Medica 2015 17.11.2015, 12:53 Uhr

Das sind 5 Highlights der weltgrößten Medizinmesse

EKG- und Ultraschalluntersuchungen mit dem Smartphone? Das ist längst keine Utopie mehr, wie die Medica 2015 in Düsseldorf zeigt. Wir zeigen Ihnen 5 Highlights der weltgrößten Medizinmesse. 

Ein Körperkerntemperatursensor ermittelt kontinuierlich die Körperkerntemperatur. Dank großer Displays auf der Medizintechnikmesse Medica sind die Werte nicht zu übersehen. Die Messe endet am 19. November 2015.

Ein Körperkerntemperatursensor ermittelt kontinuierlich die Körperkerntemperatur. Dank großer Displays auf der Medizintechnikmesse Medica sind die Werte nicht zu übersehen. Die Messe endet am 19. November 2015.

Foto: Maja Hitij/dpa

Vom 16. bis 19. November versammelt sich die medizinische Fachwelt in Düsseldorf. Dort zeigen 4952 Aussteller aus 70 Ländern auf den Fachmessen Medica und Compamed, wie Digitaltechnik die Medizinbranche revolutioniert.

Da gibt es sogar schon den Roboter Nao, der das Schulkind während eines Aufenthaltes im Krankenhaus in der Schule vertritt und den Unterricht auf das Tablet des Kindes überträgt.

Roboter Nao passt im Klassenzimmer gut auf und übermittelt den Lernstoff an kleine Patienten im Krankenhaus.

Roboter Nao passt im Klassenzimmer gut auf und übermittelt den Lernstoff an kleine Patienten im Krankenhaus.

Foto: Avatar Kids

Aber es gibt auf der Medica noch viel mehr zu entdecken. Diese fünf Produkte zählen zu den Messe-Highlights.

1. Mobiles Ultraschallgerät für Smartphone und Tablet

Der niederländische Elektronikkonzern Philips präsentiert auf der Medica 2015 als Weltneuheit das erste Ultraschallgerät für Smartphone und Tablet. Es besteht aus einem Schallkopf, der sich über ein Kabel mit dem mobilen Gerät verbinden lässt.

Notärzte oder Hausärzte können mit einer entsprechenden App eine schnelle Analyse organischen Gewebes vor Ort durchführen. Noch ist es allerdings nicht soweit: Laut Philips befindet sich das Gerät derzeit in der Zulassung für den deutschen Markt.

Philips präsentiert auf der Medica 2015 als Weltneuheit das erste Ultraschallgerät für Smartphone und Tablet.

Philips präsentiert auf der Medica 2015 als Weltneuheit das erste Ultraschallgerät für Smartphone und Tablet.

Foto: Philips

2. Ein Ultraschallsystem für die Brustkrebs-Früherkennung

Rund 40 % der Frauen haben dichtes Brustgewebe. Das Problem: Je dichter das Gewebe ist, desto schwieriger ist die Brustkrebs-Früherkennung während der Mammografie. Denn während lockeres Fettgewebe auf Röntgenbildern dunkel erscheint, ist dichtes Gewebe weiß – genau wie potentielle Krebsstellen.

Eine Lösung für dieses Dilemma präsentiert GE Healthcare mit dem Ultraschallsystem Ivenia Abus. Es erstellt in nur 15 Minuten 3D-Ansichten der Brust auf mehreren Ebenen, sodass eine zuverlässige Diagnostik möglich wird.

Ivenia Abus von GE Healthcare: Das Ultraschallgerät erstellt für die Brustkrebs-Früherkennung eine 3D-Ansicht der Brust auf mehreren Ebenen.

Ivenia Abus von GE Healthcare: Das Ultraschallgerät erstellt für die Brustkrebs-Früherkennung eine 3D-Ansicht der Brust auf mehreren Ebenen.

Foto: Medica/beta-web/Stöter

3. Das Herzmonitoring via Smartphone und Tablet

Herzpatienten wollen sich ihres Herzzustandes jederzeit sicher sein. Das Unternehmen Cardio Secur hat deswegen ein mobiles EKG für zuhause entwickelt. Es besteht aus vier Elektroden und einer App für Smartphones oder Tablets, die komplizierte EKG-Sprache in klare Handlungsanweisungen übersetzt.

Sollte die Messung erhebliche Veränderungen zu Referenzwerten zeigen, färbt sich der Hintergrund rot und es erscheint der Hinweis „Sofort zum Arzt“. Der Arzt kann die Daten online einsehen und sich schon vor Eintreffen des Patienten auf die Behandlung vorbereiten.

Das Unternehmen Cardio Secur zeigt auf der Medica ein EKG-System für zuhause. Es funktioniert mit vier Elektroden und einer App.

Das Unternehmen Cardio Secur zeigt auf der Medica ein EKG-System für zuhause. Es funktioniert mit vier Elektroden und einer App.

Foto: Medica/beta-web/Stöter

4. Hightech-Sensorsystem für einen Körper-Check

Wie ist es um meinen Körper bestellt? In welchem Verhältnis stehen Muskel- und Fettmasse? Und wie sieht es mit meinem Wasserhaushalt aus? Das alles beantwortet das Sensorsystem Inbody 770. Der Patient muss sich einfach nur barfuß auf das Gerät stellen und schon beginnt die Analyse.

Sie berücksichtigt auch das sogenannte Viszeralfett, also das Fett, das innere Organe umhüllt. Im Gegensatz zum Unterhautfettgewebe ist es nicht direkt sichtbar, gibt jedoch entzündungsfördernde Stoffe in den Körper ab und steigert das Risiko für Bluthochdruck und Schlaganfall. Laut Hersteller misst Inbody das Viszeralfett besonders zuverlässig.

Bin ich wegen zu viel Viszeralfetts gesundheitsgefährdet? Das verrät das Sensorsystem Inbody 770.

Bin ich wegen zu viel Viszeralfetts gesundheitsgefährdet? Das verrät das Sensorsystem Inbody 770.

Foto: Medica/beta-web/Stöter

5. Fitnesstracker zeigt den Stresslevel seines Besitzers an

In welcher Stimmung ist mein Körper gerade? Lässt sich das quantifizieren? Ja, und zwar mit dem Fitness-Tracker Being des Herstellers Zensorium. Er überwacht am Handgelenk des Besitzers mehrere Körperfunktionen – darunter Puls und Blutdruck – und leitet die Daten an eine Smartphone-App weiter. Die App bestimmt dann ein sogenanntes Mood-Level und zeigt auf dem Display ein Smiley an, der den aktuellen Stressfaktor repräsentiert. Das System ist bislang in den USA erhältlich und kostet 199 $.

Wer allerdings bevorzugt, dass das Smartphone berührungslos die Pulsfrequenz überwacht, der muss darauf warten, bis eine Erfindung des MIT serienreif wird. Die MIT-Ingenieure haben eine Technik entwickelt, die die Smartphone-Sensoren so nutzt, dass sie die Herzfrequenz messen können, auch wenn das Handy in der Handtasche liegt.

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