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Roboter im Krankenhaus: Fraunhofer IPA will den Pilotprojekt-Fluch brechen

08. Juli 2026

kleiner Junge berührt Display einer Roboterplattform
Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA und die Unternehmensberatung ZEQ arbeiten gemeinsam daran, Kliniken den Einstieg in die Assistenzrobotik im Gesundheitsbereich zu ermöglichen. Foto: Fraunhofer IPA/Rainer Bez
Bisher hatten es Assistenzsysteme für den Gesundheitsbereich schwer, über Pilotprojekte hinauszukommen. Das Fraunhofer IPA und die Unternehmensberatung ZEQ wollen das jetzt ändern. Sie begegnen den vielfältigen Aufgaben mit einem modularen Ansatz.
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An Pilotprojekten für den Robotereinsatz im Gesundheitswesen mangelt es nicht. In den meisten Fällen decken diese aber nur einzelne Einsatzbereiche ab. Dabei ist das Potenzial viel größer.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) und die Unternehmensberatung ZEQ arbeiten nun gemeinsam an der Entwicklung eines Modells, mit dem Krankenhäuser, Rehakliniken und Pflegeeinrichtungen Assistenzrobotik und KI schrittweise in bestehende Prozesse integrieren können.

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Inhaltsverzeichnis

Kern ist ein modularer Ansatz

Statt einzelne Roboterlösungen isoliert einzuführen, wird zunächst analysiert, welche Prozesse automatisiert werden können und welche Infrastruktur bereits vorhanden ist. Anschließend werden passende Robotersysteme ausgewählt und schrittweise in die bestehende IT- und Gebäudeinfrastruktur integriert.

Das Spektrum der betrachteten Robotertypen umfasst unter anderem:

  • Autonome Transportroboter für Hol- und Bringdienste
  • Reinigungs- und Desinfektionsroboter
  • Interaktionsroboter für Patientenführung, Information der Patientinnen und Patienten und die Erfassung von Patientendaten
  • Exoskelette, die das Pflegepersonal bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten unterstützen

Multiaufgabenintegration als Besonderheit

Das Fraunhofer IPA erweitert dafür bereits bestehende Roboterplattformen im Rahmen der sogenannten Multiaufgabenintegration. Statt für jede Aufgabe einen eigenen Roboter einzusetzen, soll künftig eine Plattform unterschiedliche Dienste übernehmen – etwa Material transportieren, Vitaldaten erfassen und Dokumentationsaufgaben erledigen. Dadurch sinken Investitions- und Betriebskosten.

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Darüber hinaus bindet das Fraunhofer IPA diese Roboterplattform an die bestehende Infrastruktur einer Klinik an, um zum Beispiel Türen zu öffnen oder Aufzüge zu bedienen.

Roboter entlasten Klinikpersonal

Der Fachkräftemangel in Kliniken und Pflegeeinrichtungen erfordert neue Lösungsansätze.

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„Robotik und KI entfalten ihren Nutzen im Gesundheitswesen nicht dadurch, dass man Technik auf Station stellt. Entscheidend ist, dass sie ein konkretes Versorgungs- oder Organisationsproblem lösen, vom Personal akzeptiert werden und wirtschaftlich tragfähig in den Betrieb integriert sind“, erklärt Nico Kasper, Vorstand der Unternehmensberatung ZEQ.

Lesen Sie auch: TUM präsentiert neue Pflegeroboter-Generation

Robotertechnologie in Kliniken kein Neuland mehr

Der Care-O-bot dient dem Fraunhofer IPA seit den 1990er-Jahren als Forschungsplattform für Service- und Assistenzrobotik. Eine flächendeckende Einführung im Klinikalltag blieb bislang jedoch aus.

„Die Robotertechnologie für den Klinikeinsatz ist vielfach bereits vorhanden. Was fehlt, ist die systematische Integration in die klinischen Abläufe“, sagt Andreas Traube, Leiter des Geschäftsbereichs Gesundheitsindustrie am Fraunhofer IPA.

Dass Robotik im Gesundheitswesen zunehmend an Bedeutung gewinnt, zeigen auch andere Entwicklungen. So arbeitet die United Robotics Group unter anderem mit dem humanoiden Roboter uMe an Anwendungen für Pflegeeinrichtungen und Kliniken. Zum Beispiel soll uMe Pflegekräfte künftig unterstützen, indem er Routinen begleitet und mit Pflegebedürftigen interagiert. Dazu gehören beispielsweise das Führen von Gesprächen, das Wecken von Erinnerungen und das Ausführen von Bewegungsübungen.



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