Pfannen, Gitarrensaiten und Mikrochips 04.02.2016, 13:00 Uhr

Teflon sorgt seit 75 Jahren für Milliardenumsätze

Happy Birthday, Teflon! Der Wunderkunststoff feiert heute seinen 75. Geburtstag. Hersteller von Pfannen, Gitarrensaiten und Mikrochips verdanken ihm einen milliardenschweren Markt. Doch was macht den Kunststoff so besonders? 

Da freut sich das Ei in der Pfanne: Der Wunderkunststoff Teflon feiert 75. Geburtstag. Der Siegeszug der berühmten Pfannen begann in den 1950er-Jahren. 

Da freut sich das Ei in der Pfanne: Der Wunderkunststoff Teflon feiert 75. Geburtstag. Der Siegeszug der berühmten Pfannen begann in den 1950er-Jahren. 

Foto: Jan Woitas/dpa

Roy Plunkett machte vor 75 Jahren eine merkwürdige Entdeckung. Um einen besseren Kühlschrank zu erfinden, setzte der US-Chemiker einen Kanister mit dem Gas Tetrafluorethylen unter Druck und fror ihn ein. Am nächsten Tag staunte er nicht schlecht. Denn nach einer chemischen Reaktion war das Gas verschwunden, im Kanister befand sich stattdessen ein weißliches Pulver. Und dieses Polytetrafluorethylen (PTFE) hatte ungewöhnliche Eigenschaften: Plunkett stellte fest, dass es nicht brennbar, reaktionsträge und äußerst beständig ist und zudem einen geringen Reibungskoeffizienten hat.

Die ungewöhnlichen Materialeigenschaften waren Grund genug die Erfindung schützen zu lassen. Plunkett erhielt das Patent auf den Kunststoff am 4. Februar 1941 – es trug die Nummer US2230654. Anschließend übernahm sein früherer Arbeitgeber, die Chemiefirma DuPont, und stürzte mit dem Wunderkunststoff auf den Markt. Und unter welchem Namen? Richtig: Teflon. DuPont kümmert sich auch heute noch um den Vertrieb, allerdings mit der ausgelagerten Firma Chemours.

Teflon kam beim Atombombenbau zum Einsatz

Schon bald wurden Forscher auf Teflon aufmerksam. Die erste Anfrage kam von Wissenschaftlern des berühmten Manhattan Project, die während des Zweiten Weltkriegs in der Wüste in New Mexiko die Atombombe entwickelten.

US-Chemiker Roy Plunkett (links) mit seinem Team bei der Entwicklung des Materials. Er erhielt das Patent am 4. Februar 1941. 

US-Chemiker Roy Plunkett (links) mit seinem Team bei der Entwicklung des Materials. Er erhielt das Patent am 4. Februar 1941. 

Foto: DuPont/Chemours/dpa

Die Forscher suchten ein Material, um schützende Hüllen für aggressive Uran-Materialien zu bauen und stießen dabei auf das neue Teflon.

Teflon-Pfannen starteten Siegeszug in den 1950er-Jahren

In den 1950er-Jahren ging es dann mit nicht-militärischen Anwendungen weiter. Marc Gregoire beschichtete Angelschnur mit Teflon, damit sie sich besser entwirren lässt. Und die Frau des französischen Ingenieurs kam auf die Idee, Töpfe und Pfannen mit dem neuen Kunststoff zu beschichten. Das Ehepaar sicherte sich dafür ein Patent und sorgte dafür, dass Pfannen bis heute die bekanntesten Anwendungen des Wunderkunststoffs sind.

Teflon kommt nicht nur als Pfannenbeschichtung zum Einsatz: Monteure arbeiten am 10. August 2006 in Dresden auf dem neuen Teflondach über dem 1898 errichteten Hauptbahnhof. 

Teflon kommt nicht nur als Pfannenbeschichtung zum Einsatz: Monteure arbeiten am 10. August 2006 in Dresden auf dem neuen Teflondach über dem 1898 errichteten Hauptbahnhof. 

Foto: Matthias Hiekel/dpa

Auf dem milliardenschweren Markt tummeln sich allerdings auch Gitarrensaiten, Mikrochips und Dichtungen. Und auch Gore-Tex-Kleidung basiert auf PTFE.

Leere Teflon-Pfannen niemals länger als drei Minuten erhitzen

Teflon hat allerdings auch eine Schattenseite. Sie zeigt sich, wenn man leere beschichtete Pfannen und Töpfe länger als drei Minuten erhitzt. Das sollte man vermeiden, sagt das Bundesamt für Risikobewertung (BfR). Sonst könnte sich PTFE zersetzen und Rauch mit giftigen Substanzen freisetzen. Die schädlichen Fluor-Verbindungen können beim Menschen das Polymerfieber auslösen, das zu Atembeschwerden führt. 

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