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Neue MRT-Analyse deckt Fehldiagnosen bei Parkinson auf

16. Februar 2026

Parkinson oder Tauopathie? Moderne MRT liefert objektive Biomarker für PSP und CBD.
Parkinson oder Tauopathie? Moderne MRT liefert objektive Biomarker für PSP und CBD. Foto: Smarterpix / svitlanahulko85.gmail.com
Ein neues MRT-Analyseverfahren unterscheidet PSP und CBD zuverlässig von Parkinson – und macht klinische Studien deutlich effizienter.
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Parkinson – oder doch etwas anderes? Diese Frage beschäftigt Neurologinnen und Neurologen seit Jahren. Denn nicht jede Bewegungsstörung mit Zittern, Steifheit und Stürzen ist Morbus Parkinson. Zwei seltene, aber relevante Erkrankungen werden häufig übersehen: die progressive supranukleäre Lähmung (PSP) und die kortikobasale Degeneration (CBD).

Eine internationale Studie unter Leitung des Institut de Recerca Sant Pau in Barcelona zeigt nun, dass moderne Magnetresonanztomographie (MRT) hier deutlich mehr Klarheit schafft. Die Ergebnisse wurden im Journal of Prevention of Alzheimer’s Disease veröffentlicht.

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Zwischen Alzheimer und Parkinson

PSP und CBD gehören zu den sogenannten Tauopathien. Dabei lagert sich das Tau-Protein krankhaft im Gehirn ab. Tau stabilisiert normalerweise das Innengerüst von Nervenzellen. Wenn es sich fehlfaltet und verklumpt, schädigt es gezielt bestimmte Hirnregionen.

„Diese Krankheiten liegen gewissermaßen auf halbem Weg zwischen Alzheimer und Parkinson“, erklärt Dr. Ignacio Illán-Gala vom Hospital de Sant Pau. „Sie ähneln Parkinson aufgrund ihrer motorischen Symptome, haben aber mit Alzheimer gemeinsam, dass sie durch eine Tau-Pathologie verursacht werden. Das Problem ist, dass wir bisher keine zuverlässigen Instrumente hatten, um sie richtig zu unterscheiden.“

Genau das führte zu einem Kernproblem: falsche Diagnosen. Viele Betroffene erhielten zunächst die Diagnose Parkinson. Andere galten schlicht als ältere Menschen mit Gangunsicherheit. „Das bedeutet, dass sie stark unterdiagnostiziert sind, und jahrelang wussten wir nicht mit ausreichender Sicherheit, welche Krankheit jeder einzelne Patient tatsächlich hatte“, sagt Dr. Jesús García-Castro, Erstautor der Studie.

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Warum klinische Kriterien nicht reichen

In frühen Stadien überlappen sich die Symptome stark. Gleichgewichtsstörungen, Stürze, Muskelsteifheit oder Sprechprobleme treten bei allen drei Erkrankungen auf. Klinische Skalen allein reichen oft nicht aus, um die zugrunde liegende Pathologie zu erkennen.

Das hatte direkte Folgen für die Forschung. Klinische Studien zu neuen Therapien rekrutierten Patientinnen und Patienten nach Symptomen. Doch hinter ähnlichen Symptomen können unterschiedliche biologische Prozesse stehen. Die Folge: gemischte Studienpopulationen. Besonders bei CBD zeigte sich, dass ein Teil der eingeschlossenen Personen in Wirklichkeit eine Alzheimer-Pathologie aufwies.

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Solche biologisch „verunreinigten“ Kohorten verwässern Effekte. Selbst wirksame Therapien lassen sich unter diesen Bedingungen kaum nachweisen.

MRT-Signaturen als Biomarker

Hier setzt die aktuelle Arbeit an. Die Forschenden analysierten strukturelle MRT-Daten und suchten nach krankheitsspezifischen Mustern der Hirnatrophie. Atrophie bedeutet, dass Hirnregionen messbar schrumpfen.

Bei PSP zeigten sich vor allem Veränderungen im Hirnstamm und in tiefen Kerngebieten. Bestimmte kortikale Regionen waren selektiv mitbetroffen. CBD hingegen wies stärker ausgeprägte Schäden in der Großhirnrinde auf, insbesondere in Arealen für Motorik und sensorische Integration.

„Obwohl sie klinisch sehr ähnlich aussehen mögen, schädigen PSP und CBD das Gehirn auf unterschiedliche Weise“, sagt Illán-Gala. „Diese Unterschiede spiegeln sich im MRT wider, und indem wir sie zu einem Signaturmuster kombinieren, können wir viel besser bestimmen, an welcher Krankheit der jeweilige Patient leidet.“

Die MRT übernimmt dabei zwei Aufgaben. „Einerseits hilft sie uns, in frühen Stadien eine viel zuverlässigere Diagnose zu stellen. Andererseits ermöglicht sie uns, den Krankheitsverlauf objektiv zu messen“, so García-Castro.

Kleinere Studien, realistische Perspektiven

Besonders relevant ist der Effekt auf klinische Studien. Klassische Designs basieren auf Symptomskalen. Um dort einen Therapieeffekt statistisch sauber nachzuweisen, braucht es oft mehrere hundert Teilnehmende und lange Beobachtungszeiten. Für seltene Erkrankungen ist das kaum praktikabel.

Die Analyse zeigt: Wird die krankheitsspezifische MRT-Signatur als Endpunkt genutzt, sinkt der Bedarf an Studienteilnehmenden deutlich. Bei PSP könnte sich die notwendige Stichprobengröße in einer 12-monatigen Studie um etwa 50 % reduzieren. Bei CBD sogar um 80–85 %.

„Wenn eine Studie tausend Patienten erfordert, ist dies praktisch unmöglich“, betont Illán-Gala. „Wenn sie jedoch mit einer angemessenen Anzahl gut ausgewählter Personen und objektiven Messgrößen für den Krankheitsverlauf durchgeführt werden kann, besteht eine reale Chance, die Wirksamkeit einer Behandlung nachzuweisen.“

Blick nach vorn: Bluttest plus Bildgebung

Die Forschungsgruppe arbeitet bereits an einer Kombination aus MRT und Plasma-Biomarkern. Ziel ist eine Frühdiagnostik, ähnlich wie sie sich bei Alzheimer etabliert. „Unser Ziel ist es, eine ähnliche Situation wie bei der Alzheimer-Krankheit zu erreichen, bei der eine Kombination aus Bluttest und MRT-Untersuchung die Diagnose dieser Krankheiten in einem sehr frühen Stadium und mit viel größerer Sicherheit ermöglicht“, erklärt García-Castro.

García-Castro weiter: „Diese Erkrankungen sind weitaus häufiger, als wir denken, aber wir wissen nicht, wie wir sie richtig erkennen können“.

Hier geht es zur OriginalpublikationEin neues MRT-Analyseverfahren unterscheidet PSP und CBD zuverlässig von Parkinson – und macht klinische Studien deutlich effizienter.



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