Roboter im Krankenhaus: Fraunhofer IPA will den Pilotprojekt-Fluch brechen
Bisher hatten es Assistenzsysteme für den Gesundheitsbereich schwer, über Pilotprojekte hinaus zu kommen. Das Fraunhofer IPA und die Unternehmensberatung ZEQ wollen das jetzt ändern. Sie begegnen den vielfältigen Aufgaben mit einem modularen Ansatz.
Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA und die Unternehmensberatung ZEQ arbeiten gemeinsam daran, Kliniken den Einstieg in die Assistenzrobotik im Gesundheitsbereich zu ermöglichen.
Foto: Fraunhofer IPA/Rainer Bez
An Pilotprojekten für den Robotereinsatz im Gesundheitswesen mangelt es nicht. In den meisten Fällen decken diese aber nur einzelne Einsatzbereiche ab. Dabei ist das Potenzial viel größer.
Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung und die Unternehmensberatung ZEQ arbeiten nun gemeinsam an der Entwicklung eines Modells, mit dem Krankenhäuser, Rehakliniken und Pflegeeinrichtungen Assistenzrobotik und KI schrittweise in bestehende Prozesse integrieren können.
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Kern ist ein modularer Ansatz
Statt einzelne Roboterlösungen isoliert einzuführen, wird zunächst analysiert, welche Prozesse automatisiert werden können und welche Infrastruktur bereits vorhanden ist. Anschließend werden passende Robotersysteme ausgewählt und schrittweise in die bestehende IT- und Gebäudeinfrastruktur integriert.
Das Spektrum der betrachteten Robotertypen umfasst unter anderem:
- Autonome Transportroboter für Hol- und Bringdienste
- Reinigungs- und Desinfektionsroboter
- Interaktionsroboter für Patientenführung, Information der Patientinnen und Patienten und die Erfassung von Patientendaten
- Exoskelette, die das Pflegepersonal bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten unterstützen
Multiaufgabenintegration als Besonderheit
Das Fraunhofer IPA erweitert dafür bereits bestehende Roboterplattformen im Rahmen der sogenannten Multiaufgabenintegration. Statt für jede Aufgabe einen eigenen Roboter einzusetzen, soll künftig eine Plattform unterschiedliche Dienste übernehmen – etwa Material transportieren, Vitaldaten erfassen und Dokumentationsaufgaben erledigen. Dadurch sinken Investitions- und Betriebskosten.
Darüber hinaus bindet das Fraunhofer IPA diese Roboterplattform an die bestehende Infrastruktur einer Klinik an, um zum Beispiel Türen zu öffnen oder Aufzüge zu bedienen.
Roboter entlasten Klinikpersonal
Der Fachkräftemangel in Kliniken und Pflegeeinrichtungen erfordert neue Lösungsansätze.
„Robotik und KI entfalten ihren Nutzen im Gesundheitswesen nicht dadurch, dass man Technik auf Station stellt. Entscheidend ist, dass sie ein konkretes Versorgungs- oder Organisationsproblem lösen, vom Personal akzeptiert werden und wirtschaftlich tragfähig in den Betrieb integriert sind“, erklärt Nico Kasper, Vorstand der Unternehmensberatung ZEQ.
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Robotertechnologie in Kliniken kein Neuland mehr
Der Care-O-bot dient dem Fraunhofer IPA seit den 1990er-Jahren als Forschungsplattform für Service- und Assistenzrobotik. Eine flächendeckende Einführung im Klinikalltag blieb bislang jedoch aus.
„Die Robotertechnologie für den Klinikeinsatz ist vielfach bereits vorhanden. Was fehlt, ist die systematische Integration in die klinischen Abläufe“, sagt Andreas Traube, Leiter des Geschäftsbereichs Gesundheitsindustrie am Fraunhofer IPA.
Dass Robotik im Gesundheitswesen zunehmend an Bedeutung gewinnt, zeigen auch andere Entwicklungen. So arbeitet die United Robotics Group unter anderem mit dem humanoiden Roboter Pepper an Anwendungen für Pflegeeinrichtungen und Kliniken. Unter anderem soll Pepper Rheumapatientinnen und -patienten, sowie Demenzkranken zur Seite stehen und eine soziale Bindung aufbauen.
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