Transformation der Stahlindustrie 14.04.2026, 12:30 Uhr

Warum grüner Stahl am Eisenerz scheitern könnte – und nicht am Wasserstoff

Minderwertige Erze könnten zum Showstopper für grünen Stahl werden: Ohne neue Verfahren scheitert die wasserstoffbasierte Produktion am Eisenerz.

Die Versuchsanlage für den Ofenbetrieb mit direkt reduziertem Eisen in Namibia.

Wasserstoff-Drehrohrofen im namibischen Oshivela: Unter Leitung der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung erforscht hier das Konsortium SuSteelAG die Stahlproduktion mit Wasserstoff – auch mit Erzen niedriger Qualität.

Foto: HyIron

Ob die Transformation der Stahlindustrie gelingt, hängt am Wasserstoff und – weniger bekannt – am Eisenerz. Grüner Stahl lässt sich mit minderwertigem Eisenerz – das ist Erz mit geringem Eisenanteil – in heutigen Hüttenwerken nicht produzieren.

Anlagenvergleich: Direktreduktion vs. Hochofen

Das liegt an der Anlagentechnik. Die Basis der Grünstahlproduktion ist die Direktreduktionsanlage, die den CO2-intensiven Hochofen ersetzt. Dieser nutzt Steinkohle als Energieträger und Reduktionsmittel; die Stahlindustrie ist für annähernd 7 % der anthropogenen CO2-Emissionen verantwortlich. Im Hochofen produzieren die Stahlkonzerne aus dem Bergbauprodukt Eisenerz das Eisen für ihre Stahlwerke. Das gilt auch für die Direktreduktionsanlage, wobei hier als Reduktionsmittel Wasserstoff und Erdgas in Frage kommen. Der Umstieg von der Hochofen- auf die Direktreduktionsroute macht den Kern der Transformation der Stahlindustrie aus.

Es gibt ein Problem. Im Hochofen gelangen die Verunreinigungen aus dem Erz in flüssiger Form in die Schlacke und können beim Abstich abgetrennt werden. In der Direktreduktionsanlage entsteht ebenfalls aus Eisenerz Eisen, allerdings ist das Material stets fest. Verunreinigungen können deshalb nicht mit der Schlacke entfernt werden. Deshalb müssen die Hüttenwerke für ihre Direktreduktionsanlagen spezielle stückige Eisenträger einkaufen. Die Herstellung dieser Pellets verursacht viel CO2-Emissionen.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
AllTerra Deutschland GmbH-Firmenlogo
Support Mitarbeiter Vermessungslösungen / Vermessungstechnik (m/w/d), 80-100 % (Wunstorf bei Hannover, Hamburg, Berlin oder Leipzig) AllTerra Deutschland GmbH
Berlin, Leipzig, Hamburg, Wunstorf bei Hannover Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Bauingenieur als Sachgebietsleiter - Betriebsservice U-Bahn, Bauprojekte (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
ME MOBIL ELEKTRONIK GMBH-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d) ME MOBIL ELEKTRONIK GMBH
Langenbrettach Zum Job 
Sanofi-Aventis Deutschland GmbH-Firmenlogo
Traineeprogramm für Ingenieure (all genders) - befristet für 24 Monate Sanofi-Aventis Deutschland GmbH
Frankfurt am Main Zum Job 
TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Mitarbeiter Montage Sondermaschinenbau - Mechanik (m/w/d) TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Bauleitung und Bauüberwachung von Autobahnprojekten Die Autobahn GmbH des Bundes
Würzburg Zum Job 
Kölner Verkehrs-Betriebe AG-Firmenlogo
Bauleiter*in Tiefbau / Fahrleitung Kölner Verkehrs-Betriebe AG
Maschinenbau Silberhorn GmbH-Firmenlogo
Konstrukteur (m/w/d) (Sonder-)Maschinenbau Maschinenbau Silberhorn GmbH
Parsberg (Lupburg) Zum Job 
Immobilien Management Essen GmbH (IME)-Firmenlogo
(Senior) Projektkoordinator (m/w/d) Hochbau & Stadtentwicklung Immobilien Management Essen GmbH (IME)
intecplan integrierte technische Planung GmbH-Firmenlogo
Technischer Systemplaner / Technischer Zeichner (m/w/d) TGA intecplan integrierte technische Planung GmbH
Düsseldorf Zum Job 
AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Techniker Versorgungstechnik HLSK (m/w/d) AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH
Mannheim Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Fachbereichsleitung Energieanlagen (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
PERI Group-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur Klettertechnik & Automation (m/w/d) PERI Group
Weißenhorn Zum Job 
Dürkopp Fördertechnik GmbH-Firmenlogo
Sales Manager (m/w/d) Sorting Solutions Steuerungstechnik Dürkopp Fördertechnik GmbH
Bielefeld Zum Job 
RheinNetz GmbH-Firmenlogo
Ingenieur KRITIS-Sicherheitstechnik (m/w/d) RheinNetz GmbH
RheinNetz GmbH-Firmenlogo
Ingenieur KRITIS-Gebäudetechnik (m/w/d) RheinNetz GmbH
EMKA Beschlagteile GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Produktentwickler / Konstrukteur (m/w/d) EMKA Beschlagteile GmbH & Co. KG
Wuppertal Zum Job 
ista SE-Firmenlogo
Projektingenieur - Technische Gebäudeausrüstung und Energiedienstleistungen (m/w/d) ista SE
Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, München Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Straßenplanung und Entwurf Die Autobahn GmbH des Bundes
Dillenburg Zum Job 
über Tröger & Cie. Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Zweigniederlassungsleiter Großprojekte West (m/w/d) über Tröger & Cie. Aktiengesellschaft
Nordrhein-Westfalen Zum Job 

Forschungsprojekt SuSteelAG untersucht neue Art der Eisenreduktion

Um dieses Problem zu lösen, erforschen die Partner des SuSteelAG-Projekts unter der Leitung der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie sich auch minderwertige Eisenerze für die Grünstahlproduktion nutzen lassen. Auf der Demonstrationsanlage in Oshivela, Namibia, kommt keine klassische Direktreduktionsanlage zum Einsatz, sondern ein Trommelofen, der Wasserstoff als Reduktionsmittel nutzt. Daran schließt sich eine Brikettieranlage an. Laut BAM entfällt der Aufwand für die Pelletierung und Trocknung; die Emissionen sinken.

Das SuSteelAG-Projekt steht für eine Kehrtwende in der Stahlindustrie: Das Eisen könnte in Zukunft nicht mehr in Deutschland produziert werden. Stattdessen könnte die Eisenerzreduktion in die Nähe der Eisenerzminen verlagert werden. Oft sind diese in Regionen mit einem großen Potenzial an erneuerbaren Energien, zum Beispiel in Brasilien, Schweden, Australien, Kanada und Südafrika. Für die Eisenreduktion und die Brikettierung könnte also vergleichsweise günstige Solarenergie genutzt werden.

Laut BAM ergäben sich zwei Vorteile. Erstens entfielen die Transporte der Reduktionsgase zu den Hüttenwerken. Thyssenkrupp, Salzgitter und Co. wären nicht mehr auf günstigen Wasserstoff aus dem deutschen Leitungsnetz angewiesen. Ohnehin ist fraglich, ob dieser Wasserstoff bezahlbar wäre. Zweitens würde der Energiebedarf in Ländern wie Deutschland reduziert.

Minderwertige Erze für grünen Stahl

Im SuSteelAG-Projekt testen die Partner verschiedene Erzqualitäten mit teils niedrigen Eisengehalten zwischen 55 % und 70 %. Diese fallen bislang für eine wirtschaftliche Nutzung aus.

Im Projekt soll das australische Bergbauunternehmen Fortescue die Nutzung diverser Erzqualitäten optimieren und in großtechnische Verfahren überführen. Das Projekt umfasst auch den Aufbau einer Lieferkette nach Deutschland.

Ein Beitrag von:

  • Iestyn Hartbrich

    Iestyn Hartbrich ist Ingenieur und Journalist mit den Schwerpunkten Werkstoffe, Stahlindustrie, Raumfahrt und Luftfahrt.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.