Fracking in Russland 04.10.2013, 10:12 Uhr

Große Öl-Schätze im eiskalten Sibirien

Die russische Regierung forciert gegenwärtig das Fracking im eigenen Land, vornehmlich in Sibirien. Unternehmen, die diese Form der Erdöl- und Erdgasförderung anwenden erhalten massive Steuervorteile. Vor allem die Fracking-Erfolge der Amerikaner haben den Kreml stark aufgeschreckt.

Eine Frackingbohrstelle, bei der Gas aus tieferen Gesteinsmassen mit Druck und Chemie herausgelöst wird. 

Eine Frackingbohrstelle, bei der Gas aus tieferen Gesteinsmassen mit Druck und Chemie herausgelöst wird. 

Foto: dpa/Roberto Pfeil

Beim Fracking wird bis zu rund fünf Kilometer tief in die Erde gebohrt und unter Druck eine Mischung aus Wasser und Chemikalien hineingepumpt. Dabei entstehen Risse im Gestein, durch die auch Erdgas und Erdöl entweichen, die so effektiver an die Oberfläche befördert werden können. Wegen der giftigen Stoffe, die dabei eingesetzt werden, ist Fracking eine umstrittene Methode.

Die Russen sind fest davon überzeugt, das Fracking selbst erfunden zu haben. Der Wissenschaftler Yuri Zheltow soll es gewesen sein, der schon in den Fünfziger Jahren Fracking-Experimente unternommen habe. Später haben die Sowjets schließlich sogar vorübergehend Kernenergie eingesetzt, um damit Fracking blitzschnell betreiben zu können. Das war allerdings ein Fehlschlag, denn dadurch wurde aus dem unterirdischen Sandstein nichts anderes als Glas, das alles Öl und Gas unter Tage dauerhaft verschloss.

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Tatsächlich mit der Ölförderung auf Fracking-Basis in Russland begonnen hat der Kanadier Ron Bullen in den späten Achtziger Jahren. Für Shalegas wie -öl ist das Westsibirische Becken, jene Region entlang des Ural nördlich von Omsk, das Zentrum. Allein im Basenow-Gebiet des Westsibirischen Beckens sollen 100 Milliarden Fass durchaus wirtschaftlich förderbares Öl liegen. Das wären immerhin fünfmal so viel wie im Bakken-Gebiet im amerikanischen Nord Dakota.

Angesichts dieser Mengen kann es nicht verwundern, dass heute im Basenow-Gebiet alles exploriert, was Rang und Namen hat. Das beginnt mit Gazprom und führt über Rosneft bis hin zu Surgutneftegaz. Exxon Mobil ist über ein Joint Venture mit Rosneft hier tätig. Und selbst ganz kleine Firmen, wie die in London börsennotierte Ruspetro sind hier stark engagiert. Die einschlägige technische Ausrüstung kommt größtenteils aus dem Westen. Die wichtigsten Lieferanten sind Haliburton, Schlumberger und Baker Hughes. Selbst die Bohrmannschaften kommen teilweise aus den Vereinigten Staaten.

Starke Misserfolge mit russischer Technik

Das starke technische Engagement der westlichen Firmen erklärt sich aus den völlig unbefriedigenden Erfolgen der russischen Unternehmen mit der Technik aus dem eigenen Land. Lukoil beispielsweise kann bisher aus diesen Lagerstätten nur rund vier Prozent des nachgewiesenen Öls gewinnen, während es bei herkömmlichen Ölfeldern wenigstens 30 bis 35 Prozent sind. Zu den Schwierigkeiten, mit denen sich die Unternehmen auseinandersetzen müssen, zählen auch die extrem harten klimatischen Bedingungen in Sibirien sowie bisher auch noch die hohen Steuern und Abgaben. Allein die Exportsteuer macht die Hälfte des Erlöses am Weltmarkt aus. Weitere gut 20 Prozent vom Verkaufserlös entfallen auf andere Steuern. All das soll sich nun aber ändern. Um das Fracking in ganz großem Stil voranzutreiben, drückt der Kreml inzwischen die Steuerquoten scharf nach unten. Schon in Kürze soll der Nettoerlös für die Firmen je Tonne Öl nach Kosten und Steuern sowie allen anderen Abgaben bei 60 US-Dollar liegen.

Dass nicht schon früher größere Anstrengungen unternommen worden sind, erklärt sich zum großen Teil daraus, dass das Fracking im Basenow-Gebiet geologisch bedingt besonders schwierig ist. Das Öl ist nur mit sehr großem Aufwand zum Fließen zu bewegen. Immerhin: Die  Ziele der russischen Führung sind inzwischen hochgesteckt. 2020 erhofft sich der Kreml schon  440 000 Fass Öl am Tag, das aus dann 200 Fracking-Anlagen kommen soll.

 

Ein Beitrag von:

  • Peter Odrich

    Peter Odrich studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Verkehrsbetriebe. Nach 28 Jahren als Wirtschaftsredakteur einer deutschen überregionalen Tageszeitung mit langer Tätigkeit in Ostasien kehrte er ins heimatliche Grossbritannien zurück. Seitdem berichtet er freiberuflich für Zeitungen und Technische Informationsdienste in verschiedenen Ländern. Dabei stehen Verkehrsthemen, Metalle und ostasiatische Themen im Vordergrund.

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