Alternative zum Biomüll 08.05.2014, 10:41 Uhr

Küchenabfälle in drei Stunden zu Kompost verarbeiten

Die kanadische Firma Food Cycle Science hat einen handlichen Küchen-Komposter erfunden, der innerhalb von nur drei Stunden jede Art von Küchenabfällen zu Kompost verarbeitet. Das neue Gerät ist einfach zu bedienen und verbreitet keine Gerüche. Für die Kompostierung wird allerdings Strom benötigt. 

Der „Food Cycler Home“ soll in drei Stunden sämtliche Küchenabfälle in nährstoffreichen Kompost verwandeln. Das Gerät benötigt dafür Strom und erhitzt die Abfälle auf über 80 Grad Celsius. Das Gerät arbeitet geräusch- und geruchlos und kommt ohne Zugabe von Wasser oder andere Stoffe aus.

Der „Food Cycler Home“ soll in drei Stunden sämtliche Küchenabfälle in nährstoffreichen Kompost verwandeln. Das Gerät benötigt dafür Strom und erhitzt die Abfälle auf über 80 Grad Celsius. Das Gerät arbeitet geräusch- und geruchlos und kommt ohne Zugabe von Wasser oder andere Stoffe aus.

Foto: Food Cycle Science

Normalerweise sind die Recycling-Geräte für Nahrungsmittel der Firma „Food Cycle Science“ nicht für den Hausgebrauch gedacht. Das kanadische Unternehmen mit Sitz in Cornwall im Bundesstaat Ontario liefert seine Kompostiergeräte hauptsächlich an Einrichtungen, bei denen Küchenabfälle in großen Mengen anfallen. Dazu gehören Restaurantketten, Kreuzfahrtschiffe, Krankenhäuser, Flughäfen oder Gefängnisse. Mit dem größten Modell im Angebot, dem „Cycler-3300“ können täglich bis zu 1500 Kilogramm Nahrungsmittel in Kompost verwandelt werden.

Jetzt will Food Cycle Science einen Komposter auf den Markt bringen, der auch im kleinen Privathaushalt aufgestellt werden kann.Das neue Gerät hat mehrere Liter Fassungsvermögen, soll schnell, geruch- und geräuschlos seine Arbeit machen und dabei einfach zu bedienen sein. Es braucht weder Wasser, noch müssen ihm Nährstoffe zur Zersetzung des Abfalls zugefügt werden.

Bei mehr als 80 Grad Celsius wird der Abfall zersetzt

Außerdem kann der Komposter auch Lebensmittelabfälle verarbeiten, die normalerweise nicht auf den Kompost gehören, wie Fleisch, Knochen oder gekochte Speisen. „Nach dem Erfolg, den wir mit unseren kommerziellen Kompostiergeräten haben, war es naheliegend, dass wir auch auf den Markt für Endverbraucher gehen“, sagt Brad Crepeau, stellvertretender Leiter in der Verkaufsabteilung bei Food Cycle Science. „Kompostieren hatte bisher immer den Makel, dass es mühsam und langwierig ist. Wir hoffen, dass wir die Haltung der Verbraucher dahingehend ändern können.“

Der Komposter verarbeitet auch Knochen und Gräten.

Der Komposter verarbeitet auch Knochen und Gräten.

Quelle: Food Cycle Science

Küchen-Kompost soll also zur sauberen Sache werden, mit dem auch noch direkt die Zimmer- und Gartenpflanzen gedüngt werden können. Dafür braucht der Food Cycler Home allerdings eine Steckdose, denn im Behälter wird der Abfall auf mehr als 80 Grad Celsius erhitzt. Dadurch wird er, in Kombination mit Bewegung, zersetzt und kann schon nach drei Stunden als trockene Kompostmasse entnommen werden. Food Cycle Science betont, der Energieaufwand sei gering und auf jeden Fall wesentlich weniger umweltbelastend, als wenn die organischen Abfälle draußen Methangas freisetzen.

Innenleben des Kompostes.

Innenleben des Kompostes.

Quelle: Food Cycle Science

Wann es den neuen Kleinkompostierer zu kaufen gibt, wurde noch nicht bekannt gegeben. Eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Indiegogo ist mittlerweile abgelaufen und brachte nicht die erhoffte Kapitalunterstützung. Im Handel soll der Food Cycler Home später rund 360 Euro kosten. Der Preis macht das Kompostieren dann vielleicht doch nicht für jedermann erstrebenswert.

Über 60 Prozent aus Privathaushalten

Dabei wäre es durchaus wünschenswert, wenn Verbraucher eigeninitiativ werden. Sicher darf davon ausgegangen werden, dass die Vermeidung von Abfall und insbesondere auch von Lebensmittelabfällen immer noch die beste Lösung ist. Gleich dahinter kommt aber eine sinnvolle Verwertung, das heißt in diesem Falle die Verwandlung des Biomülls in nährstoffreichen Humus. Die Einbeziehung der Privathaushalte ist dabei mehr als nötig, denn hier macht gewissermaßen das Kleinvieh den größten Mist. Laut einer Studie, die von der Universität Stuttgart vor zwei Jahren vorgelegt wurde, werden in Deutschland jährlich knapp elf Millionen Tonnen Lebensmittel als Abfall entsorgt. 61 Prozent dieser Abfälle stammen aus Privathaushalten, der Rest verteilt sich auf Gaststätten, Schulen, Kantinen, Industrie und Einzelhandel.

Von Gudrun von Schoenebeck

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