Logistik 22.02.2013, 16:59 Uhr

Sattelauflieger rollen im kombinierten Verkehr künftig besser auf die Schiene

Noch in diesem Jahr plant der Logistikdienstleister Cargobeamer mit mindestens einem Kunden den Transport von Sattelaufliegern auf europäischen Schienenwegen zu starten. Bei Volkswagen in Wolfsburg wurde dafür mit dem Bau eines Terminals begonnen. Geplant ist ein Shuttle-Verkehr mit zwölf Umläufen zwischen dem Automobilwerk und dem Güterzentrum Bettembourg in Luxemburg mit Anschluss an weitere Lkw-Transportverbindungen für VW per Bahn bis nach Katalonien.

Kombinierter Verkehr: Sattelauflieger finden den Weg auf die Schiene.

Kombinierter Verkehr: Sattelauflieger finden den Weg auf die Schiene.

Foto: dpa

Für das bereits vor einem Jahrzehnt entwickelte Cargobeamer-Projekt zur Verladung nicht kranbarer Sattelauflieger auf die Schiene hat das Warten und der Kampf mit der Bürokratie nun offenbar ein Ende. „Wir dürfen heute bereits in Deutschland, Frankreich, Benelux, Litauen und der Schweiz fahren und werden in Kürze auch die Genehmigungen erhalten, um unser geplantes Terminal an der Grenzstation Mockava zwischen Polen und Litauen nutzen zu können“, erklärte Geschäftsführer Juan Nagel kürzlich bei einer Präsentation des automatisierten Transportsystems für den unbegleiteten kombinierten Güterverkehr in Leipzig.

Damit wurde die lange Vorarbeit laut Nagel nunmehr von ersten Erfolgen gekrönt und das Europanetz von Cargobeamer sei künftig mehr als eine bloße Vision. Schon seit 2010 verfügt das System über die TSI-Zulassung (Technische Spezifikation Interoperabilität), mit der europaweit die nationalen Genehmigungen für die Waggons beantragt werden können. Auch die ersten 20 Spezialwaggons sind laut den Unternehmensinformationen bereits bei der Deutschen Waggonunion, Dessau-Roßlau, in Auftrag gegeben. Jeder der Doppeltaschenwagen koste rund 180 000 €, also knapp das Doppelte eines einfachen Waggons.

Das liegt laut Nagel nicht nur daran, dass für die an beiden Seiten mögliche Entladung über ein verschiebbares Schlittensystem, abklappbare Bordwände sowie eine zentimetergenaue Positionierungsmechanik eingebaut werden muss. „Wir rechnen bei einer späteren Fertigung in einer größeren Serie mit weiter sinkenden Investitionskosten, denn der überwiegende Teile für unsere Waggons sind Standardbaugruppen“, so der Geschäftsführer. Ähnlich sei man auch bei der Konzeption der Terminals vorgegangen, wo das Unternehmen mit dem Betonspezialisten Max Bögl kooperiere. Hier seien die notwendigen Kabelschächte und die Laufstrecken für die Verschiebung der Schlitten bereits in die Betonfertigteile eingearbeitet worden. Nagel: „Wir planen mit Investitionskosten von 3,2 Mio. € für den Terminal in Wolfsburg.“

Allerdings sind das immer noch relativ kleine Anlagen, die zudem die systemischen Vorteile des Cargobeamers für den kombinierten Verkehr nur teilweise erschließen. Das wäre erst möglich, wenn an jedem Zielort Terminals mit möglichst 36 Ladeeinrichtungen die Abfertigung kompletter 700-m-Züge mit Sattelaufliegern in weniger als einer Stunde ermöglichen. Seine Stärke kann das intermodale System vor allem dann entfalten, wenn Ganzzüge zwischen voll ausgebauten Terminals verkehren, bei denen nach der minutenschnellen Entladung sofort die Vorbereitung zur Rückfahrt beginnen kann.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH (GFO)-Firmenlogo
Bauingenieur oder Projektmanager (m/w/d) Bau & Technik Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH (GFO)
Dinslaken, Troisdorf, Hilden, Olpe, Bonn, Langenfeld Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Arbeitsvorbereiter Fertigungssteuerung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Serielle Sanierung & GU-Projekte Allbau Managementgesellschaft mbH
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF-Firmenlogo
Projektleitung - Neubau Reinraum (all genders) Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Freiburg im Breisgau Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur / Maschinenbautechniker (m/w/d) Schwerpunkt Maschinen- & Anlagenbau Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
TenneT TSO-Firmenlogo
OT Security Engineer (m/w/d) TenneT TSO
Audorf, Stockelsdorf Zum Job 
Immobilien Management Essen GmbH (IME)-Firmenlogo
(Senior) Projektkoordinator (m/w/d) Hochbau & Stadtentwicklung Immobilien Management Essen GmbH (IME)
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektentwickler (m/w/d) Immobilien Allbau Managementgesellschaft mbH
RINGSPANN GmbH-Firmenlogo
Vertriebsingenieur (m/w/d) als Produkt-Account-Manager Antriebskomponenten/Bremsen RINGSPANN GmbH
Bad Homburg Zum Job 
Stadt Neumünster-Firmenlogo
Abteilungsleiter*in für die Stadtplanung und Erschließung Stadt Neumünster
Neumünster Zum Job 
über heiden associates Personalberatung-Firmenlogo
Werkleiter Feinmechanik (m/w/d) über heiden associates Personalberatung
Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg-Firmenlogo
Leitung Fachbereich Gebäudemanagement und Liegenschaften (m/w/d) Schulstiftung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
Stuttgart Zum Job 
Oncotec Pharma Produktion GmbH-Firmenlogo
Head of Project Engineering (m/w/d) Oncotec Pharma Produktion GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
Technische Universität Graz-Firmenlogo
Professur für Fahrzeugsicherheit mit Fokus auf Einsatz neuer Biomaterialien Technische Universität Graz
Graz (Österreich) Zum Job 
Oncotec Pharma Produktion GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur (Investitionsprojekte) (m/w/d) Oncotec Pharma Produktion GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
DYNOS GmbH-Firmenlogo
Leiter Technik (m/w/d) DYNOS GmbH
Troisdorf Zum Job 
Oncotec Pharma Produktion GmbH-Firmenlogo
HSE-Manager (m/w/d) Oncotec Pharma Produktion GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
Stadt Ratingen-Firmenlogo
Planung / Bauleitung Siedlungswasserwirtschaft (m/w/d) Stadt Ratingen
Ratingen Zum Job 
Raffinerie Heide GmbH-Firmenlogo
(Junior) Sicherheitsingenieur (m/w/d) Raffinerie Heide GmbH
Hemmingstedt Zum Job 
Max Bögl Transport und Geräte GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Prozesskoordinator (m/w/d) - Produktionstechnik Max Bögl Transport und Geräte GmbH & Co. KG
Sengenthal Zum Job 

Cargobeamer hat bislang für die notwendigen Investitionen eine Reihe kleinerer Geldgeber aus den Bereichen Automotive, Pharma und Zulieferer für das Projekt gewonnen. „Unsere Investoren haben ausreichend Mittel bereitgestellt, um die nächste Planungsetappe stemmen zu können“, so Nagel. Dazu kommen jeweils lokale Hilfen. VW in Wolfsburg stellt z. B. die Grundstücke und Infrastruktur zur Verfügung.

Auch an der französischen Kanalküste bei Calais kann aller Voraussicht nach in diesem Jahr mit dem Bau eines Terminals begonnen werden, von dem aus dann vor allem Verkehre zwischen Großbritannien und dem Wirtschaftsraum Berlin auf die Schiene verladen werden können. Der Standort in Berlin stehe allerdings noch nicht fest, im Gespräch sei man mit den GVZ (Güterverkehrszentren) in Großbeeren und Wustermark. Das Problem dürften hier wie auch im westfälischen Hagen die lange Genehmigungsphase bis zum Baurecht des dort geplanten Terminals sein. In Hagen wurden die Anträge im August 2012 eingereicht, vor Mitte des Jahres wird nicht damit gerechnet, das Baurecht erlangen zu können.

In Hagen sollen dann aber immerhin schon mindestens 12, vielleicht sogar 18 Beladeplätze gebaut werden. Doch auch das soll lediglich die erste Etappe sein. Cargobeamer will ein dichtes Netz in ganz Zentraleuropa aufbauen, bei dem acht Linien zwischen Rostock und Verona, sowie zwischen Wien und Calais unterwegs sind. MANFRED SCHULZE

Ein Beitrag von:

  • Manfred Schulze

    Manfred Schulze ist freier Journalist für Fachzeitungen Energie, Logistik, Technologie.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.