Gefahr für Sportler 18.12.2014, 12:14 Uhr

Superbakterium in der Bucht für Olympia 2016 gefunden

Segler und Windsurfer der Olympischen Sommerspiele 2016 dürfte es beunruhigen: Forscher haben ein multiresistentes Superbakterium im Wasser der Meeresbucht Guanabara gefunden. Dort landen täglich Millionen Liter Abwasser aus Rio der Janeiro. 

Mehr als die Hälfte des Abwassers der Stadt Rio der Janeiro gelangt ungefiltert in die Guanabara Bucht. Dort haben Forscher jetzt einen multiresistenten Erreger gefunden, der Lungen-, Harnwegs- und Magen-Darm-Infektionen verursachen kann. 

Mehr als die Hälfte des Abwassers der Stadt Rio der Janeiro gelangt ungefiltert in die Guanabara Bucht. Dort haben Forscher jetzt einen multiresistenten Erreger gefunden, der Lungen-, Harnwegs- und Magen-Darm-Infektionen verursachen kann. 

Foto: Embratur Brasília

Das Stäbchenbakterium klebsiella pneumoniae ist normalerweise harmlos und ein selbstverständlicher Bewohner des menschlichen Magen-Darm-Traktes. Der Keim in der Guanabara-Bucht ist jedoch durch die Bildung eines Enzyms weitgehend unempfindlich geworden gegen das moderne Arsenal an Antibiotika. Der Erreger findet sich normalerweise in Krankenhausabfällen und kann Lungen-, Harnwegs- und Magen-Darm-Infektionen verursachen.

Fündig wurden die Wissenschaftler in drei Proben im Wasser des Rio Carioca, ein Fluss, der am Flamengo-Beach in die Guanabara-Bucht mündet. Das ist allerdings kaum verwunderlich. Denn weit mehr als die Hälfte des Abwassers der Stadt am Zuckerhut wird ungefiltert in die Bucht eingeleitet. Es sind somit täglich hunderte Millionen Liter verunreinigtes Wasser, welches die Bucht immer weiter verunreinigt.

Spiele scheinbar kein Anlass zur vollständigen Reinigung 

Auch Strände rund um die Bucht sind mit Müll, Treibgut und Tierkadavern bedeckt. „Das Problem ist: Wenn jemand infiziert ist, müsste er möglicherweise im Krankenhaus behandelt werden“, sagt Mikrobiologin Ana Paula d‘Alincourt vom Oswaldo-Cruz-Institut. „Entsprechende Antibiotika werden nicht mehr verwendet, weil sie giftig für den Körper sind.“

In der Guanabara-Bucht sollen 2016 die Surf- und Segelwettkämpfe der Olympischen Sommerspiele stattfinden. Das Problem: Bislang gelangen jeden Monat rund 330 Tonnen Müll in die Bucht – eine Gesundheitsgefahr für die Sportler. 

In der Guanabara-Bucht sollen 2016 die Surf- und Segelwettkämpfe der Olympischen Sommerspiele stattfinden. Das Problem: Bislang gelangen jeden Monat rund 330 Tonnen Müll in die Bucht – eine Gesundheitsgefahr für die Sportler. 

Foto: Daniel Smorigo/dpa

Bei der Vergabe der Olympischen Spiele an Brasilien hatte die Stadt Rio de Janeiro angekündigt, die Verschmutzung bis August 2016 um 80 Prozent zu reduzieren und die Strände vom Abfall zu befreien. Im Juni 2014 ruderte Rio zurück und korrigierte dieses Ziel auf maximal 50 Prozent. „Es tut mir leid, dass wir die Spiele nicht genutzt haben, um die Guanabara-Bucht endgültig zu reinigen“, sagte der Bürgermeister von Rio de Janeiro, Eduarde Paes.

330 Tonnen Müll landen jeden Monat in der Bucht

Es dauert etwa zwei Wochen, bis Unterwasserströmungen die Hälfte des Wassers in der Guanabara-Bucht auswechseln. Um zu verhindern, dass Restmüll in das Wasser der Bucht gelangt, blockieren 14 Netze den Weg für Plastik, Holz und anderen Unrat. Elf von 14 Netzen sind in Flüssen oder in Kanälen verbaut, die in der Guanabara-Bucht enden. Die anderen drei blockieren den Müll in den Flüssen, die direkt zum Atlantik führen. Sonderlich effektiv sind diese Maßnahmen allerdings nicht. Knapp 25 Tonnen Müll bleiben pro Monat in den Netzen hängen. Etwa 330 Tonnen Müll im Monat werden trotz der Netze in die Bucht gespült.

Schon ohne die jetzt gefundenen multiresistenten Keime drohen Hautausschläge, wenn man sich zu lange im verschmutzen Wasser aufhält. Der heimischen Bevölkerung wurde geraten, am Flamengo Beach wegen der Wasserverunreinigungen nicht schwimmen zu gehen. Viele Menschen ignorieren jedoch die Weisungen der örtlichen Behörden und gehen trotzdem ins Wasser. Krankheitsfälle sind bislang noch nicht gemeldet worden. „Dennoch haben wir die Untersuchungsergebnisse den zuständigen Behörden weitergeleitet, die entsprechende Maßnahmen abwägen können“, sagt Paula d’Alincourt. Die Regierung hat jetzt auf das Problem der Wasserverschmutzung auf ihre eigene Weise reagiert: Sie ließ künstliche Strände und Becken mit sauberem Wasser zum Schwimmen aufschütten.

Von Detlef Stoller

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