Leak des Klimaschutzberichts 2025 der Bundesregierung 23.07.2025, 16:00 Uhr

Klimaschutzbericht: Deutschland bei Klimazielen im Sinkflug

Um bis 2045 klimaneutral zu werden, reichen die bisherigen Maßnahmen nicht aus, so der Klimaschutzbericht Deutschland. Was nötig ist, ist längst bekannt.

Stau auf der Landshuter Allee in München: Um bis 2045 klimaneutral zu werden, reichen die bisherigen Maßnahmen nicht aus, so der Klimaschutzbericht Deutschland. Problemfelder dabei sind Verkehr und Gebäude. Foto: picture alliance / Wolfgang Maria Weber

Stau auf der Landshuter Allee in München: Um bis 2045 klimaneutral zu werden, reichen die bisherigen Maßnahmen nicht aus, so der Klimaschutzbericht Deutschland. Problemfelder dabei sind Verkehr und Gebäude.

Foto: picture alliance / Wolfgang Maria Weber

Deutschland droht seine Klimaziele ab 2040 zu verfehlen. Die Klimaneutralität für 2045 wird so, wie das Land aufgestellt ist, nicht erreicht. Das geht aus dem Klimaschutzbericht Deutschland für 2025 der Bundesregierung hervor. Der ist zwar noch nicht offizell vorgestellt, liegt aber dem Nachrichtenportal Politico vor, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet.

Bis 2045 will Deutschland klimaneutral werden, so steht es in § 3 des Klimaschutzgesetzes (KSG): die Treibhausgasemissionen müssen dann so weit gemindert sein, dass Netto-Treibhausgasneutralität erreicht wird. Laut dem neuesten Klimaschutzbericht für Deutschland sind die bisher beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen für das Erreichen der Ziele bis 2040 und 2045 aber „nicht ausreichend“.

Klimaschutzbericht: Deutschland erwartbar nicht auf Zielpfad

Knackpunkte sind die Sektoren Gebäude und Verkehr, die separat betrachtet auch in den kommenden Jahren bis 2030 die Ziele zur Treibhausgasminderung verfehlen. In beiden Sektoren reichen die Maßnahmen nicht aus, langfristig und nachhaltig die Emissionen zuverlässig zu senken. Beide sind  die wichtigsten Baustellen beim Klimaschutz in Deutschland, wie Sie in unserem VDI-nachrichten-Fokus vom Juni nachlesen können.

Der Klimaschutzbericht Deutschland für 2025 attestiert, der „wirksamste Ansatzpunkt“ für eine deutliche Minderung sei, möglichst schnell Verbrenner- durch Elektroantriebe zu ersetzen.  Bei Gebäuden, so dpa, gingen die Autoren bei der Projektion bis 2045 davon aus, dass mehr als 11 Mio. Gebäude durch Wärmepumpen versorgt würden, 3,5 Mio. über Wärmenetze. Der Klimaschutzbericht schreibe, die Entwicklung aber sei „zu langsam, um die Ziele für 2030 oder 2045 rechtzeitig zu erreichen“. Wie zum Beispiel bei den Wärmepumpen die Bundesregierung das bisherige Gebäudeenergiegesetz  (GEG) so ändern will, dass diese Zielmarke erreichbar ist, ist noch völlig unklar.

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Klimaschutziele bis 2030 erreichbar – aber nur mit konsequenten Maßnahmen

Schon die Ziele bis 2030 sind laut Klimaschutzbericht 2025 für Deutschland nur erreichbar, wenn umgesetzt wird, was beschlossen ist. Aufweichungen der Maßnahmen gefährden demnach die Ziele für 2030. 2022 wies der Klimabericht der Bundesregierung den Pkw-Anteil an den Emissionen des Straßenverkehrs mit ca. 60 % aus. Doch weniger Kilometer mit Verbrennermotoren zu fahren, ist nur eine Seite der Medaille, es gibt zahlreiche Stellschrauben für CO2-Reduzierung im Verkehr.

Neu ist das nicht. Schon im März hatte das Umweltbundesamt das aufgrund der vorliegenden Daten berichtet. Und gewarnt: „Es bestätigt und verschärft sich hingegen, dass Deutschland seine Ziele zur EU-Klimaschutzverordnung (Effort Sharing Regulation, ESR) zwischen 2021 und 2030 deutlich zu verfehlen droht“. ESR beziffert in der EU für jedes Land einzeln, wie stark dessen Treibhausgasemissionen von 2021 bis 2030 im Vergleich zu 2005 sinken müssen. Für Deutschland steht da: „50 %“.

Deutschland drohen Klimastrafen in der EU

Auch der Klimaschutzbericht Deutschland warnt: Bereits im Zeitraum von 2021 bis 2030 würden die „in der europäischen Lastenteilung für Deutschland festgelegten Zuweisungen“ teils deutlich überschritten. Es klafft laut UBA absehbar eine Lücke bis 2030 von 226 Mio. t CO2-Äquivalenten. „Dies liegt vor allem an den unzureichenden Fortschritten in den Sektoren Verkehr und Gebäude“, so das Umweltbundesamt. Es mahnt eine „schnelle Nachsteuerung“ an, sonst drohten „sprunghaft ansteigende CO2-Preise sowie hohe Strafzahlungen an andere EU-Staaten“.

Ein Beitrag von:

  • Stephan W. Eder

    Stephan W. Eder ist Technik- und Wissenschaftsjournalist mit den Schwerpunkten Energie, Klima und Quantentechnologien. Grundlage hierfür ist sein Studium als Physiker und eine anschließende Fortbildung zum Umweltjournalisten.

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