Blick auf den Stammbaum 26.01.2025, 15:00 Uhr

Ursprung der Dinosaurier: Neue Studie lüftet altes Rätsel

Woher stammen die ersten Dinosaurier und wie haben sie sich entwickelt? Eine neue Studie widerspricht bisherigen Annahmen.

Dinosaurier

Nyasasaurus könnte der früheste bekannte Dinosaurier sein oder ein naher Verwandter der frühen Dinosaurier. Forschende haben jetzt den Ursprung der Dinosaurier herausgefunden und eine Lücke im Lebenslauf geschlossen.

Foto: Mark Witton/The Trustees of the Natural History Museum, London

Die neuesten Erkenntnisse zur Herkunft der Dinosaurier legen nahe, dass diese in heißen und trockenen äquatorialen Regionen des früheren Superkontinents Gondwana entstanden sein könnten. Diese Annahme basiert auf einer Modellierungsstudie, die Fossilienlücken, evolutionäre Stammbäume und die Geografie vor 230 Millionen Jahren untersucht hat. Die Forschung beleuchtet auch, wie sich Dinosaurier aus kleinen, zweibeinigen Vorfahren zu dominanten Kreaturen entwickelten.

Ist Gondwana der Ursprung der Dinosaurier?

Die Herkunft der Dinosaurier gehört zu den großen ungelösten Fragen der Paläontologie. Während die ältesten bekannten Fossilien etwa 230 Millionen Jahre alt sind und in Regionen wie Brasilien, Argentinien und Simbabwe entdeckt wurden, deuten neue Untersuchungen darauf hin, dass die Dinosaurier möglicherweise in noch älteren, bisher unentdeckten Gebieten entstanden sind.

Eine Studie, veröffentlicht in Current Biology, vermutet den Ursprung in den heißen und trockenen Regionen des äquatorialen Gondwanas. Aus heutiger Perspektive bestand Gondwana aus den Landmassen Südamerika, Afrika, Antarktika, Australien, Neuguinea, Indien, Arabien und Madagaskar. Besonders auffällig sind die Küstenlinien von Südamerika und Afrika, die heute durch den Atlantik getrennt sind, aber deutlich erkennen lassen, dass sie einst wie zwei Puzzleteile zusammenpassten. Auch heute noch bewegen sich diese beiden Kontinente entlang des Mittelatlantischen Rückens mit einer Geschwindigkeit von etwa 40 mm pro Jahr weiter voneinander weg (divergente Plattengrenze).

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Boyd Weiler GmbH & Co. KG-Firmenlogo
CAD-Konstrukteur (m/w/d) Boyd Weiler GmbH & Co. KG
Weiler-Simmerberg Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
TransnetBW GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d) TransnetBW GmbH
Stuttgart Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Bauprojektleiter (m/w/d) Allbau Managementgesellschaft mbH
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur* im Anforderungsmanagement DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
Stadt Weinheim-Firmenlogo
Ingenieur*in (w/m/d) im Bereich Landschaftsarchitektur, Landschafts- oder Freiraumplanung für die Gestaltung städtischer Außen- und Freianlagen Stadt Weinheim
Weinheim Zum Job 
Stadt Norderstedt-Firmenlogo
Ingenieur/in / Technische/r Mitarbeiter/in (w/m/d) Bereich Verkehrswesen Stadt Norderstedt
Norderstedt Zum Job 
WipflerPLAN Planungsgesellschaft-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d) WipflerPLAN Planungsgesellschaft
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz Zum Job 
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg-Firmenlogo
Leitung des Rechenzentrums der Universität Freiburg (m/w/d) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Freiburg Zum Job 
VINCORION Advanced Systems GmbH-Firmenlogo
Information Security Manager (all genders) VINCORION Advanced Systems GmbH
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences-Firmenlogo
Professur "Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)" Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences
Düsseldorf Zum Job 
Mehrer Compression GmbH-Firmenlogo
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d) Mehrer Compression GmbH
Balingen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamm, Münster Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg Die Autobahn GmbH des Bundes
Dillenburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen Die Autobahn GmbH des Bundes
Hamm, Münster, Gelsenkirchen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen Die Autobahn GmbH des Bundes
Netphen Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück Die Autobahn GmbH des Bundes
Osnabrück Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes
SCHEIDL-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau SCHEIDL
Moosburg/Landshut Zum Job 

Laut Joel Heath, Hauptautor der Studie und Doktorand am University College London, ist die Forschungslage noch immer lückenhaft: „Dinosaurier sind gut erforscht, aber wir wissen immer noch nicht wirklich, woher sie kamen. Der Fossilienbestand weist so große Lücken auf, dass er nicht für bare Münze genommen werden kann.“

Eine neue Sicht auf Fossilienlücken

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzten ein Modell, das nicht nur vorhandene Fossilien, sondern auch fehlende Daten berücksichtigte. Bisher nicht untersuchte Gebiete wurden nicht als fossilienfrei betrachtet, sondern als unerforscht kategorisiert. Diese Methode ermöglichte es, potenzielle Ursprungsorte der Dinosaurier zu identifizieren.

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die frühesten Dinosaurier vermutlich in Wüsten- und Savannengebieten lebten, die heißer und trockener waren als bisher angenommen. In diesen Regionen fehlen bis heute fossile Funde, was jedoch auf die geringe Zugänglichkeit und unzureichende Forschung zurückgeführt wird. „Wir sind vermutlich einfach noch nicht auf die richtigen Gesteinsschichten gestoßen“, erklärt Heath.

Kleine Vorfahren mit großer Zukunft

Die ersten Dinosaurier unterschieden sich stark von den riesigen Kreaturen, die viele Menschen mit dem Begriff verbinden. Sie waren klein, etwa so groß wie ein Huhn oder ein Hund, und liefen auf zwei Beinen. Die meisten frühesten Arten waren vermutlich Allesfresser. In ihrer frhesten Arten waren vermutlich Allesfresser. In ihrer fr\u00fhen Entwicklungsphase waren Dinosaurier zahlenmäßig klar in der Unterzahl gegenüber anderen Reptilien wie den Pseudosuchiern, einer Gruppe von krokodilartigen Tieren, und den Flugsauriern, die bereits den aktiven Flug beherrschten.

Ein Wendepunkt kam vor etwa 201 Millionen Jahren, als massive Vulkanausbrüche große Teile der Tierwelt auslöschten. Diese Katastrophe bereitete den Weg für die Dominanz der Dinosaurier, die sich schnell an die neuen Umweltbedingungen anpassen konnten.

Neue Erkenntnisse zu Evolution und Verbreitung

Die Modellierungen zeigen, dass die Dinosaurier ihren Ursprung in den niedrigen Breitengraden Gondwanas hatten, bevor sie sich in andere Teile der Welt ausbreiteten. Diese Theorie wird durch die geografische Lage der frühesten Fossilienfunde gestützt, die in einem Mittelpunkt zwischen südlichem Gondwana und nördlichem Laurasia liegen.

Besonders spannend ist, dass die Ergebnisse aufzeigen, wie sich die Dinosaurier an unterschiedliche Klimazonen anpassten. Philip Mannion, leitender Autor der Studie, erklärt: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass frühe Dinosaurier gut an heiße und trockene Umgebungen angepasst waren. Zwei der drei Hauptgruppen, die Theropoden und Ornithischia, entwickelten später möglicherweise die Fähigkeit, ihre eigene Körperwärme zu erzeugen. Dadurch konnten sie auch in kälteren Regionen wie den Polen überleben.“

Die Sauropoden hingegen, bekannt durch Arten wie den Diplodocus, bevorzugten weiterhin warme Klimazonen. Diese Vorlieben spiegeln sich auch in der Verteilung ihrer Fossilienfunde wider.

Lücke im Stammbaum geschlossen

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie betrifft die Frage, wie Dinosaurier mit ihren nahen Verwandten verbunden waren. Besonders die Silesauriden, eine Gruppe kleiner Reptilien, könnten als Vorfahren der Ornithischia gedient haben. Diese Erkenntnis schließt eine bedeutende Lücke im Stammbaum und könnte erklären, warum fossile Beweise für diese Dinosauriergruppe aus der frühen Triaszeit fehlen.

Die Forschenden unterstützen diese Theorie durch drei alternative Evolutionsmodelle, von denen dasjenige mit den Silesauriden als Vorfahren die stärkste Evidenz lieferte. Diese neue Sichtweise könnte helfen, die frühen Entwicklungsstadien der Dinosaurier besser zu verstehen.

Trotz der Fortschritte bleiben viele Rätsel ungelöst. Warum fehlen Dinosaurierfossilien aus den äquatorialen Regionen bis heute? Und wie genau sah der Übergang von kleinen, unscheinbaren Vorfahren zu den dominierenden Lebewesen des Mesozoikums aus? Die Antworten auf diese Fragen könnten nicht nur unser Verständnis der Dinosaurier revolutionieren, sondern auch wertvolle Einblicke in die Evolution des Lebens auf der Erde geben.

Hier geht es zur Originalpublikation

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.