Fünf Technologien gegen die Plastikflut 09.01.2026, 15:18 Uhr

53.000 Müllteile pro Tag: Wie Ingenieure jetzt den Rhein retten wollen

Über eine Million Glasflaschen und Hunderttausende Verpackungen pro Jahr: Eine neue Studie zeigt, wie viel Müll wirklich durch den Rhein schwimmt. Weltweit arbeiten Ingenieure an Lösungen, die Flüsse von Plastik befreien – eine ist bereits vor Köln im Einsatz.

Eine Ladung Müll aus dem Rhein. Foto: Simon Taal / K.R.A.K.E. e.V.

Eine Ladung Müll aus dem Rhein.

Foto: Simon Taal / K.R.A.K.E. e.V.

Tag für Tag passieren rund 53.000 Müllteile die Stadt Köln. Das entspricht 5,9 t oder dem Inhalt von 393 Hausmülltonnen. Plastikdeckel, Glasflaschen, Styroporteile, Feuerwerksreste: All das treibt täglich Richtung Nordsee den Rhein hinab, wie die Universitäten Bonn und Tübingen in einer aktuellen Studie ermittelt haben. Laut den Forschenden ist es die erste wissenschaftliche Langzeitstudie zu Flussmüll in Deutschland.

Zusammengerechnet bedeutet das: Der Rhein spült 27 bis 42 Mio. Müllteile mit einem Gesamtgewicht von bis zu 4700 t pro Jahr ins Meer. Diese Dimensionen überraschen selbst Fachleute: „Auf den gesamten Rhein hochgerechnet, liegen wir damit um das 22- bis 286-fache höher als bisherige Schätzungen aus anderen Studien“, so Studienautorin Dr. Leandra Hamann von der Universität Bonn in einer Pressemitteilung vom 8. Januar.

Nun sind Umweltschützer alarmiert. Doch zum Glück können sie auf einen weltweiten Wissensschatz zurückgreifen: Überall entwickeln Ingenieurinnen und Ingenieure technische Lösungen gegen die Vermüllung von Flüssen.

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Woher der Müll kommt

70 % der gesammelten Teile bestanden aus Kunststoff, der allerdings nur 15 % der Gesamtmasse ausmacht. Das zeigt, wie sehr auch Glas-, Textilien- und Keramikabfälle die Gewässer belasten. Die Forscher schätzen, dass mehr als die Hälfte des Abfalls von privaten Verbrauchern stammt. Nur knapp 6 % ließen sich der Industrie zuordnen.

Was jedes Jahr den Rhein runterschwimmt (Auswahl):

Müllart Menge
Glasflaschen 1,4 Mio.
Süßigkeiten-Verpackungen 1,17 Mio.
Plastikflaschen (unter 0,5 l) 548.000
Feuerzeuge 428.000
Schuhe 63.000
Capri-Sonne-Packungen 56.000

Quelle: Gnann et al. 2026, hochgerechnet auf Basis der RheinKrake-Daten

„Wir haben gesehen, dass Einwegprodukte einen Anteil von 40 % am gesammelten Müll ausmachen, mehr als die Hälfte davon sind aus Kunststoff“, sagt Katharina Höreth von der Universität Bonn. „Mehrwegprodukte hingegen hatten einen Anteil von weniger als 8 %.“

Eine Ausweitung des Pfandsystems auf Flaschen und Verpackungen könnte die Müllmenge in Flüssen daher verringern, vermuten die Forschenden. Erstaunlich ist, dass trotzdem fast 70 % der gefundenen Plastikflaschen, rund 382.000 Stück, ein Pfandzeichen trugen.

Rhein verschmutzt stärker als gedacht – auch im Vergleich

Im globalen Vergleich transportiert der Rhein zwar 73-mal weniger Müll als der weltweit am stärksten belastete Fluss, der Yangtze in China. Doch pro Kopf der Anrainer-Bevölkerung schrumpft der Unterschied auf das 7,6-fache.

Der Rhein trägt damit relativ gesehen deutlich mehr zur globalen Meeresverschmutzung bei als bisher angenommen.

Müll in einem Fangkorb

Eine fangfrische Ladung Müll aus dem Rhein.

Foto: Simon Taal / K.R.A.K.E. e.V.

Warum frühere Studien falsch lagen

Wieso hatten frühere Studien die Abfallmengen so falsch eingeschätzt? Ein Hauptgrund liegt in der Methodik. Vorherige Untersuchungen basierten auf visuellen Zählungen, so die Uni Bonn. Teils umfassten diese nur 15 Stunden Beobachtung vorbeischwimmender Müllteile oder einzelne Termine zur Probenentnahme.

„Man kann sich leicht vorstellen, dass bei dieser Methode weniger auffällige oder tiefer schwimmende Teile nicht erfasst werden“, erklärt Dr. Leandra Hamann. Für ihre aktuelle Studie wertete sie dagegen Daten aus 11.808 Stunden kontinuierlicher Messung über 16 Monate aus.

Wieso die Müllmengen schwanken

Die langfristige Beobachtung macht klar, wie stark die Müllmenge schwankt: „Nach Silvester zum Beispiel schwimmen die Reste zahlreicher Feuerwerkskörper im Rhein“, sagt Nina Gnann von der Universität Tübingen. „Zudem beobachten wir, dass steigende Wasserpegel den zurückgelassenen Müll am Rheinufer in den Fluss spülen.“ Eine gezielte Reinigungsaktion vor einem Pegelanstieg könne diesen Effekt eindämmen.

Zwischen den zweiwöchentlichen Leerungen variierte die Anzahl der Fundstücke um den Faktor 41. An manchen Tagen zählte das Team 67 Teile, an anderen über 2700. Der Spitzenwert wurde Silvester 2022/23 gemessen, als allein 1943 Feuerwerksreste im Fangkorb landeten.

Frühere Studien lagen aber nicht nur beim Müllaufkommen, sondern auch beim Gewicht daneben. Sie rechneten mit durchschnittlich 5,4 g pro Plastikteil. Die neuen Messungen ergaben mehr als das Vierfache: 24,3 g.

Flüsse: Die Plastik-Autobahnen ins Meer

Schätzungen zufolge gelangen rund 80 % des Plastikmülls der Weltmeere über Flüsse dorthin. Ist das Plastik erst im Ozean, wird die Beseitigung nahezu unmöglich: Eine UFZ-Studie zeigte 2024, dass sich Mikroplastik selbst in entlegenen Schutzgebieten des Pazifiks findet. Wer das Meer schützen will, muss also beim Fluss anfangen. Sonst wird aus Makroplastik Mikroplastik, das sich kaum noch einsammeln lässt.

Tausende Ingenieurinnen und Ingenieure widmen sich diesem Problem weltweit. So ist eine Vielzahl von Technologien entstanden, mit denen Flüsse sauberer werden sollen. Eine ist sogar schon bei Köln im Einsatz.

Fünf Technologien gegen den Fluss-Abfall

1. Die RheinKrake: Deutschlands einzige Flussmüllfalle

Die Daten für die Bonner Studie stammen von einem neuartigen Gerät: der RheinKrake. Seit September 2022 schwimmt die „Müllfalle“ nördlich der Kölner Zoobrücke im Rhein – Deutschlands einziges System dieser Art.

Zwei Stahlschwimmkörper von je 10,30 m Länge tragen den Fangkorb, dessen 3 m breite und 80 cm tiefe Öffnung gegen die Strömung zeigt. Das fließende Wasser treibt den Müll hinein, ein Leitfangzaun erweitert die Fangfläche je nach Pegelstand auf bis zu 12 m. Eine externe Energiezufuhr braucht das System nicht.

Auf Müllfang: Die Rheinkrake vor Köln sammelt Müll aus dem Rhein

Auf Müllfang: Die RheinKrake vor Köln.

Foto: Leandra Hamann

Konstruiert wurde die RheinKrake vom Wasserbau-Ingenieurbüro Schumacher. Die Kosten für den Bau in der Lux Werft in Niederkassel liegen bei rund 160.000 €. Bezahlt hat sie der Verein K.R.A.K.E. (Kölner Rhein-Aufräum-Kommando-Einheit) mit Hilfe von Spenden und Sponsoren. Ehrenamtliche leeren den Fangkorb alle zwei Wochen und dokumentieren ihre Funde laut dem Verein nach wissenschaftlichen Standards.

„Mit der RheinKrake wollen wir die Müllmenge reduzieren, die unter anderem im Naturschutzgebiet Wattenmeer landet, und das Verantwortungsbewusstsein bei den zuständigen Behörden wecken“, so RheinKrake-Initiator Nicolas Schweigert. Bald soll eine zweite RheinKrake in Wiesbaden entstehen, zudem plant man eine weitere Müllfalle in Köln.

2. Die Great Bubble Barrier: Plastik stoppen mit Luftblasen

Einen anderen Weg geht das niederländische Start-up The Great Bubble Barrier. Statt den Müll mechanisch abzufangen, nutzt das Team aus Amsterdam Luftblasen, die Plastik und andere Abfälle an die Wasseroberfläche treiben und ans Ufer leiten.

Die erste Bubble Barrier in Amsterdam filtert Müll aus Flüssen

Die erste Bubble Barrier in Amsterdam.

Foto: The Great Bubble Barrier

Ein perforiertes Rohr auf dem Gewässergrund pumpt dazu Luft nach oben. Der entstehende Blasenvorhang erzeugt eine Aufwärtsströmung, die auch unter der Oberfläche treibenden Müll erfasst. Weil die Barriere diagonal zur Fließrichtung verläuft, schiebt die natürliche Strömung das Plastik zur Seite. So landet es direkt in einem Auffangsystem am Ufer.

Der Vorteil: Schiffe und Fische können die Blasenwand ungehindert passieren. Als Nebeneffekt erhöht das System den Sauerstoffgehalt im Wasser. Die erste Langzeit-Installation ging 2019 in Amsterdam in Betrieb. Inzwischen gibt es weitere Anlagen in Katwijk und Harlingen in den Niederlanden sowie in Vila do Conde in Portugal.

3. Plastic Fischer: Die Lowtech-Variante

Das Kölner Start-up Plastic Fischer verfolgt einen bewusst simplen Ansatz: 3 L (Low tech, low cost, local). Ihre sogenannten TrashBooms sind modulare Schwimmbarrieren aus PVC-Rohren und Stahlnetzen. Die Konstruktionen lassen sich aus lokal verfügbaren Materialien fertigen und ohne Spezialwissen warten. Sie reichen etwa 50 cm unter die Wasseroberfläche und fangen treibenden Müll ab, während Fische darunter hindurchschwimmen können.

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Plastic Fischer setzt die Systeme vor allem in Indien und Indonesien ein. Denn an Flüssen wie dem Ganges ist das Müllproblem besonders gravierend: Mehr als 2 Mio. kg Plastik hat das Start-up hier nach eigenen Angaben bereits aus Flüssen geholt.

2023 wurde Plastic Fischer mit dem Next Economy Award des Deutschen Nachhaltigkeitspreises ausgezeichnet.

4. The Ocean Cleanup Interceptor: Die Hightech-Variante

Am anderen Ende des technologischen Komplexitätsspektrums steht der Interceptor der niederländischen Organisation The Ocean Cleanup. Das System erinnert an einen futuristischen Katamaran und arbeitet vollautomatisch.

Eine schwimmende Barriere leitet den Müll zur Öffnung des Interceptors. Dort nimmt ein solarbetriebenes Förderband den Abfall auf und verteilt ihn auf bis zu sechs Container. Sind diese voll, geben Sensoren Bescheid, dass sie geleert werden müssen. Die Leerung erfolgt dann per Boot.

Ein Interceptor hat bei einem Hochwasser in Guatemala besonders große Müllmengen gesammelt.

Ein Interceptor hat bei einem Hochwasser in Guatemala besonders große Müllmengen gesammelt.

Foto: The Ocean Cleanup

Je nach Modell und Flussbedingungen soll ein Interceptor bis zu 100.000 kg Müll pro Tag aus dem Wasser holen können. The Ocean Cleanup hat inzwischen mehrere Varianten entwickelt: Das Original für größere Flüsse, die Barrier-Version für kleinere Gewässer, mobile Tender-Boote sowie die Barricade für extreme Müllmengen.

Die Interceptors sind derzeit in Indonesien, Malaysia, Vietnam, Thailand, der Dominikanischen Republik und den USA im Einsatz. Die Kosten betragen über 700.000 US-Dollar pro Einheit.

5. Mr. Trash Wheel: Wasserrad mit Kulleraugen

Eine fast schon komödiantisch anmutende Variante des Müllfangs bietet Mr. Trash Wheel in Baltimore. Seit 2014 fischt das solar- und wasserkraftbetriebene Rad Abfall aus dem Jones Falls River, damit er nicht in den Hafen der US-Stadt gelangt.

Schwimmende Barrieren leiten den Müll dabei zur Radkonstruktion. Die Strömung des Flusses treibt das Wasserrad an, bei Flaute springen Solarpanels ein. Rotierende Rechen heben den Abfall auf ein Förderband, das ihn in einen Container kippt.


Bis zu 22 t schafft Mr. Trash Wheel so laut Hersteller an einem Tag. Seit der Inbetriebnahme hat die Anlage mehr als 1.500 t Müll gesammelt.

Inzwischen hat Mr. Trash Wheel Gesellschaft bekommen: Professor Trash Wheel, Captain Trash Wheel und Gwynnda the Good Wheel of the West bilden eine vierköpfige Familie. Alle tragen die charakteristischen Kulleraugen, die den Maschinen zu einer hohen Bekanntheit vor allem in den US-amerikanischen sozialen Medien verholfen haben.

Was deutschen Flüssen fehlt

Die Übersicht zeigt: Es gibt viele technische Ansätze, um den Müll in Flüssen zu reduzieren. Doch in Deutschland ist neben der Krake vor Köln kaum etwas in Betrieb. Ein Grund: Unklare Zuständigkeiten. Von der Stadtverwaltung über die Bezirksregierung bis zum Bundesverkehrsministerium: Der Verein K.R.A.K.E. hat nach eigenen Angaben bei allen angefragt. Eine klare Verantwortlichkeit ließ sich nicht feststellen. Die Bundeswasserstraße Rhein gehört dem Bund, doch dessen Strategie bestehe bisher hauptsächlich darin, „den Müll Richtung Meer fließen zu lassen“, kritisiert der Verein.

K.R.A.K.E. und der Bundesverband Meeresmüll haben deshalb eine Petition im Bundestag eingereicht und planen nun einen juristisch begleiteten Antrag auf Tätigwerden. Ihre Forderung: Grenzwerte für Flussmüll nach dem Vorbild von Nord- und Ostsee, ein systematisches Monitoring und Finanzierung über den Einwegkunststofffonds. Und für den Müll, der es dann trotzdem bis ins Meer schafft, arbeiten Ingenieure ebenfalls an Lösungen. Ein Beispiel: der autonome Tauchroboter gegen Meeresmüll der TU München, der Abfall vom Hafengrund fischt.

Ein Beitrag von:

  • Magnus Schwarz

    Magnus Schwarz schreibt zu den Themen Wasserstoff, Energie und Industrie. Nach dem Studium in Aachen absolvierte er ein Volontariat und war mehrere Jahre als Fachredakteur in der Energiebranche tätig. Seit Oktober 2025 ist er beim VDI Verlag.

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