Produktion 22.05.2025, 11:00 Uhr

Trumps Zölle: Erste Autobauer knicken ein und verlagern Produktion in die USA

Trumps Zölle zeigen Wirkung: Audi will künftig in drei Werken in den USA Modelle bauen, Mercedes die Produktion in Alabama deutlich ausweiten.

Audi-Mitarbeitende bei der Montage. Wenn Audi und Mercedes die Produktion einiger Modelle in die USA auslagern, bleibt auch für sie weniger zu tun. Foto: picture alliance/Reuters/Francois Lenoir

Audi-Mitarbeitende bei der Montage. Wenn Audi und Mercedes die Produktion einiger Modelle in die USA auslagern, bleibt auch für sie weniger zu tun.

Foto: picture alliance/Reuters/Francois Lenoir

Die neuesten Nachrichten von Audi und Mercedes dürfen als Zugeständnisse an die von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle für nicht in den USA gefertigte Fahrzeuge und Fahrzeugteile gedeutet werden. Diese Strafzölle treffen Audi besonders hart, denn die Exportquote der Ingolstädter in die USA liegt bei 100 %. Mehrheitlich werden neue Audi-Fahrzeuge in Deutschland hergestellt. Nun will Audi nach Informationen der Automobilwoche in drei Werken in den USA Fahrzeuge produzieren, mutmaßlich auch in VW-Werken, etwa in Chattanooga/Tennessee.

Mercedes verlagert Produktion in die USA

Mercedes hat bereits offiziell bestätigt, dass die Stuttgarter ihre US-Produktion in Tuscaloosa/Alabama ausbauen und dort ein weiteres Modell – Gerüchten zufolge den GLC – produzieren werden. Bislang hat Mercedes in den USA ausschließlich SUVs produziert und die restlichen Modelle für diesen Markt importiert. Knapp 30 % der Fahrzeugproduktion der Stuttgarter für die amerikanischen Kundschaft finden bereits in den USA statt.

BMWs größtes Werk steht bereits in den USA

BMW trifft es nicht ganz so hart wie die Mitbewerber. Das Werk in Spartanburg ist das weltweit größte Werk der BMW Group. Derzeit arbeiten dort mehr als 9000 Beschäftigte und produzieren täglich rund 1400 BMW X3, BMW X4, BMW X5 und BMW X6.  2024 liefen dort knapp 396.000 Fahrzeuge vom Band, fast 225.000 davon gingen in den Export. Alle großen SUV-Modelle werden in den USA produziert und machten im vergangenen Jahr 51,8 % des US-Absatzes aus und sind somit von Strafzöllen ausgenommen.

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Folgen für die Audi- und Mercedes-Beschäftigten noch unklar

Was diese Maßnahmen für den Produktionsstandort Deutschland und die Beschäftigten in der Fahrzeugindustrie bedeuten, wenn Produktionen in die USA verlagert werden, wird sich noch zeigen. Bislang wurde der GLC, dessen Produktion mutmaßlich in die USA wandert, in Bremen und Sindelfingen gefertigt. In Bremen arbeiten 11.000 Mitarbeitende, damit ist Mercedes der größte private Arbeitgeber in der Region. In Sindelfingen sind es etwa 20.000 Mitarbeitende. Zusammen haben sie 2024 430.000 Fahrzeuge verschiedener Modellreihen produziert. Fällt die Produktion des GLC in Deutschland ganz oder zum Teil aus, könnte das auch Auswirkungen auf Werksauslastungen und Beschäftigungszahlen haben. 2024 wurden in den USA gut 64.000 Mercedes GLC verkauft, die zuvor alle in Bremen oder Sindelfingen produziert wurden. Doch ein Mercedes-Sprecher gibt vorerst Entwarnung, die Lokalisierung des GLC habe keine Auswirkungen auf die Zahl der Arbeitsplätze der Stammbelegschaft in den Standorten Sindelfingen und Bremen. Von den Leiharbeitern war in diesem Statement nicht die Rede.

Ein Beitrag von:

  • Peter Kellerhoff

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: Automobil, Nutzfahrzeuge, Schiff, Bahn, Verkehr, Mobilität, E-Mobilität, Software, Cloud, Internet, KI

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