Seismische Messungen 15.01.2025, 13:15 Uhr

Die Vulkaneifel: Forschende entdecken Spuren aktiver Magmakammern

Es wurde schon lange gemunkelt, dass unter der Eifel noch immer magmische Aktivität schlummert. Jetzt haben Forschende aus Karlsruhe erstmals konkrete Hinweise auf mögliche Magmakammern im Untergrund gefunden – ein aufregender Schritt, der die geheimen Kräfte, die unter der Region wirken, in ein neues Licht rückt.

Eifel

Geheimnisse der Eifel: Forscher stoßen auf Magmakammern-

Foto: PantherMedia / Achim Prill

In Europa gibt es viele aktive Vulkane, vor allem auf Island, wo regelmäßig Eruptionen und Erdbeben auftreten. In Italien sind der Vesuv und die Phlegräischen Felder ein Grund zur Sorge. Doch auch in Deutschland gibt es Anzeichen für vulkanische Aktivität.

In der Eifel, einer Region in Deutschland, gibt es noch immer Anzeichen für magmatische Aktivität in der Erde, obwohl die letzten Vulkanausbrüche dort vor etwa 11.000 Jahren waren. Die Forschenden des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben alte seismische Daten, die vor über 35 Jahren gesammelt wurden, mit neuen Methoden untersucht, um herauszufinden, ob unter der Erde noch aktive magmatische Strukturen vorhanden sind. Sie fanden starke Reflektionen von Schichten in einer Tiefe von 10 bis 30 km, die auf Schmelzen, Flüssigkeiten oder Gase hindeuten, die aus dem Erdmantel aufsteigen. Diese Entdeckungen zeigen, dass das Vulkanfeld in der Eifel zwar derzeit ruhig ist, aber noch nicht erloschen ist.

Die Vulkaneifel: Ein geologisches Erbe aus Feuer und Erde

Die Vulkaneifel, eine Region in Rheinland-Pfalz, ist bekannt für ihre besondere geologische Geschichte und Gegenwart, die stark vom Vulkanismus geprägt sind. Die Region erreicht eine Höhe von bis zu 699,8 m über dem Meeresspiegel und zeichnet sich durch zahlreiche vulkanische Zeugen aus. Zu den markantesten Merkmalen gehören die charakteristischen Eifelmaare, aber auch andere vulkanische Relikte wie Vulkanbauten, Lavaströme und Vulkankrater. Besonders auffällig ist die Caldera des Laacher Sees, ein bedeutendes Überbleibsel aus vulkanischer Aktivität.

Der Vulkanismus in der Eifel begann vor rund 45 Millionen Jahren und entwickelte sich in zwei großen Phasen. Die erste, die tertiäre Phase, fand zwischen 45 und 35 Millionen Jahren statt und konzentrierte sich auf das Hocheifel-Vulkanfeld zwischen Ulmen und Adenau. In dieser Zeit brachen zahlreiche Vulkane aus und formten die Landschaft der Eifel. Die zweite Phase begann vor etwa einer Million Jahren und dauerte bis vor rund 10.000 Jahren an. In dieser Zeit entstanden weitere Vulkanfelder in der Ost- und Westeifel, die das heutige Bild der Vulkaneifel prägen.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
LWL-PsychiatrieVerbund Westfalen-Firmenlogo
Diplom-Ingenieur:in oder Bachelor of Engineering (FH) der Fachrichtung Nachrichtentechnik (m/w/d) LWL-PsychiatrieVerbund Westfalen
Lippstadt, Warstein Zum Job 
Werner Sobek AG-Firmenlogo
Projektingenieure / Projektleiter Gebäude- / Versorgungstechnik (m/w/d) Werner Sobek AG
Frankfurt, Stuttgart, Weinheim, Mannheim Zum Job 
HOERBIGER Flow Control GmbH-Firmenlogo
Industrial Engineer (w/m/d) HOERBIGER Flow Control GmbH
Altenstadt Zum Job 
Stadtwerke Wolfenbüttel GmbH-Firmenlogo
Bereichsleiter Technik (m/w/d) Stadtwerke Wolfenbüttel GmbH
Wolfenbüttel Zum Job 
Dürkopp Fördertechnik GmbH-Firmenlogo
Electrical Automation Engineer (m/w/d) - R&D Department Dürkopp Fördertechnik GmbH
Bielefeld Zum Job 
Stadt Neumünster-Firmenlogo
Ingenieur*in in der Fachrichtung Architektur Stadt Neumünster
Neumünster Zum Job 
Stadtreinigung Hamburg-Firmenlogo
Ingenieur (all genders) Hochbau Stadtreinigung Hamburg
Hamburg Zum Job 
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Sachbearbeiter Bereich Wasserwirtschaft (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Erfurt-Mittelhausen Zum Job 
WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Planungsingenieur (m/w/d) für Siedlungswasserwirtschaft WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH
Donauwörth, München-Ost (Grasbrunn), München-West (Planegg), Pfaffenhofen an der Ilm Zum Job 
TenneT-Firmenlogo
HSE Manager Baustellen & Infrastrukturprojekte (m/w/d) TenneT
Stadtreinigung Hamburg-Firmenlogo
Ingenieur (all genders) Tiefbau Stadtreinigung Hamburg
Hamburg Zum Job 
VDZ Service GmbH-Firmenlogo
Auditor (m/w/d) für die Validierung von Umweltmerkmalen und für die Produktzertifizierung VDZ Service GmbH
Düsseldorf Zum Job 
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Thüringer Landgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektingenieur Wasserbau (m/w/d) Thüringer Landgesellschaft mbH
Erfurt, Meiningen, Neustadt an der Orla, Sondershausen Zum Job 
Handtmann Reutlingen GmbH-Firmenlogo
Elektrokonstrukteur / Electrical Design Engineer (m/w/d) EPLAN P8 Handtmann Reutlingen GmbH
Reutlingen Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Support-Techniker/-Ingenieur (m/w/d) LED-Lithographieanlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH-Firmenlogo
Planungsleiter / Projektleiter (m/w/d) für Kläranlagen mit Schwerpunkt Ingenieurbau WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 
WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH-Firmenlogo
Planungsleiter / Projektleiter (m/w/d) für Kläranlagen mit Schwerpunkt Verfahrenstechnik WipflerPLAN Planungsgesellschaft mbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 
Hochschule Reutlingen-Firmenlogo
W2-Professur (m/w/x) Energiewirtschaft und Energienetze Hochschule Reutlingen
Reutlingen Zum Job 
OST  Ostschweizer Fachhochschule-Firmenlogo
Professor/in für Integrierte Digitale Systeme OST Ostschweizer Fachhochschule
Rapperswil Zum Job 

Magmakammern mit heißem, flüssigem Magma

Laut einer neuen Analyse gibt es in der westlichen Vulkaneifel, nahe Ulmen, in Tiefen von 10 bis 30 Kilometern mehrere auffällige Strukturen, die seismische Reflexionen zeigen. Diese flachen Zonen verlaufen quer durch den Untergrund und erreichen die Grenze der Lithosphäre. Die Forscher vermuten, dass es sich dabei um Magmakammern handelt, die sowohl flüssiges vulkanisches CO₂ als auch glühend heißes Magma enthalten.

Die Analyse zeigt, dass es im Untergrund der Eifel Magmakammern mit heißem, flüssigem Magma gibt. Hinweise auf aktive Vulkane, wie Erdbeben oder Bodenhebungen, konnten die Forschenden jedoch nicht feststellen.

Ein großer Ausbruch wie vor 12.000 Jahren – unwahrscheinlich

Die Forschenden vermuten, dass das Vulkanfeld derzeit nur ruht und neue Eruptionen möglich wären, sobald die Schmelze genügend Auftrieb erhält, um an die Oberfläche zu steigen.

Laut den Forschenden besteht keine akute Gefahr für einen baldigen Vulkanausbruch in Deutschland. Sie gehen davon aus, dass, falls die vulkanische Aktivität in der Eifel wieder einsetzt, es eher zu kleineren Eruptionen kommen wird. Ein großer Ausbruch wie vor 12.000 Jahren gilt den seismischen Daten zufolge als sehr unwahrscheinlich.

Hier geht es zur Untersuchung

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.