Deutsche Raumfahrtausstellung 27.01.2025, 12:00 Uhr

Kann bald jeder virtuell ins All fliegen?

Viele träumen davon, nur wenigen ist es vergönnt: Ein Flug ins All. Bald soll jeder die Möglichkeit dazu haben – zumindest virtuell.

Mit der Raumfähre ins Weltall fliegen

Viele Menschen würden gerne mit einer Raumfähre ins Weltall fliegen - bald soll es zumindest virtuell für jeden möglich sein.

Foto: PantherMedia / Shad.off

Die Faszination für den Weltraum ist ungebrochen. Jährlich lockt das Thema tausende Technikbegeisterte und Familien in die Deutsche Raumfahrtausstellung im vogtländischen Muldenhammer. Bald sollen Besucher dort nicht nur beeindruckende Exponate sehen, sondern selbst virtuelle Missionen ins All erleben können. Dieses ehrgeizige Projekt könnte Raumfahrt für jeden zugänglich machen – zumindest virtuell.

Eine neue Dimension für Besucher

Die Deutsche Raumfahrtausstellung plant den Bau eines hochmodernen Erweiterungsgebäudes. Auf einer Fläche von 1000 Quadratmetern wird eine interaktive Ausstellung unter dem Motto „Mission Weltall“ entstehen. „Die Besucher sollen eine eigene Raumfahrt virtuell nachspielen können“, erklärt Wolfgang Schädlich, parteiloser Bürgermeister von Muldenhammer.

Der Bau kostet 8,7 Millionen Euro, finanziert durch Bund und Land. Bereits jetzt hat der Innenausbau begonnen, und bis Sommer 2026 soll alles fertiggestellt sein. Ziel ist es, den Gästen ein immersives Erlebnis zu bieten, bei dem sie nicht nur Zuschauer bleiben, sondern selbst Teil einer Raumfahrtmission werden.

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Realitätsnahes Training im Fokus

Besucher dürfen sich auf eine virtuelle Vorbereitung für einen Weltraumflug freuen. Von der richtigen Ernährung über Gesundheitschecks bis hin zur Auswahl des Gepäcks – alle wichtigen Aspekte einer echten Astronautenmission werden erlebbar gemacht. Katrin Trommer, die Leiterin der Ausstellung, beschreibt das Projekt so: „Am Ende wird es sogar echte Satellitenbilder und einen spektakulären Blick auf die Erde geben.“

Zahlreiche Stationen, die an das Training echter Raumfahrender angelehnt sind, sollen die Besucher aktiv einbinden. Dazu gehören virtuelle Simulationen sowie Wissensübermittlung durch Astronauten und Trainer über große Leinwände. Ingenieure, Psychologen und andere Experten unterstützen das Konzept, um die Ausstellung möglichst vielseitig zu gestalten.

Zusammenarbeit mit renommierten Institutionen

Das Projekt entsteht in Kooperation mit der TU Bergakademie Freiberg, der Europäischen Weltraumorganisation ESA und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Diese Zusammenarbeit garantiert wissenschaftliche Genauigkeit und spannende Einblicke in die aktuellen Entwicklungen der Raumfahrt.

Darüber hinaus spielt die private Raumfahrt eine zentrale Rolle in der Ausstellung. „Das interessiert immer mehr Menschen weltweit“, sagt Trommer. Ob Tech-Milliardäre wie Elon Musk oder innovative Start-ups – private Akteure revolutionieren die Raumfahrt. Spannende Zukunftsfragen werden thematisiert: Könnte etwa Pflanzenanbau auf dem Mond möglich werden? Solche Themen sollen vor allem Kinder und Jugendliche anregen, sich für Raumfahrt und Technik zu begeistern. „Auch, weil man in Sachsen heute entsprechende Berufe studieren kann“, betont Trommer.

Eine Hommage an Sigmund Jähn

Ein besonderer Teil der Ausstellung wird Sigmund Jähn, dem ersten Deutschen im All, gewidmet. Jähn wurde 1937 in Morgenröthe-Rautenkranz geboren, einem Ortsteil von Muldenhammer. Sein legendärer Flug mit der russischen Sojus 31 im Jahr 1978 machte ihn zu einer Ikone. Bereits 1979 entstand in seinem Heimatort eine kleine Privatausstellung über ihn, die sich mittlerweile zu einer Attraktion entwickelt hat.

Jährlich zieht die Ausstellung rund 60.000 Besucher an. Mit der neuen Halle soll das Erlebnis noch attraktiver werden. Zusätzliche 90.000 Euro fließen in die Modernisierung der bestehenden Ausstellung. Neue Infotafeln, Grafiken für Kinder und interaktive Elemente wie QR-Codes sollen den Bestand erweitern. (mit dpa)

Hier geht es zur deutschen Raumfahrtausstellung

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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