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Extremwetter 2024: Bilanz und Ausblick für 2025

06. Januar 2025

PantherMedia B290816702
Starkregen in der Stadt: Deutschland hat in den letzten Jahren eher unter zunehmender Nässe als unter Dürre zu leiden. Foto: PantherMedia / gubaidmars
Extremwetter und Klimawandel stören weltweit mehr und mehr den Wasserhaushalt. Das zeigt der „Global Water Monitor“.
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Inhaltsverzeichnis

Es ist eine gute Nachricht von heute: In Sachsen-Anhalt haben sich die Grundwasserpegel nach den Dürren der letzten Jahre größtenteils wiederholt. Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft zeigte aufgrund der jüngsten Daten, dass die Niederschlagsdefizite aus dem Dürrejahr 2018 inzwischen ausgeglichen sind. Zwar war 2024 nach 2023 laut Deutschem Wetterdienst (DWD) „wieder wärmstes Jahr seit Messbeginn“, aber der sehr milde Winter 2023/2024 sowie das rekordwarme Frühjahr hätten zugleich „ungewöhnlich hohe Niederschlagsmengen“ gebracht. „2024 war in Deutschland ein deutlich zu nasses Jahr“, so der DWD. Entwarnung also in Sachen Dürren? Mitnichten, macht der heute veröffentlichte „Global Water Monitor 2024“ deutlich. Dass es in Europa eher zu nass ist (und damit auch in Deutschland und Sachsen-Anhalt), passt ins Bild des Berichts, aber in anderen Weltregionen ist das nicht so.

2024 wurden dabei laut Bericht mehr als 8700 Todesfälle durch wasserbezogene Katastrophen verzeichnet, es entstand ein weltweiter Schaden von über 550 Mrd. $ – mindestens, denn die Daten sind laut Bericht unvollständig. Die Autorinnen und Autoren des Global Water Monitor Consortium schreiben: „Unser weltweiter Wasserhaushalt ist in dem Maße unter steigendem Druck, in dem der Klimawandel zu mehr Extremwetter führt und den Wasserkreislauf unterbricht.“ 2024, das sei zwar ein Jahr der Extreme gewesen, aber „ keine isolierte Erscheinung“. Es passt also ins Bild eines sich verschlechternden Trends von intensiveren Überflutungen, länger anhaltenden Dürren und rekordbrechendem Extremwetter. „Diese Veränderungen beeinflussen die Verfügbarkeit von Wasser und verstärken die Risiken für Leben, Infrastruktur und Ökosysteme durch Desaster, die mit dem Wasserhaushalt zusammenhängen“, heißt es im Vorwort der Studie.

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Wie beeinflussen der Klimawandel und häufigere Extremwetter den globalen Wasserkreislauf?

Der Klimawandel zeigt sich demnach also immer deutlicher in den weltweiten Wasserhaushalten, der Wasserkreislauf gerät aus dem Gleichgewicht. Laut „Global Water Monitor“ trugen 2024 höhere Meeresoberflächentemperaturen zu stärkeren tropischen Wirbelstürmen und einer Zunahme von Extremwetterereignissen bei. Tödliche Sturzfluten in Europa und Asien sowie verheerende Dürren im Amazonasbecken und in Afrika belegten diesen Trend im vergangenen Jahr. Auch Teile der USA hatten noch im Herbst unter Dürre zu leiden: Der Pegel des Ashokan-Stausees im Ulster County im US-Bundesstaat New York fiel rapide, größere Uferbereiche fielen trocken.

Was sagt der Bericht zu Deutschland?

Deutschland erlebte 2024 ein Rekordjahr – sowohl in Temperatur als auch in Niederschlägen. Das Temperaturmittel lag im Jahr 2024 mit 10,9 °C um 2,7 °C über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (8,2 °C). 2024 sorgte zugleich dafür, dass der lineare Temperaturtrend seit Messbeginn (1881 bis 2024) jetzt auf 1,9 °C gestiegen sei, so der DWD.

Zu einem ähnlichen Thema: Darum bleiben die Sturzfluten in Bayern kein Einzelfall

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Gleichzeitig wurden überdurchschnittliche Regenmengen verzeichnet, die vielerorts zu einer Erholung der Oberflächengewässer führten. 2024 fielen nach ersten Auswertungen des DWD 903 l/m² an Niederschlag. Besonders positiv wirkten sich generell die feuchten Winter 2023 und 2024 aus, die den natürlichen Nachladezyklus des Grundwassers stärkten – zum Beispiel in Sachsen-Anhalt.

Was bringt 2025 in Sachen extreme Wetterereignisse für den globalen Wasserhaushalt?

Hydrologische Modelle zeigen, dass das Risiko für extrem schnelle „Sturzfluten“ und „Sturzdürren“ (im Englischen: „flash floods“ und „flash droughts“) weltweit zunimmt. Regionen wie Südafrika und Zentralasien könnten mit intensiveren Dürren rechnen, während Teile Europas und Asiens eher von Überschwemmungen bedroht sind. Zu den Regionen, in denen Dürreperioden für mehrere Monate „unwahrscheinlich“ sind, zählt der Bericht aber auch Gebiete wie die Sahelzone und das Horn von Afrika. In diesen Regionen lägen die Risiken – wie auch in Europa und Teilen Asiens – eher in Überschwemmungen. Erdrutschen und andere Risiken, die mit erheblicher Nässe einhergingen. Daher seien, so der Bericht 2024, mehr als 40 Mio. Menschen weltweit durch wasserbezogene Katastrophen vertrieben worden, besonders betroffen darunter auch die Sahelzone neben Südamerika und Südasien.

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Extremwetter: Wie schnell fließt Regen ins Grundwasser?

Bei allem auch wohl 2025 oberflächennah anfallenden Wasser in Europa: Bis ein Regentropfen ins Grundwasser gelangt, braucht es je nach Bodenbeschaffenheit Jahrzehnte. Die Staaten müssen sich also für den Umgang mit dem sich änderenden Wasserhaushalt weltweit anders aufstellen, und zwar sehr langfristig.

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