Verborgene Ressourcen 24.04.2025, 07:59 Uhr

Mondeis finden – mit kosmischer Strahlung und Schattenkamera

Forschende der Universität von Hawaii in Mānoa nutzen zwei innovative Ansätze, um die Suche nach Eis auf dem Mond voranzutreiben.

Radargerät Mond

Eine künstlerische Darstellung eines möglichen zukünftigen Radargeräts zur Messung kosmischer Strahlung, das an einem Mondumlaufbahn-Satelliten angebracht ist.

Foto: Christian Miki, Department of Physics, University of Hawai‘i at Mānoa

Mit Hilfe von Radarwellen und extrem lichtempfindliche Kameras wollen Forschende aus Hawaii nach Wassereis auf dem Mond zu suchen. Dabei kombinieren sie klassische Bildauswertung mit innovativen Methoden der Teilchenphysik. Die Ergebnisse sollen helfen, künftig Mondmissionen besser zu planen und die Versorgung auf einer möglichen Mondbasis zu sichern.

Warum Eis auf dem Mond so bedeutend ist

Wassereis auf dem Mond gilt als Schlüsselressource für zukünftige Raumfahrtmissionen. Es kann zur Trinkwasserversorgung, als Sauerstoffquelle oder zur Herstellung von Raketentreibstoff dienen. Vor allem an den Polen des Mondes vermuten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler größere Mengen davon – tief im Schatten von Kratern verborgen oder unter der Oberfläche. Doch wie lässt sich dieses Eis sicher nachweisen?

Ein Team der Universität von Hawaii in Mānoa verfolgt dazu zwei besondere Ansätze: Die Beobachtung mithilfe einer speziell entwickelten Kamera – und eine neue Methode, bei der natürlich vorkommende kosmische Strahlung zum Einsatz kommt.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Techniker Versorgungstechnik HLSK (m/w/d) AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH
Mannheim Zum Job 
sanotact GmbH-Firmenlogo
Verpackungsingenieur (m/w/d) QM, QS sanotact GmbH
Münster Zum Job 
Stadtwerke Rastatt GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Bauingenieur oder Versorgungsingenieur Stadtwerke Rastatt GmbH
Rastatt Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur für Streckenplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur als Bauwerksprüfer (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Fachingenieur für Streckenplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
LWL-PsychiatrieVerbund Westfalen-Firmenlogo
Diplom-Ingenieur:in oder Bachelor of Engineering (FH) der Fachrichtung Nachrichtentechnik (m/w/d) LWL-PsychiatrieVerbund Westfalen
Lippstadt, Warstein Zum Job 
Werner Sobek AG-Firmenlogo
Projektingenieure / Projektleiter Gebäude- / Versorgungstechnik (m/w/d) Werner Sobek AG
Frankfurt, Stuttgart, Weinheim, Mannheim Zum Job 
HOERBIGER Flow Control GmbH-Firmenlogo
Industrial Engineer (w/m/d) HOERBIGER Flow Control GmbH
Altenstadt Zum Job 
Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper-Firmenlogo
Projektmanager*in (m/w/d) Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper
Krefeld Zum Job 
Stadtwerke Wolfenbüttel GmbH-Firmenlogo
Bereichsleiter Technik (m/w/d) Stadtwerke Wolfenbüttel GmbH
Wolfenbüttel Zum Job 
Dürkopp Fördertechnik GmbH-Firmenlogo
Electrical Automation Engineer (m/w/d) - R&D Department Dürkopp Fördertechnik GmbH
Bielefeld Zum Job 
TenneT-Firmenlogo
Network Engineer Kommunikationsnetze (m/w/d) TenneT
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektleiter Wohnungsbau (m/w/d) für Neubau und Modernisierung auf Bauherrenseite Allbau Managementgesellschaft mbH
UPM - The Biofore Company-Firmenlogo
Production Engineer (m/f/d) UPM - The Biofore Company
KLEBL GmbH-Firmenlogo
Arbeitsvorbereiter / Stationärer Projektleiter (m/w/d) für Auftragsabwicklung und Produktionssteuerung im Bereich Fertigteilbau KLEBL GmbH
Gönnern Zum Job 
Stadtwerke Essen AG-Firmenlogo
Betriebsingenieur/in (gn) für Technisches Sicherheitsmanagement und Sonderprojekte Stadtwerke Essen AG
OCS Optical Control Systems GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieure (m/w/d) für die Bildverarbeitung & Softwareentwicklung OCS Optical Control Systems GmbH
OCS Optical Control Systems GmbH-Firmenlogo
Applikationsingenieur (m/w/d) für Automatisierungssysteme OCS Optical Control Systems GmbH
Spritz-Plast GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Spritz-Plast GmbH
Laufenburg (Baden) Zum Job 

Die Suche im Dunkeln: ShadowCam im Einsatz

Bereits vor einigen Jahren entdeckten Forschende um Shuai Li am Hawai’i Institute of Geophysics and Planetology (HIGP), dass es in permanent schattigen Regionen am Mond-Nord- und -Südpol Hinweise auf Eis gibt. Diese Krater erhalten nie direktes Sonnenlicht. Doch reflektiertes Licht von den Kraterrändern reicht aus, um indirekt ihre Innenwände zu beleuchten.

Genau hier setzt die ShadowCam an. Diese Kamera ist an Bord des Korea Lunar Pathfinder Orbiters unterwegs und wurde speziell für extrem lichtarme Umgebungen entwickelt. „Eis ist im Allgemeinen heller, d. h. es reflektiert mehr Licht als Gestein“, erklärt Jordan Ando, Doktorand in Shuai Lis Team. Gemeinsam mit weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern analysierte er die von der Kamera gelieferten Aufnahmen.

Die Bilder zeigten jedoch keine auffällige Aufhellung der Oberflächen in den schattigen Kratern – ein Indiz dafür, dass dort zwar Eis vorhanden sein könnte, aber in geringerer Konzentration als bislang angenommen. Während frühere Schätzungen noch von 5 bis 30 % Eisanteil ausgingen, legt die neue Analyse nahe, dass dieser Anteil unter 20 % liegt.

Kosmische Strahlung als Werkzeug zur Eissuche

Noch spannender ist der zweite Ansatz: Eine neue Studie nutzt die natürliche kosmische Strahlung, die auf den Mond trifft. Diese hochenergetischen Teilchen können in den Boden eindringen und dabei Radarwellen erzeugen. Diese Wellen werden je nach Material unterschiedlich reflektiert – Eis erzeugt dabei andere Signale als Gestein oder Staub.

Emily S. Costello, Postdoktorandin am HIGP und Hauptautorin der Studie, erklärt: „Diese ultrahochenergetische kosmische Strahlung trifft auf die Mondoberfläche und dringt in die darunter liegenden Schichten ein. Die Strahlung sendet Radarwellen aus, die von verborgenem Eis und Gesteinsschichten reflektiert werden.“

Auch interessant:

Anhand dieser Signale lässt sich ein Bild der Untergrundstruktur zeichnen – ohne dass man graben müsste. Christian Tai Udovicic, Mitautor der Studie, präsentierte die Ergebnisse auf der renommierten Lunar and Planetary Science Conference in Houston. Er betont: „Da sie auf Hochenergiephysik basiert, in der nur wenige Wissenschaftler weltweit Experten sind, sind selbst Planetenforscher oft überrascht, wenn sie von dieser Technik hören.“

Vom Labor zum Mond: Wie es weitergeht

Das Team arbeitet derzeit daran, ein Radargerät zu entwickeln, das gezielt diese Signale empfangen kann. Ziel ist es, ein kompaktes System zu bauen, das in zukünftigen Missionen auf dem Mond eingesetzt werden könnte. Erste Tests sollen Anfang 2026 erfolgen. Dann könnte der nächste Schritt in der Erforschung verborgener Wasservorkommen starten – direkt vor Ort.

Die Kombination beider Ansätze – Sichtprüfung mit empfindlicher Kamera und Strukturanalyse per kosmischer Strahlung – erhöht die Chancen, zuverlässige Aussagen über das Vorhandensein von Eis auf dem Mond zu treffen.

Hawaii als neuer Raumfahrt-Hotspot?

Beide Projekte zeigen auch, wie sehr sich Hawaii in den letzten Jahren zu einem wichtigen Standort der Mondforschung entwickelt hat. „Diese Projekte unter der Leitung von Wissenschaftlern der UH Mānoa bieten Studenten und Fachleuten in Hawaii vielversprechende Möglichkeiten, eine führende Rolle in der aufstrebenden Raumfahrtindustrie zu übernehmen und sich daran zu beteiligen“, sagt Emily Costello.

Mondbasen könnten eines Tages Realität werden. Doch vorher müssen wir wissen, wo es die nötigen Ressourcen gibt. Die Universität von Hawaii liefert dazu derzeit wichtige Beiträge. Ob Schattenkamera oder Strahlen-Radar – der Weg zum Wasser auf dem Mond beginnt mit innovativer Technik und klugen Köpfen auf der Erde.

Hier geht es zur Originalpublikation

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.