Stahl 16.12.2024, 10:45 Uhr

Sekunden statt Stunden: Chinesische Forschende beschleunigen Eisenproduktion

Chinesische Forschende haben eine neue Methode zur Eisenherstellung entwickelt, die den Prozess um das 3.600-fache schneller macht. Diese Technologie soll nicht nur effizienter sein, sondern auch die Umwelt weniger belasten.

Eisenproduktion

Flash Ironmaking: Eisenherstellung in nur wenigen Sekunden – 3.600-mal schneller. (Symbolbild).

Foto: PantherMedia / Mario Brenzel

Die Technologie, „Flash Ironmaking“ genannt, soll die Eisenproduktion stark beschleunigen und gleichzeitig ökologische Vorteile bringen. Die Methode der „Flash Ironmaking“, die Professor Zhang Wenhai und sein Team in einer Studie letzten Monat in der Fachzeitschrift Nonferrous Metals beschrieben haben, kann nach ihren eigenen Angaben den Eisenherstellungsprozess in nur drei bis sechs Sekunden abschließen. Traditionelle Hochöfen benötigen dafür jedoch fünf bis sechs Stunden.

Die Idee, Flash-Smelting für die Eisenproduktion zu nutzen, kam aber ursprünglich aus den USA. Doch Zhangs Team erhielt 2013 ein Patent für eine Version des Verfahrens, mit dem direkt flüssiges Eisen produziert werden kann. In den folgenden zehn Jahren verbesserten sie die Methode durch Labor- und Pilotversuche.

Die Technik basiert auf Zhangs jahrelanger Forschung zu „Flash Smelting“-Verfahren, die er bereits in den 1970er-Jahren zur Kupferproduktion entwickelte. Für diese Arbeiten erhielt er 2000 die höchste wissenschaftliche Auszeichnung in China.

Fein gemahlenes Eisenerzpulver in einen sehr heißen Ofen einspritzten

Bei diesem Verfahren wird fein gemahlenes Eisenerzpulver in einen sehr heißen Ofen eingespritzt, was eine „explosive chemische Reaktion“ auslöst. Das Ergebnis sind glühend rote Eisentropfen, die sich am Ofenboden zu reinem Eisen verbinden. Dieses kann direkt für die Stahlproduktion genutzt werden.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Dürkopp Fördertechnik GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur / Konstrukteur (m/w/d) - Zielstellen und Sortiertechnik Dürkopp Fördertechnik GmbH
Bielefeld Zum Job 
PTV Transport Consult GmbH-Firmenlogo
Projektleiter*in Verkehrsplanung & Verkehrstechnik (m/w/d) PTV Transport Consult GmbH
Düsseldorf Zum Job 
VINCORION Advanced Systems GmbH-Firmenlogo
Senior Manager System Engineering Power Systems (all genders) VINCORION Advanced Systems GmbH
Altenstadt Zum Job 
Landesamt für Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (w/m/d) für den Bereich Straßenbau im Geschäftsbereich 3 "Erhaltung, Kompetenzzentrum Brücken" Landesamt für Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein
Kiel, Flensburg, Rendsburg, Itzehoe, Lübeck Zum Job 
RSE+ Architekten Ingenieure GmbH-Firmenlogo
Bauleiter Hochbau, Baumanagement - LPH 6-9, Industrie & Gewerbe (m/w/d) RSE+ Architekten Ingenieure GmbH
Stuttgart, Kassel, Göttingen Zum Job 
Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR-Firmenlogo
Fachbereichsleitung Grün (m/w/d) Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR
Heilbronner Versorgungs GmbH-Firmenlogo
Planungsingenieur in den Bereichen Gas und Wasser (m/w/d) Heilbronner Versorgungs GmbH
Heilbronn Zum Job 
Flughafen München GmbH-Firmenlogo
Leiter Elektrotechnik / Stromnetzprojekte (w/m/d) Flughafen München GmbH
Oberding Zum Job 
Intego GmbH-Firmenlogo
Servicetechniker / Field Service Engineer (m/w/d) - Einsatz in Kalifornien (USA) Intego GmbH
Erlangen Zum Job 
PohlCon GmbH-Firmenlogo
Anwendungsingenieur (m/w/d) PohlCon GmbH
Sumitomo Rubber Europe GmbH-Firmenlogo
Ingenieur FEA (m/w/d) Reifensimulation in Hanau Sumitomo Rubber Europe GmbH
wpd infrastruktur GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Projektleiter Bau (m/w/d) wpd infrastruktur GmbH
Universität zu Köln-Firmenlogo
Bauingenieur*in oder Architekt*in (w/m/d) mit Vertiefung im Baubetrieb bzw. Projektmanagement Universität zu Köln
wpd infrastruktur GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Elektroingenieur (m/w/d) für nationale Wind- und Solarenergieprojekte wpd infrastruktur GmbH
wpd construction GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Projektleiter Elektrotechnik (m/w/d) wpd construction GmbH
Bietigheim-Bissingen Zum Job 
Universität zu Köln-Firmenlogo
Ingenieur*in (w/m/d) für Energiemanagement, Nachhaltigkeit und technische Gebäudeentwicklung Universität zu Köln
BS+P INGENIEURE-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) für Statik und Tragwerksplanung BS+P INGENIEURE
Stuttgart Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Städtische Hochbauprojekte GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)-Firmenlogo
Ingenieur oder Techniker (m/w/d) HKLS im Bundesbau Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG-Firmenlogo
CAD-Konstrukteur (m/w/d) Boyd Weiler GmbH & Co. KG
Weiler-Simmerberg Zum Job 

Das bedeutet, wie die Forschenden berichten, eine 3.600-fache oder größere Steigerung der Geschwindigkeit. Die neue Methode funktioniert auch sehr gut mit Erzen, die nur niedrige oder mittlere Erträge liefern, die in China weit verbreitet sind, werden die Forschenden in der South China Morning Post zitiert.

Eine spezielle Wirbellanze entwickelt

Eine der größten technischen Herausforderungen bei der Entwicklung der Flash Ironmaking-Technologie sei nach Angaben der Forschenden der Bau der Erzsprühlanze gewesen. Diese muss das Eisenerz im Hochtemperaturofen gleichmäßig verteilen, um die gewünschte chemische Reaktion zu erzielen. Zhangs Team hat es geschafft, eine spezielle Wirbellanze zu entwickeln, die 450 Tonnen Eisenerzpartikel pro Stunde sprühen kann. Ein Reaktor, der mit drei solchen Lanzen ausgestattet ist, könnte jährlich bis zu 7,11 Millionen Tonnen Eisen produzieren.

Energieeffizienz in der Stahlindustrie um mehr als ein Drittel steigern

China ist derzeit auf Erze mit hohem Ertrag angewiesen, die es teuer aus Australien, Brasilien und Afrika importiert. Laut Zhang und seinem Team könnte die neue Technologie die Energieeffizienz in der Stahlindustrie um mehr als ein Drittel steigern. Außerdem würde sie die Stahlproduktion ohne Kohle ermöglichen, was helfen würde, das Ziel von nahezu null CO2-Emissionen zu erreichen.

Wie die South China Morning Post berichtet, ist die Methode kurz davor, großflächig eingeführt zu werden. „Die Labor- und Pilotversuche haben die Durchführbarkeit dieses Verfahrens bestätigt“, wird Zhang zitiert.

Max-Planck-Wissenschaftler entwickeln umweltfreundlichen Prozess zur Metallproduktion in einem einzigen Schritt

Auch in Deutschland wird an nachhaltigen Methoden für die Metallproduktion geforscht. Ein Team des Max-Planck-Instituts für Nachhaltige Materialien hat eine neue Designstrategie entwickelt, die Gewinnung, Herstellung, Mischung und Verarbeitung von Metallen in einem einzigen Schritt vereint. Statt Kohlenstoff wird Wasserstoff als Energieträger und Reduktionsmittel genutzt, wodurch kein CO2 entsteht. Bei nur 700°C werden Metallerze direkt zu anwendungsfertigen Legierungen verarbeitet, ohne mehrfaches Erhitzen und Abkühlen. Diese Methode spart im Vergleich zur traditionellen Metallproduktion 40% Energie.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.