Gehhilfe der Zukunft 01.12.2013, 08:12 Uhr

Hightech-Rollator arbeitet mit Kinect-Technolgie aus der XBox

Ein neuer Rollator soll älteren Menschen zukünftig sichere Fußwege ermöglichen: Er kann optimale Wege suchen, Hinweisschilder vorlesen und vor Rutschgefahr warnen. Möglich wird das durch die Kinect-Technik aus der Spielekonsole Xbox. 

Gehilfe der Zukunft: Der Kinect-Sensor erfasst die räumliche Umgebung, ein Sprachsynthesesystem liest Hinweisschilder vor. Außerdem an Bord: ein Navigationssystem, das den kürzesten Weg zum Zielort findet und Menschenmassen umsteuert. 

Gehilfe der Zukunft: Der Kinect-Sensor erfasst die räumliche Umgebung, ein Sprachsynthesesystem liest Hinweisschilder vor. Außerdem an Bord: ein Navigationssystem, das den kürzesten Weg zum Zielort findet und Menschenmassen umsteuert. 

Foto: Siemens

Herzstück der Navigationstechnik für den c-Walker ist eine Cognitive-Navigation-Prothesis, ein System, das die räumliche Umgebung in Echtzeit erfasst – mit Hilfe von hochauflösenden Kameras und bildgebenden Sensoren. Es erkennt Hindernisse und Menschenmengen, schlägt Umfahrungswege vor und führt, wie ein klassisches Navigationssystem, auf dem schnellsten Weg zu bestimmten Punkten – zum Beispiel zur nächstgelegenen Toilette.

Auffälliges gibt ein Sprachsynthesesystem an den Rollator-Fahrer weiter: So wird beispielsweise der Text auf dem Schild „Achtung Rutschgefahr“ vorgelesen. Außerdem führt der c-Walker auch mit visuellen Signalen wie Lichtbalken oder mit Vibration an den Griffen.

Rollator mit Münzeinwurf am Flughafen

Die Bildgebung basiert auf einer technologischen Entwicklung, die die Enkel der Rollator-Nutzer kennen: Der Kinect-Sensor, von Microsoft für die Spielkonsole XBox entwickelt, ist für die schnelle Erfassung der Umgebung mit einem Tiefensensor zuständig. Eine Software interpretiert anschließend die Daten.

Zu den Anliegen des österreichischen Siemens-Forschers Josef Birchbauer, einer der Entwickler des c-Walkers, gehört Alltagstauglichkeit. Der Hightech-Rollator soll ebenso bequem sein wie herkömmliche Geräte: Gewicht und Sitzfläche sollen nicht abweichen, zudem soll er sich zusammenklappen lassen können. Birchbauer denkt auch daran, diese Hightech-Geräte zukünftig in Einkaufszentren oder Flughäfen gegen Münzeinwurf zur Verfügung zu stellen.

Anwendung in der Industrie geplant

Siemens hat für den Kinect-Sensor noch weitere Anwendungen erschlossen: etwa ein System zur virtuellen Planung von Arbeitsabläufen. Der Sensor erkennt hier Bewegung und Körperhaltung einer Person im Raum und überträgt sie auf einen Avatar in einer virtuellen Umgebung. So wie sich ein Spieler intuitiv in den Szenen eines Computerspiels bewegt, können Techniker Bewegungsabläufe an Arbeitsplätzen durchspielen.

„Wir haben eine seriöse Anwendung für diese Spieletechnik gesucht“, sagt Birchbauer. Die Technologie soll zudem in der Industrie zum Einsatz kommen. Durch die Integration der Technik in tragbare Panel-PCs soll das Zusammenspiel von Menschen und Maschinen sicherer und komfortabler werden. So können die Geräte Produktionsmitarbeiter vor dem Betreten von Gefahrenzonen warnen oder Servicetechnikern den bestmöglichen Weg durch die Fabrik weisen. 

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