsuchende Informationen zum Gehalt. Das zeigt der XING Arbeitsmarktreport 2026. 54 % der Befragten wünschen sich Gehaltsangaben in Stellenanzeigen. 38 % fehlen Informationen zu den Arbeitszeiten. Auch Homeoffice, das Team und die Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung interessieren potenzielle Bewerber.
Für Unternehmen, die Ingenieurinnen und Ingenieure suchen, lohnt sich deshalb ein Blick auf die eigenen Stellenanzeigen. Denn wer sich für einen Job interessiert, möchte vor einer Bewerbung einschätzen können, ob die Vergütung und die Arbeitsbedingungen zu den eigenen Vorstellungen passen.
Diese Angaben fehlen in Stellenanzeigen
Das Gehalt steht bei den vermissten Informationen an erster Stelle. Mehr als die Hälfte der Befragten (54 %) wünscht sich entsprechende Angaben. 38 % möchten wissen, welche Arbeitszeiten sie erwarten. Weitere Lücken sehen Jobsuchende bei den Rahmenbedingungen und den beruflichen Perspektiven:
- 22 % vermissen Angaben zu Homeoffice-Möglichkeiten.
- 21 % wünschen sich Informationen zum Team.
- 21 % fehlen Angaben zu Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
Wer eine Stelle ausschreibt, aber keine Angaben zur Vergütung macht, lässt eine zentrale Frage unbeantwortet. Auch Arbeitszeiten und Homeoffice-Regelungen können darüber entscheiden, ob eine Stelle zum eigenen Leben passt. Informationen zum Team und zu Weiterbildungsmöglichkeiten geben zudem einen Eindruck davon, wie die Arbeit organisiert ist und welche Perspektiven der Job bietet.
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Jobsuche wird schwieriger, Unternehmen finden zu wenige passende Bewerber
Die Umfrage zeigt, dass sich die Lage auf beiden Seiten des Arbeitsmarkts angespannt hat. 42 % der Befragten erleben die Jobsuche in ihrem beruflichen oder privaten Umfeld als schwieriger als früher. Besonders häufig äußern sich die 25- bis 34-Jährigen kritisch: In dieser Altersgruppe sind es 50 %. Frauen bewerten die Entwicklung ebenfalls negativer als Männer. Bei ihnen empfinden 46 % die Jobsuche als schwieriger, bei Männern sind es 38 %.
Auch Unternehmen haben zunehmend Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. 62 % der befragten HR-Verantwortlichen berichten, dass dies in den vergangenen zwölf Monaten schwieriger geworden ist. Die Hälfte sagt, dass zwar viele Bewerbungen eingehen, darunter aber zu wenige passende sind.
Bei 81 % der Unternehmen liegt der Anteil qualifizierter Bewerbungen über alle ausgeschriebenen Stellen hinweg unter 50 %. Als Hauptgrund für schwer zu besetzende Stellen nennen 45 % der Recruiter, dass auf dem Arbeitsmarkt zu wenige fachlich geeignete Kandidaten verfügbar seien.
XING-Arbeitsmarktexperte Dr. Julian Stahl sagt: „Jobsuchende und Unternehmen finden nicht zueinander. Die Situation ist paradox: Obwohl Angebot und Nachfrage grundsätzlich vorhanden sind, verschärft sich die Lage am Arbeitsmarkt.“
Personalmangel belastet bestehende Teams
Bleiben Stellen unbesetzt, müssen häufig die vorhandenen Beschäftigten zusätzliche Aufgaben übernehmen. Das erhöht die Belastung und kann dazu führen, dass weitere Mitarbeitende kündigen.
53 % der befragten HR-Verantwortlichen berichten, dass die bestehenden Teams durch schwer zu besetzende Stellen stärker belastet werden. 29 % geben an, dass Mitarbeitende deshalb das Unternehmen verlassen.
Auch die Beschäftigten selbst spüren die Folgen des Personalmangels. 35 % berichten von Schwierigkeiten, passendes Personal zu finden. 27 % nehmen eine höhere Arbeitsbelastung wahr, 25 % ein gestiegenes Stresslevel.
Als größte Einschränkung im Arbeitsalltag nennen 36 % der Befragten den Personalmangel. Bürokratie und administrativer Aufwand folgen mit 27 %, langsame Entscheidungen mit 26 %.
Gleichzeitig kümmern sich nach Einschätzung der Beschäftigten nur 13 % der Unternehmen verstärkt um die Anliegen ihrer Mitarbeitenden, um sie zum Bleiben zu bewegen.
Stahl sieht deshalb auch die Arbeitgeber in der Pflicht: „Hier herrscht ganz klarer Handlungsdruck auf Seiten der Unternehmen“, sagt Dr. Julian Stahl. „Wenn man einerseits mit massiven Schwierigkeiten im Recruiting kämpft, aber andererseits viel zu wenig tut, um Mitarbeitende zu halten, dann ist ein Teil des Problems hausgemacht.“
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Bewerbende wünschen sich schnelle Rückmeldungen
Nicht nur die Stellenanzeige beeinflusst den Eindruck, den Jobsuchende von einem Unternehmen gewinnen. Auch der Umgang mit Bewerbungen spielt eine Rolle. Die Befragten wünschen sich vor allem schnelle Rückmeldungen und Klarheit über den weiteren Ablauf.
51 % erwarten eine schnelle Absage, wenn es nicht passt. 46 % wünschen sich eine persönliche Rückmeldung innerhalb weniger Tage. Jeweils 42 % legen Wert auf Transparenz über den Status ihrer Bewerbung und klare Informationen zu den nächsten Schritten.
Wer wochenlang auf eine Antwort wartet oder nicht weiß, wie es weitergeht, verliert möglicherweise das Interesse an einer Stelle. Unternehmen können deshalb bereits während des Bewerbungsverfahrens zeigen, wie sie kommunizieren und mit potenziellen Mitarbeitenden umgehen.
„Recruiting ist mehr als die Besetzung einer Vakanz“, sagt Dr. Julian Stahl. „Jeder Kontakt im Bewerbungsprozess vermittelt auch ein Bild davon, wie ein Unternehmen arbeitet, kommuniziert und mit Menschen umgeht. Und wer hier von Anfang an punkten kann, optimiert seine Chancen, in einem schwierigen Markt als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.“
So wurde die Studie durchgeführt
Der XING Arbeitsmarktreport 2026 wurde zum dritten Mal in Folge vom Marktforschungsinstitut Appinio im Auftrag der Jobbörse durchgeführt. Befragt wurden 2.000 Beschäftigte und 300 Recruiter in Deutschland.
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