Alternative zum Gehirnschrittmacher? 10.07.2026, 11:00 Uhr

Magnetische Nanopartikel sollen Parkinson-Symptome lindern

Ein internationales Forschungsteam um die FAU Erlangen-Nürnberg erprobt ein neues Therapieverfahren gegen Parkinson am Mausmodell. Im Fokus stehen dabei magnetische Nanoplättchen.

Ein älterer Mann mit grauem Bart und Brille schaut auf einen Bildschirm mit verschiedenen Aufnahmen von Gehirnen.

FAU-Forschende erproben eine neue Thepariemöglichkeit gegen Parkinson am Mausmodell. Im Fokus stehen dabei magnetische Nanoplättchen.

Foto: Smarterpix/Berit

Ein Magnetfeld von außen, winzige Partikel im Gehirn und plötzlich bewegen sich Parkinson-Mäuse wieder besser: Ein internationales Forschungsteam hat einen Ansatz getestet, der tiefe Hirnregionen ohne dauerhaft implantierte Elektroden stimuliert. Noch ist die Methode weit von einer Anwendung am Menschen entfernt. Doch sie könnte langfristig eine weniger invasive Alternative zur tiefen Hirnstimulation eröffnen.

Winzige Magnetpartikel ins Gehirn injiziert

Internationale Forschende der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der RWTH Aachen, der Universität Maastricht und der Universität Leuven haben im Rahmen einer Studie ein neues Therapiekonzept erprobt, welches eine Alternative zu herkömmlichen Behandlungsmethoden gegen Parkinson sein könnte. Mithilfe eines Magnetfelds ist es gelungen, die Aktivität von tief im Schädel liegenden Hirnstrukturen gezielt zu beeinflussen.

Die injizierten magnetischen Nanopartikel weisen eine besondere Form und Struktur auf. Sie wurden entwickelt, um Magnetfelder in winzige mechanische Kräfte umzuwandeln. Wenn um das Gehirn herum ein Magnetfeld erzeugt wird, richten sich die Nanopartikel daran aus und erzeugen diese mechanischen Kräfte. Diese können die Zellmembranen in ihrer Umgebung leicht verformen, ähnlich wie wenn man mit dem Zeigefinger gegen die Haut eines Luftballons drückt. Dadurch öffnen sich kleine mechanosensitive Kanäle, durch die geladene Ionen in die Nervenzelle strömen und diese so stimulieren können.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
STEULER-KCH GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im Projektbereich (m/w/d) Region Bayern / Süddeutschland - Surface Protection Linings STEULER-KCH GmbH
Region Bayern / Süsseutschland Zum Job 
City 1 Group GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im schlüsselfertigen Wohnungsbau (m/w/d) City 1 Group GmbH
Neu-Isenburg Zum Job 
TenneT TSO GmbH-Firmenlogo
Projektleiter Hoch- und Tiefbau Umspannwerke (m/w/d) TenneT TSO GmbH
Bayreuth, Ingolstadt, Schweinfurt Zum Job 
TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Mitarbeiter Montage Sondermaschinenbau - Mechanik (m/w/d) TITAN Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
ELAC SONAR GmbH-Firmenlogo
Systems Engineer - Proposals (m/w/d) ELAC SONAR GmbH
IGS Ingenieure GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektmitarbeiter:in (m/w/d) im Bau- und Vertragsmanagement IGS Ingenieure GmbH & Co. KG
Duisburg, Hamburg, München, Stuttgart, Weimar⁠⁠⁠⁠⁠⁠ Zum Job 
IGS Ingenieure GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauüberwachung / Bauoberleitung (m/w/d) im Konstruktiven Ingenieurbau und Straßenbau IGS Ingenieure GmbH & Co. KG
Hochheim/Main, München, Stuttgart⁠⁠⁠⁠⁠⁠. Zum Job 
TenneT-Firmenlogo
ERP-Experte / SAP Super User mit Schwerpunkt Umspannwerke (m/w/d) TenneT
Bayreuth Zum Job 
Hochschule Schmalkalden-Firmenlogo
W2-Professur "Fertigungstechnik" Hochschule Schmalkalden
Schmalkalden Zum Job 
Egger Holzwerkstoffe Brilon GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Absolvent / Nachwuchsingenieur (w/m/d) Technik und Produktion Egger Holzwerkstoffe Brilon GmbH & Co. KG
Stadtverwaltung Frankenthal-Firmenlogo
Bereichsleiter (m/w/d) Gebäude und Grundstücke Stadtverwaltung Frankenthal
Frankenthal (Pfalz) Zum Job 
Scheidt & Bachmann GmbH-Firmenlogo
Energietechnikerin / Projekttechnikerin (m/w/d) Energie- und Gebäudetechnik Scheidt & Bachmann GmbH
Mönchengladbach bei Düsseldorf Zum Job 
Sprint Sanierung GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur / Betriebswirt / Bautechniker / Handwerksmeister als Niederlassungsleiter (m/w/d) Sprint Sanierung GmbH
Berlin-Ahrensfelde Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektleiter Wohnungsbau (m/w/d) Energetische Modernisierung Allbau Managementgesellschaft mbH
nora systems GmbH-Firmenlogo
LEAN Manager (m/w/d) nora systems GmbH
Weinheim Zum Job 
Werner Sobek AG-Firmenlogo
Bauingenieur Brückenbau (m/w/d) Werner Sobek AG
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur (w/m/d) im Bereich Hochbau Instandhaltung Die Autobahn GmbH des Bundes
BG ETEM-Firmenlogo
Dozent/-in (m/w/d) für die Bildungsstätte in Bad Münstereifel BG ETEM
Bad Münstereifel Zum Job 
Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH-Firmenlogo
Abteilungsleiter*in Flottenmanagement / ECM3 (Head of Fleet Management / ECM3) Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH
Karlsruhe Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Sportstätten GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH

Für die Injektion wurde das Mausmodell stereotaktisch fixiert und das Verfahren im MRT/CT-Scan durchgehend beobachtet. So können die Partikel äußerst präzise in der gewünschten Hirnregion platziert werden. Diese Präzision ist unerlässlich, da die Wirkung davon abhängt, dass der korrekte motorische Schaltkreis angesteuert wird.

Lesen Sie auch: Behandlung ohne Skalpell: Duisburger Ärzte stoppen Zittern mit Ultraschall im Gehirn

Gehirnschrittmacher als herkömmliche Therapie

Parkinson ist eine Erkrankung des Nervensystems, bei der die Nervenzellen im Gehirn, die den Botenstoff Dopamin produzieren, nach und nach absterben. Dadurch werden die motorischen Schaltkreise gestört und es kommt zu Muskelzittern und anderen Bewegungsstörungen.

Manchen Betroffenen kann ein sogenannter Hirnschrittmacher helfen, ein kleines Gerät, welches unterhalb des Schlüsselbeins implantiert wird. Von dort aus wird über fest implantierte Elektronen die tief liegende Hirnregion, der Nucleus subthalamicus, stimuliert. Durch die Impulse wird die pathologische Aktivität in diesen neuronalen Schaltkreisen verändert, was Bewegungsstörungen lindern kann.

„Der Eingriff ist jedoch vergleichsweise komplex und nicht immer erfolgreich“, erklärt Danijela Gregurec vom Department für Chemie und Pharmazie der FAU. „Viele Parkinson-Kranke schrecken daher davor zurück, oder sie sind keine geeigneten Kandidaten für einen solchen Schrittmacher.“

Die neue Methode könnte vielleicht irgendwann eine schonende Alternative darstellen. Denn durch sie lassen sich tiefe Hirnregionen gezielt beeinflussen, ohne dass dazu dauerhaft Elektroden implantiert werden müssten. Der Unterschied ist dabei, dass die klassische Therapie eine elektrische Verbindung zum Gehirn herstellt. Der FAU-Ansatz nutzt dagegen die natürlich vorhandenen Mechanosensoren der Neuronen, um die Regionen tief im Gehirn zu beeinflussen. Das macht die Behandlung deutlich schonender.

Erprobung am Mausmodell

Die Forschungsgruppe testete die Methode zunächst an Mäusen. Bei den Versuchstieren waren dabei dieselben Nervenzellen beschädigt wie auch bei menschlichen Parkinson-Erkrankten. Die motorische Beeinträchtigung war ebenfalls ähnlich.

Als die Tiere nach dem Eingriff einem Magnetfeld ausgesetzt wurden, verbesserten sich ihre motorischen Fähigkeiten deutlich. „Der Effekt entsprach in etwa dem, was wir nach der Implantation eines Hirnschrittmachers erwartet hätten“, betont Danijela Gregurec.

Die magnetischen Partikel überdauerten im Gehirn über einen mehrmonatigen Testzeitraum. In dieser Zeit hatten die Mäuse keine Entzündungssymptome.

Lesen Sie auch: Neue MRT-Analyse deckt Fehldiagnosen bei Parkinson auf

Suche nach einer noch schonenderen Methode

Die Forschenden rund um Gregurec suchen jetzt nach weiteren Möglichkeiten, diesen Eingriff noch schonender zu machen. So wäre es beispielsweise denkbar, die Partikel gezielt so zu verabreichen, dass sie nach einer einfachen Injektion in die Blutbahn die Blut-Hirn-Schranke überwinden können.

Darüber hinaus wäre es denkbar, kleine Wearables zu entwickeln, die Magnetfelder für diese Stimulation zu erzeugen. Eine mögliche Option ist ein Stirnband, das sich die Patientin oder der Patient bei Bedarf selbst anlegen kann. Es wird aber noch einige Jahre dauern, bis solche Ansätze für den klinischen Einsatz in Betracht gezogen werden können.

Hier geht es zur Publikation in Advanced Science.

Ein Beitrag von:

  • Anastasia Pukhovich

    Anastasia Pukhovich ist Volontärin beim VDI Verlag. Ihre Tätigkeit beim Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien weckte ihr Interesse an allen Themen rund um Wissenschaft und Technik. Besonders gerne verfolgt sie journalistisch die Themen Medizintechnik und Karriere.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.