"ViseKat" misst Vitalparameter 16.07.2026, 11:30 Uhr

Viele Verletzte, zu wenige Retter: Sensorpflaster soll Leben retten

In Katastrophenfällen müssen oft viele Verletzte gleichzeitig medizinisch versorgt werden. Ein neues Forschungsprojekt entwickelt ein Sensorikpflaster, das in Echtzeit die Vitalparameter messen soll.

Ein orange-weißer Rettungswagen ist auf einer Straße.

Bei Großschadenslagen müssen Rettungskräfte viele Verletzte gleichzeitig versorgen. Ein intelligentes Sensorpflaster soll Vitaldaten kontinuierlich erfassen und kritische Veränderungen automatisch melden.

Foto: picture alliance / Maximilian Koch | Maximilian Koch

Wenn bei Naturkatastrophen, Großbränden oder Terroranschlägen viele Menschen gleichzeitig verletzt werden, stoßen Rettungskräfte schnell an ihre Grenzen. Ein neues Forschungsprojekt entwickelt deshalb ein intelligentes Sensorikpflaster, das Vitalparameter kontinuierlich überwacht und die medizinische Versorgung in Großschadenslagen verbessern soll.

Beteiligt sind das Institut für Rettungswesen, Notfall- und Katastrophenmanagement (IREM), die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS), das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) und das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC).

Pflaster überwacht Vitalparameter in Echtzeit

Im Mittelpunkt des Projekts steht ein kostengünstiges, intelligentes Sensorikpflaster, das die wichtigsten Vitalparameter und Standortdaten verletzter Personen kontinuierlich erfasst. Dazu gehören:

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Technische Hochschule Deggendorf-Firmenlogo
Professorin | Professor (m/w/d) für das Lehrgebiet "Nachhaltige Sanierung und Renovierung" Technische Hochschule Deggendorf
Deggendorf Zum Job 
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Fachrichtung Tiefbau, Straßenbau oder Siedlungshydrologie Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)
VDM Metals Gruppe-Firmenlogo
Qualitätsingenieur Schmiede (m|w|d) VDM Metals Gruppe
VDM Metals Gruppe-Firmenlogo
Trainee Nachhaltigkeitsmanagement (m|w|d) VDM Metals Gruppe
Werdohl, Altena, Unna, Dortmund, Frankfurt Zum Job 
VDM Metals Gruppe-Firmenlogo
Trainee Qualitätssicherung / Technische Klärung (m|w|d) VDM Metals Gruppe
Werdohl, Altena, Unna, Dortmund, Frankfurt Zum Job 
VDM Metals Gruppe-Firmenlogo
Initiativbewerbung Ingenieure / Produktionsmitarbeiter (m|w|d) VDM Metals Gruppe
Werdohl, Altena, Unna, Dortmund, Frankfurt Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Prüfingenieur Konstruktiver Ingenieurbau / Bauwesen (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
GEWOBAU Wohnungsgenossenschaft Essen eG-Firmenlogo
Assistenz der Bauleitung für die Instandhaltung und Modernisierung (m/w/d) GEWOBAU Wohnungsgenossenschaft Essen eG
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Sachbearbeiter Landschaftspflege (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Hohen Neuendorf Zum Job 
Dawonia-Firmenlogo
Techniker Propertymanagement (m/w/d) in der Immobilienwirtschaft Dawonia
München Zum Job 
AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH-Firmenlogo
Sachgebietsleiter Bau (m/w/d) AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH
AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH
medac pharma production GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) medac pharma production GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
Stadt Celle-Firmenlogo
Projektingenieur (d/m/w) Stadt Celle
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Qualifizierung Kfz- Prüfingenieur/-in (m/w/d) bzw. Kfz- Sachverständige/-r (m/w/d) TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Heppenheim, Bischofsheim Zum Job 
Staatliches Bauamt Nürnberg-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) / Projektbearbeiter (m/w/d) in der Fachrichtung Elektrotechnik Staatliches Bauamt Nürnberg
Nürnberg Zum Job 
Rheinbahn AG-Firmenlogo
Ingenieur als Expert*in (w/m/d) Brandschutz Rheinbahn AG
Düsseldorf Zum Job 
noris network AG-Firmenlogo
Techniker Zutrittskontrolle & Videoüberwachung / Datacenter Engineer (m/w/d) noris network AG
Nürnberg Zum Job 
fripa  Papierfabrik Albert Friedrich KG-Firmenlogo
Projektingenieur Papierverarbeitung (m/w/d) fripa Papierfabrik Albert Friedrich KG
Miltenberg Zum Job 
ZVEI e.V. - Verband der Elektro- und Digitalindustrie-Firmenlogo
(Senior) Manager / Referent Elektroniksysteme (w/m/d) ZVEI e.V. - Verband der Elektro- und Digitalindustrie
Frankfurt am Main Zum Job 
  • Herzfrequenz
  • Atemfrequenz
  • Blutdruck
  • Sauerstoffsättigung
  • Position der Patientin oder des Patienten

Die Messwerte werden in Echtzeit an eine zentrale Einsatzleitung übertragen. Verschlechtert sich der Gesundheitszustand einer verletzten Person, können Einsatzkräfte schneller reagieren und die Priorisierung der Behandlung entsprechend anpassen.

Lesen Sie auch: Medizintechnik: Sensorpflaster schützt vor Fehldiagnose

Herausforderung: Viele Verletzte gleichzeitig versorgen

Großschadenslagen stellen Rettungsdienste regelmäßig vor enorme Herausforderungen. Naturkatastrophen, Extremwetter, schwere Verkehrsunfälle, Großbrände oder Terroranschläge können innerhalb kurzer Zeit zu einer Vielzahl verletzter Menschen führen. In solchen Situationen reichen Personal und medizinische Ressourcen häufig nicht aus, um die Werte aller Betroffenen kontinuierlich zu messen.

Das Sensorikpflaster „ViseKat“ soll die Einsatzkräfte deshalb bei der medizinischen Entscheidungsfindung unterstützen. Ziel ist es, den Gesundheitszustand der Verletzten durchgehend zu beobachten, die Qualität der Triage zu erhöhen und vorhandene Ressourcen gezielter einzusetzen.

Ein Mann in hellblauem T-Shirt liegt bewusstlos auf dem Boden. Ein Rettungssanitäter in orangener Jacke klebt ein schwarzes Pflaster auf seinen Hals.
So könnte das intelligente Vitalsensorikpflaster aussehen, das derzeit an der THWS in Zusammenarbeit mit zwei Fraunhofer-Instituten entwickelt wird. Foto: Fraunhofer IIS/Paul Pulkert

Kontinuierliche Überwachung statt einmaliger Triage

Bislang basiert die Versorgung bei einem Massenanfall von Verletzten auf einer initialen Triage. Rettungskräfte beurteilen vor Ort den Schweregrad der Verletzungen und legen fest, welche Patientinnen und Patienten zuerst behandelt werden.

Anschließend ist eine dauerhafte Messung aller Betroffenen jedoch häufig nicht möglich, da Personal und medizinische Geräte fehlen. Verschlechtert sich der Zustand einer zunächst stabil eingeschätzten Person, bleibt dies unter Umständen unbemerkt.

Genau hier setzt das neue Sensorikpflaster an: Es kontrolliert die Vitalparameter und meldet kritische Veränderungen automatisch an die Einsatzleitung. Dadurch können Rettungskräfte ihre Prioritäten jederzeit an den tatsächlichen Gesundheitszustand der Verletzten anpassen.

„Mit dem Vitalsensorikpflaster wollen wir die Versorgung betroffener Personen entsprechend ihres Ist-Zustands bedarfsgerecht optimieren und so ihre Chancen auf Genesung steigern“, erklärt Projektleiter Stefan Sesselmann.

Lesen Sie auch: Wearables werden zu Medizinprodukten: Was die neue Sensorik leisten kann

Ein Beitrag von:

  • Anastasia Pukhovich

    Anastasia Pukhovich ist Volontärin beim VDI Verlag. Ihre Tätigkeit beim Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien weckte ihr Interesse an allen Themen rund um Wissenschaft und Technik. Besonders gerne verfolgt sie journalistisch die Themen Medizintechnik und Karriere.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.