Additive Fertigung 31.03.2025, 09:11 Uhr

Rechtskonform drucken

Wer darf welche Bauteile drucken? Ist das Konstruieren via Reverse Engineering legal? Antworten liefert eine neue VDI-Richtlinie.

Recht

Juristisch alles im grünen Bereich? Für Nutzer additiver Fertigungstechnologien wird diese Frage in einer neuen VDI-Richtlinie beantwortet.

Foto: panthermedia.net/Francois Poirier

Additive Fertigungsverfahren eröffnen beeindruckende technische Möglichkeiten, bringen aber auch zahlreiche rechtliche Fragestellungen mit sich. Die Richtlinie VDI 3405 Blatt 5.1 nimmt diese Thematik entlang der gesamten Fertigungsprozesskette unter die Lupe und beschreibt detailliert, welche rechtlichen Aspekte in den jeweiligen Schritten zu beachten sind.

Besonders im Fokus: gewerbliche Schutzrechte

Um die Beschreibung der Prozesskette und der damit einhergehenden rechtlichen Fragestellungen kompakt halten zu können, werden vorab sowohl grundlegende technische als auch juristische Aspekte im Kontext der additiven Fertigung beschrieben. Auf der technischen Seite sind dies u. a. die für den jeweiligen Prozessschritt typischen Dateitypen und Formate. Darauf aufbauend werden auf der juristischen Seite vertrags- und haftungsrechtliche sowie IP-rechtliche (IP: intellectual property) Besonderheiten diskutiert. Des Weiteren werden Fragen des „Eigentums“ an Daten und des Know-how-Schutzes sowie gesetzliche Neuerungen in Bezug auf das Reverse Engineering erörtert. Beim Reverse Engineering werden vorhandene Bauteile (von Wettbewerbern) analysiert und gescannt, um Konstruktionsdaten zu erhalten.

Tipps zur Vertragsgestaltung

Die Richtlinie hilft, rechtliche Implikationen bei der Durchführung von Aufträgen zu erkennen und gibt Hinweise für eine Vertragsgestaltung, die die Vertragsintention rechtskonform abbildet.

Lesetipp: Mit dem „AM I Navigator“ erfolgreich drucken

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Die Richtlinie wendet sich an Anbieter von additiven Fertigungsanlagen, Konstrukteure und Konstrukteurinnen für additiv zu fertigende Bauteile, Fertigungsdienstleister und die Auftraggeber für entsprechende Produkte und Dienstleistungen. Die Richtlinie wendet sich auch an Juristen, die sich mit Rechtsfragen einer weitgehend digitalen Fertigungskette allgemein und speziell mit den spezifischen Besonderheiten des additiven Fertigungsprozesses beschäftigen.

Lesetipp: Der Bundestrainer für 3D-Druck zieht Bilanz nach der WM

Die Richtlinie VDI 3405 Blatt 5.1 „Additive Fertigungsverfahren – Rechtliche Aspekte der Prozesskette“ wurde im März 2025 von der VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (GPL) herausgegeben und ist für 153,50 € bei DIN Media erhältlich.

Was sind eigentlich VDI Richtlinien?

Die Antwort liefert dieses kurze Video:

Ein Beitrag von:

  • Stefan Asche

    Stefan Asche

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: 3-D-Druck/Additive Fertigung, Konstruktion/Engineering, Logistik, Werkzeugmaschinen, Laser

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