Sensor im Strumpf 19.09.2014, 09:18 Uhr

SafeWander schlägt Alarm, wenn Alzheimer-Patienten nachts wandern

SafeWander ist das erste tragbare Sensorsystem, das Alarm schlägt, wenn Alzheimer-Patienten nachts herumirren, obwohl sie eigentlich schlafen sollten. Die Sensoren im Strumpf reagieren sobald der Patient sich fortbewegt. Und benachrichtigen über eine App das Pflegepersonal. 

SafeWander-Erfinder Kenneth Shinozuka und dessen Opa: Die Idee zum Sensor-System kam dem 15-Jährigen, als sein an Alzheimer erkrankter Großvater nachts orientierungslos umherlief.

SafeWander-Erfinder Kenneth Shinozuka und dessen Opa: Die Idee zum Sensor-System kam dem 15-Jährigen, als sein an Alzheimer erkrankter Großvater nachts orientierungslos umherlief.

Foto: Screenshot ingenieur.de/Kenneth Shinozuka

Zunächst denkt man bei Wearables an Sportler, die ein Armband als modisches Gimmick im Fitnessbereich und zur Überwachung der eigenen Vitaldaten tragen. Doch inzwischen gibt es immer mehr sogenannte Wearables im Bereich der Pflege – wie die neueste Erfindung aus den USA.

15-Jähriger entwickelt SafeWander

Entwickelt wurde das neue System von dem New Yorker Teenager Kenneth Shinozuka. Ihm kam die Idee dazu, als sein an Alzheimer erkrankter Großvater nachts orientierungslos umherlief. „Ich werde nie vergessen, wie tief bewegt meine Familie war, als sie zum ersten Mal meinen Sensor erlebt hatte, als mein Großvater auf Wanderschaft ging“, beschreibt der 15-Jährige die Reaktion seiner Familie auf seine Erfindung. Es ist tatsächlich eine Technologie, die das Leben verändert und erleichtert.

Akustischer Alarm meldet Wanderer

Shionouka hatte einen Sensor in einen Strumpf integriert und dem Wearable den Namen „SafeWander“ gegeben. Sobald der Patient sich vom Stuhl oder aus dem Bett bewegt, wird durch das Körpergewicht ein Druck auf den Sensor ausgeübt. Sofort wird über einen Sender ein Alarm ausgelöst und dem Betreuer auf dem Smartphone gemeldet.

Das Sensor-System wurde in einen Strumpf integriert. Registriert es Druck geht über Bluetooth eine Warnmeldung auf das Smartphone der Pflegekraft.

Das Sensor-System wurde in einen Strumpf integriert. Registriert es Druck geht über Bluetooth eine Warnmeldung auf das Smartphone der Pflegekraft.

Foto: Screenshot ingeneiur.de/Kenneth Shinozuka

Viele Alzheimer-Patienten bringen sich in gefährliche Situationen, wenn sie auf Wanderschaft gehen. Dieser Drang ist typisch für die Alzheimer-Kranken. Doch meist können sie sich mehr daran erinnern, wohin sie gehen wollten. Für die Betreuer ist die Situation schwierig, ihre Patienten ständig im Auge zu behalten – besonders nachts. Doch die Kranken leiden oftmals unter Schlafstörungen, haben einen veränderten Schlafrhythmus.

Klein und flexibel: der SafeWander-Sensor.

Klein und flexibel: der SafeWander-Sensor.

Foto: Screenshot ingenieur.de/Kenneth Shinozuka

Vielfach können sie sogar nicht mehr zwischen Tag und Nacht unterscheiden. Betroffen von der Krankheit Alzheimer und Demenz sind weltweit 36 Millionen Menschen. Es ist die am schnellsten wachsende Gesundheitsbedrohung für die Menschen. Über 65 Prozent der Patienten leiden an nächtlicher Unruhe.

Geringer Energieverbrauch

Für betreuende Angehörige oder Pflegepersonal ist es sehr schwer, die Kranken 24 Stunden am Tag zu beaufsichtigen. Das neuartige Sensorsystem „SafeWander“ erleichtert ihnen ihre Arbeit erheblich. Das System ist einfach zu bedienen und arbeitet zuverlässig. Es wird nur wenig Strom verbraucht, da eine Bluetooth Low Energy Technologie in dem Sensor integriert ist. Eine Knopfzelle liefert mehrere Monate lang Energie.

Einen ersten zwölfmonatigen Test hat SafeWander bereits positiv absolviert: Alle betroffenen Bezugspersonen und Betreuer der Kranken gaben ein überaus positives Feedback. Derzeit läuft ein größerer Beta-Test in verschiedenen Wohneinrichtungen. 

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