Neue Hörgeräte-Generation 08.01.2014, 12:22 Uhr

Auch besonders stark Schwerhörige können jetzt räumlich hören

Eine neue Generation von Hörgeräten erleichtert das Leben besonders stark schwerhöriger Menschen. Mit dem neuen „Nitro“ bringt Siemens gerade ein sehr kleines, leistungsstarkes und mit neuer Technologie ausgerüstetes Gerät auf den Markt.

Die neuen Modelle der Nitro-Hörgeräte von Siemens gibt es als Hinter-dem-Ohr- (HdO) und In-dem-Ohr-Ausführung (IdO).

Die neuen Modelle der Nitro-Hörgeräte von Siemens gibt es als Hinter-dem-Ohr- (HdO) und In-dem-Ohr-Ausführung (IdO).

Foto: Siemens

„Micon“ nennt Siemens die Technologie, mit der räumliches Hören auch mit Hörgeräten möglich wird. Die zwei Hörgeräte sind dabei mit einer Funkverbindung ausgestattet, die Klang- und Lautstärkeeinstellungen für beide Ohren aufeinander abstimmt. Micon wurde bereits 2012 mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet, nun kommt es auch in den Nitro-Geräten zum Einsatz, die speziell für die Bedürfnisse von Menschen mit starkem bis sehr starkem Hörverlust entwickelt wurden.

Betroffene in allen Altersgruppen

Sie unterscheiden sich von leichter Schwerhörigen unter anderem dadurch, dass es in allen Altersgruppen Betroffene gibt und dass fast alle Betroffenen Hörgeräte tragen. Damit die Schwerhörigkeit sie im Alltag möglichst wenig einschränkt, brauchen sie besonders leistungsstarke und unauffällige Hörsysteme. Das Nitro gibt es deshalb in Ausführungen, die hinter dem Ohr (HdO) oder im Ohr (IdO) getragen werden. Die HdO-Geräte der neuen Generation sind nun ein Drittel kleiner als das Vorgänger-Modell. Damit passt es beispielsweise auch hinter Baby-Ohren.

Für schwerhörige Babys lassen sich zusätzliche Sicherungen anbringen. Auf Wunsch der Eltern kann der Akustiker beispielsweise eine Batteriefachsicherung oder eine Sperre der Bedienelemente aktivieren. Gleichzeitig ist es wasser- und staubgeschützt nach Industrienorm IP 67.

Funkverbindung zu öffentlichen Audio-Anlagen

Die neuen Nitro-Hörgeräte verstärken auf bis zu 140 Dezibel Ausgangsschalldruck, ohne dass die Träger dabei auf Klangqualität verzichten müssen. Sie ermöglichen laut Hersteller Menschen mit einem hochgradigen bis an Taubheit grenzenden Hörverlust einen angenehmen Höreindruck selbst in schwierigen akustischen Umgebungen mit dauerhaften oder wiederkehrenden, gleichbleibenden oder schwankenden Hintergrundgeräuschen ein gutes Klangvolumen.  Die Mikrofon-Technologie hält die gewünschte Lautstärke auf gleichem Niveau, beim Richtungs- ebenso wie beim Rund-um-hören. Das verringert die Höranstrengung deutlich.

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Mit Hilfe der Funktechnologie können sich die Hörgeräte über kleine Verbindungsgeräte auch drahtlos mit modernen Kommunikations- und Unterhaltungselektronik-Geräten verbinden. Über einen optionalen Audioschuh ist das Nitro-HdO außerdem mit fast allen FM-Systemen kompatibel. FM-Anlagen gibt es in vielen öffentlichen Gebäuden wie Kirchen, Kinos, Theatern und Vortragssälen. Sie übertragen Audiosignale direkt an die Hörgeräte. Nitro-Hörgeräte sind außerdem mit einer speziellen Anti-Tinnitus-Funktion ausgestattet.

 

Ein Beitrag von:

  • Andrea Ziech

    Redakteurin Andrea Ziech schreibt über Rekorde und Techniknews. Darüber hinaus ist sie als Kommunikationsexpertin tätig.

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