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Darmkrebs per App erkennen – funktioniert das wirklich?

05. Juni 2025

Stuhltest Labor
Eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums zeigt: Ein Stuhltest zur Früherkennung von Darmkrebs lässt sich mit dem Smartphone nahezu ebenso zuverlässig durchführen wie im Labor. Foto: PantherMedia /
AndreyPopov (YAYMicro)
Smartphone erkennt Blut im Stuhl: Studie zeigt, wie zuverlässig der FIT-Selbsttest per App im Vergleich zum Labortest bei Darmkrebs ist.
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In Deutschland gilt Darmkrebs als eine der häufigsten Krebserkrankungen. Dabei existieren bereits seit Jahren zwei bewährte Vorsorgemethoden: die Darmspiegelung und der immunologische Stuhltest, kurz FIT. Während die Koloskopie als besonders zuverlässig gilt, schrecken viele Menschen vor dem invasiven Eingriff zurück.

Für diese Personen stellt der FIT eine niedrigschwellige Alternative dar. Der Test weist winzige Mengen an Blut im Stuhl nach – ein mögliches Warnsignal für Polypen oder Tumoren. Dennoch lassen sich nur rund 20 % der Menschen regelmäßig testen. Zum Vergleich: In den Niederlanden nehmen mehr als 70 % der Bevölkerung am Stuhltest teil.

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Inhaltsverzeichnis

Digitaler Ansatz: Der FIT per App

Forschende am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) wollten wissen, ob sich mit digitalen Methoden mehr Menschen zur Vorsorge bewegen lassen. „Es ist naheliegend, bei der Suche nach Mitteln und Wegen an digitale Technologien und speziell an das Smartphone zu denken“, erklärt DKFZ-Epidemiologe Michael Hoffmeister. „Warum sollte sich das Smartphone nicht auch zur Stuhlanalyse nutzen lassen?“

Technisch ist das längst möglich. Ein kombinierter Ansatz aus Schnelltest und Smartphone-App erlaubt eine einfache Selbsttestung zu Hause – ganz ohne Arztbesuch oder Versand ins Labor.

So funktioniert der Test zu Hause

Der Schnelltest selbst ist bereits auf dem Markt erhältlich, die passende App kostenlos in den App-Stores. Die Anwendung erfolgt in wenigen Schritten:

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  • Entnahme einer kleinen Stuhlprobe mit einem beiliegenden Stäbchen
  • Einrühren in ein Röhrchen mit Testflüssigkeit
  • Auftragen der Lösung auf eine Testkassette
  • 15 Minuten warten
  • Abfotografieren der Kassette mit dem Smartphone

Die App wertet die Farbveränderung auf der Kassette aus und zeigt direkt das Ergebnis an. Das spart Zeit und Aufwand – und senkt potenziell die Hemmschwelle für eine Teilnahme an der Früherkennung.

Vergleich mit dem Labortest: Was kann die App?

Die zentrale Frage bleibt: Wie gut erkennt der App-Test wirklich Blut im Stuhl? Dieser Punkt stand im Fokus einer Studie des DKFZ, bei der zwischen 2021 und 2023 mehr als 650 Teilnehmende aus Süddeutschland eingebunden waren. Alle hatten ohnehin einen Termin zur Darmspiegelung. Zusätzlich konnten sie wählen, ob sie den Smartphone-Test durchführen wollen. 361 Personen nahmen dieses Angebot an.

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„Tatsächlich kann das Smartphone mit dem Labor mithalten“, so Hoffmeister. Die Sensitivität – also die Fähigkeit, tatsächlich vorhandene Blutspuren zu erkennen – lag bei der App-basierten Methode bei 28 %, beim Labortest bei 34 %. Die Spezifität – die Erkennungsrate negativer Tests – war mit 92 % in beiden Fällen identisch. Falsch-positive Ergebnisse blieben also selten.

Der Fecal Immunochemical Test (FIT) ist ein Stuhltest, der mit Antikörpern den Blutfarbstoff Hämoglobin erkennt. Er dient zur Früherkennung von Blut im Stuhl, das auf Polypen oder Krebs hinweisen kann.Zwei Varianten:

• Laborbasierter FIT: Testauswertung durch medizinisches Fachpersonal

• Smartphone-FIT: Selbsttest mit App-Auswertung zuhause

 

Subjektive Bewertung: Mehrheit empfindet App als hilfreich

Auch das subjektive Urteil fiel deutlich aus: 89 % derjenigen, die den Smartphone-Test gemacht hatten, bewerteten ihn in einem Fragebogen als nützliche Alternative. Für viele scheint der niedrigschwellige Zugang ein überzeugendes Argument zu sein – gerade in einer digitalisierten Gesellschaft, in der das Smartphone ohnehin alltäglicher Begleiter ist.

Potenzial für breitere Nutzung der Vorsorge

„Aufgrund unserer Ergebnisse könnte die Smartphone-basierte FIT-Testung eine aussagefähige Alternative oder Ergänzung zum klassischen Labortest darstellen“, sagt DKFZ-Koautor Herrmann Brenner. Seine Hoffnung: Die neue Methode senkt Hemmschwellen und motiviert mehr Menschen zur Teilnahme an der Darmkrebsfrüherkennung. Denn je früher Vorstufen erkannt und entfernt werden, desto höher ist die Chance, die Krankheit zu verhindern.

Hier geht es zur Originalpublikation



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